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In Saudi-Arabien wurde nach einer Berufung das Todesurteil gegen einen seh- und hörbehinderten Mann bestätigt. Munir Al-Adam, 23, ist seit einem Unfall in seiner Kindheit seh- und hörbehindert. Im Jahre 2013 wurde er verhaftet, weil er an einem politischen Protest im östlichen Teil Saudi-Arabiens teilgenommen hatte.

Nach seiner Verhaftung, soll er von der Polizei so intensiv gefoltert worden sein, dass er infolgedessen auf einem Ohr sein restliches Hörvermögen verloren hat. Laut der Menschenrechtsorganisation Reprieve sei er dann gezwungen worden, ein falsches Geständnis zu unterschreiben, das dann in einem heimlichen Gerichtsverfahren als das einzige Beweismittel gegen ihn verwendet wurde.

König Salman bin Abdulaziz Al Saud (Foto: Erin A. Kirk-Cuomo)

Nach dieser Bestätigung seines Urteils besteht jetzt die Möglichkeit, nur noch einmal Berufung einzulegen. Sollte diese scheitern, wird König Salman bin Abdulaziz Al Saud sein Todesurteil unterschreiben. Danach könnte Adam jederzeit geköpft werden, ohne dass seine Familie im Voraus davon weiß.

In den letzten Monaten wurden alle anderen Todesurteile gegen Demonstranten bei Berufungsverfahren geändert. Menschenrechtsgruppen halten die diesmalige Bestätigung für suspekt, weil sie nur kurz nach dem Besuch von US-Präsidenten Donald Trump kam.

Während seines Besuchs soll Trump sich für keine Menschenrechtsanliegen eingesetzt haben, obwohl er dazu aufgefordert wurde.  Stattdessen hat er den Waffenhandel wiederbelebt, den Barack Obama als Reaktion auf Menschenrechtsverletzungen abgebrochen hatte.

Maya Foa, Direktorin von Reprieve, sagte: „Das heutige Urteil zeigt, dass Trump, indem er Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien nicht erwähnte, das Königreich ermutigt hat, Folter und Hinrichtungen von Demonstranten fortzusetzen.“

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