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Wohin muss das Wilhelm-Mertens-Haus umziehen? Der Förderverein der Gehörlosen der neuen Bundesländer e.V. hat auf seiner Informationsveranstaltung am 13. Dezember 2017 zwei Möglichkeiten bekannt gegeben: Neu-Höhenschönhausen oder Friedrichstraße!

Es besteht die Möglichkeit, in die ehemalige Räumlichkeit von Allianz an der Zingster Straße im Nordwesten von Berlin zu ziehen. Die Räumlichkeit im Ostseeviertel in Neu-Hohenschönhausen liegt ungefähr 10 Gehminuten vom Bahnhof Hohenschönhausen entfernt. Die Fahrt vom Berliner Zentrum bis nach Zingster Straße dauert ungefähr 40 Minuten.

Zingster Straße in Neu-Hohenschönhausen

In Höhenschönhausen wurde auch Wilhelm Mertens, der Namensgeber des Zentrums, im Jahr 1960 beigesetzt.

Die andere Möglichkeit wäre der Umzug zum Gehörlosenzentrum an der Friedrichstraße. Die Beziehung zwischen den Ostberliner und Westberliner ist seit der politischen Wende nicht besonders harmonisch verlaufen. Der Umzug vom Wilhelm-Mertens-Haus zum Gehörlosenzentrum in Kreuzberg kann als „Wiedervereinigung“ bezeichnet werden, auch wenn diese Bezeichnung nicht ganz passend ist, denn das Wilhelm-Mertens-Haus wurde in Ostberlin aufgebaut und war schon immer eigenständig. Die Gemeinschaft tauber Menschen in Berlin bleibt aufgrund der unterschiedlicher Vereinsstruktur heute noch gespaltet. Die „Wiedervereinigung“ nach der politischen Wende fand nicht statt.

Thomas Zander vom Gehörlosenverband Berlin e.V. engagiert sich zur Zeit für die Weiterentwicklung vom Kreuzberger Gehörlosenzentrum zusammen mit diversen Vereinen und Gruppen und ist zum Informationsabend vom Förderverein am 13. Dezember gekommen. Das Gehörlosenzentrum an der Friedrichstraße ist sehr offen gegenüber der gemeinsamen Zukunftsgestaltung und macht auch stark Werbung dafür. Zander meinte, dass die tauben Menschen in Berlin davon profitieren würden.

Umzug nach Kreuzberg kann aber auch Einschränkungen für den Förderverein bedeuten. Wer wird der „Hausherr“ über den großen Saal „Eduard-Fürstenberg-Saal“? Muss der Förderverein immer mit anderen Vereinen über die Raumnutzung abstimmen? Der Förderverein verfügt auch über viele Mitarbeitskräfte und benötigt viel Platz. Viele Fragen müssen geklärt werden.

Der Förderverein will und muss noch bald entscheiden, wohin das Wilhelm-Mertens-Haus umziehen soll: Allein und unabhängig in Hohenschönhausen – weit weg von der zentralen Lage Berlins – oder gemeinsam mit unzähligen Vereinen in Kreuzberg.

Der Gehörlosenverband Berlin veranstaltet am 23. Januar 2018 einen Kofo-Abend über die Zukunft vom Gehörlosenzentrum an der Friedrichstraße, wo bestimmt die Entscheidung vom Förderverein bekannt gegeben wird.

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