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Der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Tobias Moser ist Professor an der Universitätsmedizin in Göttingen und erforscht das Hören. Seine Arbeiten haben Pioniercharakter. Sein Hauptinteresse gilt den Haarsinneszellen im Innenohr. Seine Arbeitsgruppe verfolgt ein ehrgeiziges Ziel. Sie wollen, dass Cochlea-Implantat-Träger Licht hören können.

Anstatt mit elektrischer Energie wie im herkömmlichen elektrischen Cochlea-Implantat werden die Hörnerven im optischen Cochlea-Implantat mit Licht gereizt. Dazu müssen die Hörnerven lichtempfindlich werden. CI-Träger könnten dann den in Lichtenergie umgewandelten Schall hören. Licht hat den Vorteil, Nervenzellen im Innenohr genauer zu stimulieren und damit die Klangqualität zu verbessern.

Prof. Dr. Moser hat ein neues, aktives und neurobiologisch wie medizinisch gleichermaßen bedeutsames Forschungsfeld begründet. Seine Ansätze wurden bereits im Jahr 2015 mit dem mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft gewürdigt.

Preisverleihung in Hannover

Nun ist der 49-jährige Neurowissenschaftler am 30. November 2017 in Hannover mit dem Niedersächsischen Wissenschaftspreis ausgezeichnet worden. Er hält den mit 25.000 Euro dotierten Preis als herausragender Wissenschaftler.

Björn Thümler, der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur

„Wir ehren mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen herausragende Persönlichkeiten, die nicht nur durch hervorragende Leistungen in Forschung, Lehre oder Studium, sondern auch durch ihr Engagement für ihr Fach und ihre Hochschule überzeugt haben. Die Auswahl der diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger spiegelt die Qualität des Hochschulstandortes Niedersachsen wider“, sagte Björn Thümler, der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur.

Der aus Görlitz stammende Wissenschaftler testet die neue Methode des optisch stimulierten Cochlea-Implantats an Affen: „Weißbüscheläffchen sind ideal, weil sie sehr gut kommunizieren und vokalisieren können. Sie erhalten ein Implantat und wir beobachten dann das Verhalten und sehen, ob sie später mit dem elektrischen und später optischen Implantat besser hören und auch kommunizieren können als mit anderen. Wir müssen auch wissen, ob die Nervenzellen durch den Einsatz keinen Schaden nehmen.“

Tobias Moser freut sich über den Preis. „Er ist eine wichtige Anerkennung meiner Arbeit für den Göttinger Campus und bedeutet mir als Landespreis viel“, erklärt er gegenüber der Sächsischen Zeitung.

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