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In Indien wird bald das erste Wörterbuch für die Indische Gebärdensprache (ISL) veröffentlicht. Bisher hat das Indian Sign Language Research and Training Centre (ISLRTC), welches 2012 von der Regierung auf die Beine gestellt wurde, über 6.000 Begriffe auf Englisch, Hindi und ISL zusammengetragen und diese werden nach der Veröffentlichung sowohl in Print- als auch in Video-Versionen erhältlich sein.

„Momentan gibt es starke Unterschiede zwischen den regionalen Gebärdensprachen in einem so vielfältigen Land wie Indien. Deswegen ist es schwierig, wenn Leute aus verschiedenen Regionen sich miteinander verständigen möchten“, so Thaawarchand Gehlot, Minister für Sozialgerechtigkeit und Stärkung. „Ein ausführliches Wörterbuch für die Indische Gebärdensprache wird gebraucht, um die Kommunikation zwischen Hörenden und Hör- oder Sprechgeschädigten zu erleichtern, sowie um eine grundlegende Datenbank für weitere Politikgestaltung einzurichten.“

In Indien gibt es zur Zeit ungefähr 5 Million Hörgeschädigte und rund 2 Million Sprechbehinderte und dieses Wörterbuch soll ihre Sprache standardisieren. Regionale Unterschiede werden jedoch dargestellt, sowie auch Rechts-, technische und medizinische Begriffe.

Dadurch soll auch die Anwendung von der ISL in Schulen und Hochschulinstituten gefördert und unterstützt werden.

Gleichzeitig entwickelt die indische Regierung auch ein Verzeichnis der Gebärdensprachdolmetscher, welches Krankenhäusern, Flughäfen, Banken, Gerichtshöfen und anderen gemeinnützigen Organisationen ermöglichen soll, Dolmetscher zu buchen.

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