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Ein taubes, sechsjähriges Mädchen aus Swindon, England, wird vielleicht nach Hollywood reisen, weil der Film, in der sie die Hauptdarstellerin ist, in die engere Auswahlliste für die Oscars gezogen wurde.

Der 20-minütige kurze Film heißt „The Silent Child“ – ins Deutsche übersetzt: „Das stille Kind“ – und wurde schon von Kritikern gelobt und bei internationalen Filmfestival mit Preisen ausgezeichnet.

Er ist jetzt einer von zehn Filmen in der Kategorie „Best Live Action Short“. Später im Januar werden die fünf nominierten Filme ernannt, unter denen einer bei den Oscars gewinnen wird.

Im Film stellt Maisie Sly ein taubes Mädchen namens Libby dar, das in einer Welt ohne Kommunikation verweilt, bis eine Sozialarbeiterin Gebärdensprache in ihr Leben bringt. Mit der Fähigkeit, sich zu verständigen, stellen ihre mittelständischen Eltern fest, dass sie nicht das Sorgenkind ist, für das sie sie gehalten haben.

Maisie und ihre Eltern, die auch taub sind, sind schon einmal nach America gereist, um das Rhode Island International Film Festival zu besuchen. Da hat „The Silent Child“ in der Kategorie „Best Live Action Short“ gewonnen.

Gilson Sly, Maisies Vater, sagte: „Maisie ist über die mögliche Oscar-Nominierung sehr erfreut. Es ist eine wunderbare Reise, die wir als Familie gemacht haben. Sie hofft auf eine weitere Reise nach Amerika.“

Die Drehbuchautorin Rachel Shenton, die schon für ihre Rollen in der britischen Seifenoper „Hollyoaks“ und der US-amerikanische Serie „Switched at Birth“ bekannt ist, ist selbst mit einem gehörlosen Vater aufgewachsen.

„Da man Taubheit nicht sehen kann und sie nicht lebensbedrohlich ist, ist es Leuten schwer verständlich, dass Taubheit keine Lernbehinderung ist“, sagte Shenton.

Rachel Shenton fuhr fort: „Wir kontaktierten jeden Gehörlosenverband, um eine Schauspielerin zu finden und sobald die kleine Maisie in den Raum kam, wussten wir, dass sie es sein musste. Sie ist so zuversichtlich in ihrer Taubheit.“

Maisies Vater sagte: „Ich liebe es, wenn wir ihr über die Botschaft des Filmes erzählen, und sie einfach sagt ‚Natürlich kann ich alles machen!‘“

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