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Nachdem die University of California, Berkeley, eine Aufforderung erhalten hatte, ihre öffentlich zugängliche Inhalte auch für Behinderte zugänglich zu machen, hat die Universität die erstaunliche Entscheidung getroffen, stattdessen sämtliche öffentliche Inhalte zu entfernen.

Grund war eine Beschwerde von zwei Mitarbeitern der Gallaudet University. Im August 2016 hat das Justizministerium der vereinigten Staaten (DOJ) der Universität in Berkeley in einem Brief mitgeteilt, die Universität müsse dafür sorgen, dass all ihre öffentlichen online Videos und Audiodateien höheren Standards in Bezug auf Zugänglichkeit für Gehörlose, Schwerhörige, Taubblinde und Blinde entsprechen müssen.

Am 1. März hat die Universität mitgeteilt, dass der Zugang zu ihren mehr als 20.000 Veröffentlichungen auf YouTube und iTunesU künftig beschränkt bzw. entzogen wird, teils um die Zugänglichkeitserfordernisse des DOJ zu erfüllen, teils um die Inhalte vor Piraterie zu schützen.

Die Reaktionen der Öffentlichkeit in online Kommentaren ist überwiegend negativ. Schuld wurde doch größtenteils nicht der Universität gegeben, sondern denen, die mehr Zugänglichkeit wollen.

Dass die Universität den öffentlichen Zugang zu ihren Video- und Audiodateien für alle entzieht war jedoch niemals Absicht oder Ziel der Beschwerdeführer. Das DOJ hat in ihrem Brief das Entfernen der Inhalte auch nicht verlangt, sondern dazu aufgerufen, dass die Universität angemessene Maßnahmen zur Verbesserung der Zugänglichkeit ergreift.

Andere Universitäten haben sich geäußert, dass sie keine Pläne haben, den Zugang zu ihren öffentlichen Vorlesungen und anderen Lehrmaterialien zu beschränken.

Im Endeffekt hat sich jedoch nichts verändert, denn: die gesamte Ansammlung der University of California wurde schon auf andere Server gespiegelt, wo sie jetzt völlig außerhalb der Kontrolle der Universität ist. Die breite Öffentlichkeit hat also weiterhin Zugang zu den Materialien, Sinnesbehinderte hingegen immer noch nicht.

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