Anzeige
0
0
Colin Allen, der Präsident des Weltverbandes der Gehörlosen (WFD)

Deutscher Gehörlosen-Bund e.V. hat eine Pressemitteilung zu seiner Teilnahme an der 3. Internationalen Konferenz des Weltverbandes der Gehörlosen (WFD), vom 8.-10. November 2017 in Budapest (Ungarn) veröffentlicht. Insgesamt nahmen an der Konferenz unter dem Motto „Volle Inklusion mit Gebärdensprache“ etwa 650 Personen aus 83 verschiedenen Ländern teil. Alle Vorträge wurden in International Sign (IS), ungarische Gebärdensprache (HSL) sowie in englische und ungarische Lautsprache übersetzt. Der ungarische Gehörlosen- und Schwerhörigenverband SINOSZ übernahm die Organisation in diesem Jahr und arbeitete eng mit dem WFD zusammen.

Helmut Vogel (Präsident), Marietta Schuhmacher (1. Vizepräsidentin) und Daniel Büter (Referent für politische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit) waren dabei. Büter hat einen ausführlichen Bericht veröffentlicht.

Colin Allen (WFD-Präsident), Liz Scott Gibson (Dolmetscherin), Viktor Orbán (Ungarischer Ministerpräsident) und Ádám Kósa (Konferenzorganisator und Mitglied des Europäischen Parlaments)

Für den Deutschen Gehörlosen-Bund war der überraschende Besuch des ungarischen Premierministers Viktor Orbán der absolute Höhepunkt der Konferenz. Er hielt eine umwerfende Rede für die Gehörlosengemeinschaft. Er betonte, dass es für kleine Sprachgemeinschaften, wie die ungarische Gemeinschaft und die gebärdensprachlichen Gemeinschaften, besonders wichtig ist, für die Rechte auf ihre eigenen Sprachen zu kämpfen: „Wir sind eine Nation, ein Drittel davon lebt außerhalb der Grenzen unseres Landes in Minderheiten und sie kämpfen Tag für Tag darum, ihre eigene Sprache zu verwenden.“

Das vereine die ungarische Bevölkerung mit der Gebärdensprachgemeinschaft. Des Weiteren hieß er alle Gehörlosen besonders willkommen in dem Land Ungarn, das als erstes Land die UN-Behindertenrechtskonvention und sein Fakultativprotokoll unterzeichnet und ratifiziert hat, und somit einen großen Beitrag für die Durchsetzung der Rechte gehörloser Menschen leistete. Die ungarische Regierung unterstütze weiterhin die Initiative des WFD, welcher einen Welttag der Gebärdensprachen durchsetzen möchte.

Es ist seltsam, dass die Gebärdensprachgemeinschaft so eine große Unterstützung von einem einflussreichen Politiker erhält, der in der internationalen Kritik steht. Die Pressefreiheit wurde durch die Bestimmungen des neuen, bereits in Kraft getretenen Mediengesetzes stark eingeschränkt. Im Oktober 2014 berichtete Der Spiegel nach Recherchen, dass die öffentlich-rechtlichen Medien in Ungarn praktisch „gleichgeschaltet“ seien.

Hier ist der komplette Bericht vom Deutschen Gehörlosen-Bund e.V. nachzulesen.

Drucken