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Auf Jamaica stehen nicht genug Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung und Gehörlose werden gezwungen, ins Ausland zu schauen.

Frau Doktor Iris Soutar, Direktorin der Jamaica Association for the Deaf (JAD) sagte, es gebe zur Zeit nur ungefähr fünf Dolmetscherinnen auf ganz Jamaika, deren Fähigkeiten ausreichen. Sie fordert junge Leute auf, sich für eine Karriere als Dolmetscher zu entscheiden. „Wir führen ein Register für Dolmetscher und es gibt Zeiten, in denen wir nicht allen Anfragen nachkommen können.“

„Viele von den Dolmetschern haben auch andere Jobs und sie stehen nur nebenberuflich zur Verfügung, und dies stellt also jetzt eine Herausforderung für uns dar.“

„Tatsächlich zahlt sich unsere Sensibilisierungsarbeit jetzt aus und die Leute versuchen zunehmend auf die Bedürfnisse von Gehörlosen in Bezug auf Zugang zu Kommunikation zu reagieren, also versuchen sie Dolmetscherinnen bei öffentlichen Veranstaltungen anzubieten, oder bei Seminaren oder Gemeindeversammlungen, wo Feedback aus der Gemeinschaft eingeholt wird“, fügte Soutar hinzu.

Soutar sagte, der Mangel an Dolmetschern habe ihre Organisation gezwungen, Dolmetscher aus den USA in Anspruch zu nehmen, doch dies bringe weitere Probleme mit sich.

„Diese Leute kommen an und können eher Amerikanische Gebärdensprache und wir müssen sicherstellen, dass sie sich auch für einen Zeitraum von ausreichender Bedeutung in der jamaikanischen Gesellschaft eingelebt haben, damit sie die Jamaikanische Gebärdensprache erlernen“, sagte sie.

„Die Nachfrage nach mir ist groß.“

Antoinette Aiken, 29, eine Dolmetscherin mit tauben Eltern sagte, sie hoffe, dass mehr Leute sich dafür entscheiden, Dolmetscher zu werden, denn sie könne sich vor Anfragen nach ihren Diensten kaum retten.

„Die Nachfrage nach mir ist groß. In einer beliebigen Woche, kann ich dreifache Buchungen haben, und zwar in drei verschiedenen Kontexten“, erklärte Aiken. Sie dolmetscht im Parlament, für Interessengruppen, für Studierende und auch bei Veranstaltungen von Unternehmen.

„Es ist eine gute Möglichkeit, Geld zu verdienen, denn man wird pro Stunde bezahlt, was auf Jamaika sehr selten vorkommt“, sagte sie. Auf Jamaika können Dolmetscher in einer Woche bis zu 120.000 jamaikanische Dollar (ungefähr 800€) verdienen.

Gloria Goffe, Direktorin der Combined Disabilities Association sagt, obwohl die Kirche, zum Beispiel, Gebärdensprache unterrichte, sei das, was beigebracht wird, oft nicht genug, um mit der Gehörlosengemeinschaft zu kommunizieren.

„Viele von denen machen das im Kontext von der Kirche, also bringen sie einem vielleicht bei, wie man betet, wie man ‚hallelujah‘ und ‚amen‘ sagt, sie lehren vielleicht Lieder, aber bringen sie der Versammlung bei, wie man sich mit der tauben Bevölkerung verständigt?“ fragte Goffe.

Sie fuhr fort: „Die Tauben sind ein Teil der Bevölkerung und werden immer ein Teil der Bevölkerung sein. Manchmal sagen Leute, dass sie in ihrer eigenen Welt isoliert leben, doch sie leben in ihren eigenen Welt isoliert wegen uns.“

2014 hat die University of the West Indies angefangen, Jamaikanische Gebärdensprache anzubieten, doch Soutar will, dass sie noch früher angeboten wird.

„In erster Linie geht es jetzt darum, dass wir Jamaikanische Gebärdensprache als Unterrichtsfach in der Schule für Gehörlose einführen. Nachdem wir das gemeistert haben, erwarten wir, dass wir das auf alle Schule ausweiten werden“, so Soutar.

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