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In der nordostspanischen Region Katalonien, die etwa so groß ist wie Nordrhein-Westfalen, sollen die Katalanen heute über die Loslösung von Spanien abstimmen. Die spanische Zentralregierung in Madrid versucht weiterhin, es zu verhindern. Das spanische Verfassungsgericht hat die Abstimmung bereits für unzulässig erklärt. Der Konflikt um die katalonische Unabhängigkeit spitzt sich zu. Tausende Polizisten wurden in die Region geschickt, um das Referendum zu verhindern.

Helga Stevens mit Carles Puigdemont, dem katalanischen Ministerpräsident am 24. Januar 2017

Helga Stevens, die taube Abgeordnete vom Europäischen Parlament, flog gestern Abend nach Barcelona und nimmt heute als Wahlbeobachterin am Referendum teil. Sie hofft, dass alles gut verlaufen wird. Ihre Partei Nieuw-Vlaamse Alliantie ist eine separatistische Partei, die die Unabhängigkeit Flanderns von Belgien erstrebt.

Aufgrund der historischen, sprachlichen und kulturellen Unterschiede zum übrigen Spanien sieht sich Katalonien als eine eigene Nation. Während der rechten Franco-Diktatur (1939-1975) wurde der öffentliche Gebrauch der katalanischen Sprache ab 1939 zunächst unterdrückt. Seit 1978 jedoch genießt die Region Katalonien einen verfassungsmäßig abgesicherten Autonomiestatus. Seitdem gewinnt die traditionell angestammte katalanische Sprache zunehmend an Bedeutung.

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