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Hamburg (ots) – In vielen Unternehmen in Deutschland bremsen gesetzliche Vorgaben die Einstellung von behinderten Menschen. Das größte Problem sehen 57 Prozent der befragten Führungskräfte in einer individuellen und behindertengerechten Umgestaltung des Arbeitsplatzes. Aber auch rechtliche Aspekte wie der Kündigungsschutz, die Freistellung von Mehrarbeit oder der Anspruch auf Zusatzurlaub werden von etwa 40 Prozent der Führungskräfte als bürokratische Hürden für die Inklusion von behinderten, chronisch kranken oder dauerhaft gesundheitlich eingeschränkten Mitarbeitern wahrgenommen. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter Führungskräften zum Thema „Inklusion in Unternehmen“, die im Auftrag des Medizinprodukte-Herstellers Coloplast GmbH in Kooperation mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung durchgeführt wurde. Befragt wurden rund 530 Führungskräfte – branchenübergreifend – aus Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern.

Für die Befragung „Inklusion in Unternehmen“ wurden 527 Führungskräfte aus Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern befragt. Die Befragten sind Mitglieder des Vorstands und der Geschäftsführung sowie Leiter von Fachabteilungen und stammen aus Unternehmen aller Branchen. Für Konzeption und Auswertung der Umfrage hat Coloplast GmbH mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung als neutralen wissenschaftlichen Partner zusammengearbeitet. Die Befragung wurde online über das Marktforschungsinstitut mo’web durchgeführt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet.

Inklusion am Arbeitsplatz scheitert oft an zu großen bürokratischen Hürden. (obs/Coloplast GmbH)

Vor allem größere Firmen geben an, dass sie aufgrund der bürokratischen Vorschriften in Zukunft keine Mitarbeiter mit Behinderung oder chronischer Erkrankung einstellen werden. Jede dritte Führungskraft aus Unternehmen mit 500 bis 1000 Mitarbeitern schätzen die bürokratischen Hürden als unüberwindbar ein. Entsprechend wünschen sich zwei Drittel der befragten Führungskräfte weniger gesetzliche Verpflichtungen. Aufklärungsarbeit und andere Unterstützung von öffentlichen Stellen sehen 60 Prozent als größte Stellschraube, um mehr Behinderte in Beschäftigung zu bringen. Aber auch bessere finanzielle Anreize sind für 57 Prozent ein notwendiger Baustein zur Integration.

„Acht von zehn deutschen Unternehmen beschäftigen bereits Menschen mit Behinderungen und die Umfrage zeigt, dass aus Sicht der Führungskräfte das Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist“, Henning Reichardt, Geschäftsführer von Coloplast. „Sie sehen die Verantwortung für die Inklusion in Unternehmen gleichermaßen bei Arbeitgeber, Politik und Krankenkassen und wünschen sich bessere Rahmenbedingungen – wie weniger Vorgaben und mehr Unterstützung durch Politik und Verwaltung.“ Insgesamt 96 Prozent der Befragten rufen nach Hilfe und wünschen sich Unterstützung. Dafür zuständig ist das Unternehmen selber, sagen 64 Prozent der Befragten. Gleich viele glauben jedoch, die Politik sei vor allem in der Verantwortung dafür, dass auch behinderte Menschen uneingeschränkt am Arbeitsleben teilnehmen können. 63 Prozent sehen in Krankenkassen die Verantwortlichen für dieses Thema.

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