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Im April 2016 wurde in Japan ein neues Gesetz verabschiedet, nach dem Menschen mit Behinderung in Begleitung von Assistenzhunden nicht diskriminiert werden dürfen. Doch nach neueren Umfragen werden Taube und Blinde immer noch häufig von Restaurants und anderen öffentlichen Orten abgewiesen, wenn sie einen Assistenzhund dabei haben.

Die zwei Umfragen, eine von einem Verein für Leute mit Hörhunden und die andere von einem Verein für Blindenhunde, haben eine Vielzahl von Diskriminierungsfällen ans Licht gebracht.

Von den 121 blinden Umfrageteilnehmern wurden 75 zwischen April 2016 und Februar 2017 diskriminiert. Das entspricht ungefähr 60 Prozent. 57 Teilnehmern wurde der Eintritt in Restaurants verweigert, zehn durften nicht in gewerbliche Einrichtungen gehen, wie z.B. Supermärkte, neun wurden von Taxifahrern abgelehnt und neun durften in dieser Zeitperiode Unterkünfte nicht in Anspruch nehmen.

An einem Tempel hieß es: „Auch wenn das ein Blindenhund ist – ein Hund ist ein Hund.“ An einem Restaurant war es wiederum: „Es gibt Kunden, die keine Hunde mögen.“ Bei einem anderen Restaurant wurde eine über-siebzigjährige Frau zwar reingelassen, musste aber mit ihrem Hund bei winterlicher Kälte auf der Terrasse sitzen.

„Es ist vielleicht einfacher für Restaurants, Behinderte mit Assistenzhunden zu diskriminieren, weil sie die Ausrede benutzen können: ‚Hunde sind nicht erlaubt‘“, sagte Takao Shioya, Leiter von Eye Mate, einem Verein, der Blindenführhunde ausbildet.

Das neue Gesetz verbietet Unternehmern im Privatsektor die Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen. Darin wird klargemacht, dass die Leistungsverweigerung gegenüber Menschen, die einen Assistenzhund haben, diskriminierend und ungerecht ist. Es gibt aber keine Strafe für Verstöße gegen dieses Gesetz.

Menschen mit Hörhunden haben ähnliche Probleme. Die Eintrittsverweigerung in Restaurants war ebenfalls das häufigste Problem. Einige Umfrageteilnehmer wurden sogar von Krankenhäusern abgewiesen.

Verschiedene Rassen können Hörhunde sein und Leute verstehen vielleicht nicht die Rolle des Hundes für eine gehörlose Person, die im Allgemeinen nicht sichtbar behindert ist

„Unsere Hörhunde tragen orangefarbene Westen mit Zertifizierung“, erklärt Moto Arima, Vorsitzende des Vereins für Hörhunde. „Darunter sind aber kleine Rassen, so wie Chihuahuas, also werden viele von unseren Hörhunden nicht als solche erkannt.“

„Mehr Aufmerksamkeit bei den Unternehmen ist nötig. Diskriminierende Behandlung von Menschen mit Behinderungen wird nie nachlassen, bis die Gesellschaft einen reiferen Umgang mit den Umständen in Zusammenhang mit Assistenzhunden lernt.“

Im Jahre 2020 werden die Paralympischen Spiele in Tokio stattfinden. Es wird erwartet, dass viele mit Assistenzhunden zu der Zeit nach Japan reisen werden.

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