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Nach neuesten Forschungen sind Neugeborene genauso bereit, Gebärdensprachen zu lernen wie Lautsprachen und können zwischen sprachlichen und nichtsprachlichen Signalen unterscheiden.

Während der Studie hat Rain Bosworth von der University of California, San Diego, Eye-Tracking verwendet, um festzustellen, wohin die sechsmonatigen und einjährigen Teilnehmer ihre Aufmerksamkeit richten. Die Teilnehmer hatten bis dahin keine Gebärdensprache gesehen und waren also nicht auf diese Modalität speziell vorbereitet.

Bisher wurde viel über die Fähigkeiten von Kleinkindern geforscht, sich auf eine Lautsprache zu fokussieren und von nichtsprachlichen Signalen zu unterscheiden. Klar ist schon seit langem das die Gehirne von Kindern gut vorbereitet sind, sich auf Lautsprachen zu konzentrieren, um sie zu lernen, doch es war unklar, ob dies auch für Gebärdensprachen der Fall ist.

In der Studie, die beim jährlichen Treffen der American Association for the Advancement of Science (AAAS) vorgestellt wurde, wurde den teilnehmenden Kindern ein Video vorgespielt, in dem eine Frau sowohl gebärdet als auch nichtsprachliche Bewegungen der Selbstpflege macht, so wie die Haare hinter die Ohren streichen. Die Ergebnisse des Eye-Trackings zeigten, dass die Sechsjährigen den Gebärden 20 Prozent mehr Aufmerksamkeit schenkten als die Einjährigen.

Die Blickrichtung der Kinder wurde auch beobachtet, während jemand Wörter mit dem Fingeralphabet entweder sauber oder schlampig buchstabierte. Hier bevorzugten die Sechsmonatigen sauberes Fingern, wohingegen den Einjährigen der Unterschied zwischen den beiden Stilen nichts ausmachte.

Die Ergebnisse von dieser Studie stehen im Einklang mit dem, was bereits über die Art und Weise bekannt war, wie Kinder Lautsprachen lernen. Sehr junge Babys sind bereit, sich auf die Sprache zu konzentrieren, die ihre Muttersprache sein wird. Sie unterscheiden schnell zwischen Sprache (ob Laut- oder Gebärdensprache) und Nichtsprache. Schon im Alter von einem Jahr ist dieses Zeitfenster anscheinend vorbei.

Die Wissenschaftler sagen, dass es bei gehörlosen Kindern mit hörenden Eltern zu einer Entwicklungsverzögerung führen kann, weil sie dieser Aufnahme von Sprache sehr früh brauchen. Da ungefähr 95% der Gehörlosen hörende Eltern haben, ist das Ausmaß dieses Problems groß.

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