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Dänische Fernsehendung „Døvefilm“ für Gehörlose – ähnlich wie „Sehen statt Hören“ – stand vor dem Aus.

Døvefilm besteht seit 1963 als eine selbstverwaltete, von der Regierung finanzierte Organisation und bietet verschiedene Sendungen auf Dänischer Gebärdensprache an. Im Haushaltsentwurf von dänischer Regierung für das Jahr 2018 kam die staatliche Finanzierung vom Døvefilm plötzlich nicht mehr vor. Deutsche Gehörlosenzeitung hat auch über die geplante Streichung berichtet.

Nach monatelangen Protesten unter dem Hashtag #bevardøvefilm seit Anfang September hat sich das dänische Parlament Folketing in ihrem Haushaltsbeschluss darauf geeinigt, den Døvefilm weiterhin zu finanzieren. Die dänische Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen und Dänische Volkspartei einigten sich heute darauf, fürs nächste Jahr den Zuschuss für Døvefilm in Höhe von 7,1 Millionen Kronen (ca. 950.000 Euro) unverändert beizubehalten.

Lars Knudsen, der Präsident vom Dänischen Gehörlosenbund, bedankt sich für gute Zusammenarbeit bei drei Oppositionsparteien: Dänische Volkspartei (rechtspopulistisch), Einheitsliste (sozialistisch, linksalternativ) und Sozialdemokraten (sozialdemokratisch).

Allerdings wird das Budget jährlich gekürzt. Fürs übernächste Jahr 2019 erhält Døvefilm 7 Millionen Kronen vom Staat. Im Jahr 2020 dann 6,8 Millionen Kronen. Und im Jahr 2021 nochmal 100.000 Kronen weniger.

In Dänemark verhelfen die Rechtspopulisten der konservativ-liberalen Regierungen als permanenter Partner zu ihren Mehrheiten. In Norwegen, Schweden und Dänemark sind Minderheitsregierungen nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

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