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Alljährlich wird am 5. Mai der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung begangen. Auch der baden-württembergische Landesverband der Gehörlosen unterstützt diesen Tag und ruft die Menschen auf, sich an diesem zu beteiligen.
„Noch sind wir weit von echter Gleichstellung entfernt“, erklärt der Landesvorsitzende Wolfgang Reiner. „Und solange dies so ist, brauchen wir solche Aktionstage, wie den 5. Mai. Wir alle stoßen immer wieder auf Barrieren. Und wir stoßen auf unterschiedliche Barrieren. Deshalb ist es uns wichtig, die ganze Bevölkerung zu sensibilisieren und auf unsere Barrieren hinzuweisen. Denn nur dann kann man sie abbauen.“
In diesem Jahr läuft der Protesttag unter dem Slogan „Inklusion von Anfang an“. Für Wolfgang Reiner ist dies ein Satz voller Bedeutung: „Dieser kleine Satz klingt so simpel und ist doch so unglaublich wichtig. Denn je früher Inklusion beginnt, umso einfacher ist sie. Sie stellt her, was wir sind oder, genauer gesagt, was wir sein sollten: eine Gesellschaft. Eine solidarische Gesellschaft, in der wir gemeinsam unsere Träume verwirklichen können.“
Für die Gehörlosen bedeutet dieser Satz, dass man die Gebärdensprache stärkt, von Anfang an. „Die Deutsche Gebärdensprache ist unsere Muttersprache. Mit der UN-Behindertenrechtskonvention und dem Bundesteilhabegesetz wurden unsere Rechte zwar formal gestärkt, doch in der alltäglichen Umsetzung hapert es noch gewaltig. Für unsere gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft sind wir in weiten Teilen auf Dolmetscher angewiesen. Auch in Baden-Württemberg machen wir uns dafür stark, unser Recht auf Kommunikation auch frei einsetzen zu können. Ich könnte mir beispielsweise ein Modell vorstellen, indem jeder Gehörlose ein Kontingent von 15 Dolmetscher-Stunden pro Monat zur Verfügung bekommt und sie für die Anlässe einsetzen kann, für die er oder sie es möchte. Das wäre mal ein zukunftsweisendes Konzept, dass den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, erläutert Wolfgang Reiner.
Gemeinsam werde man am 5. Mai auf die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung hinweisen und klarmachen, wenn Barrieren abgebaut werden, nützt dies am Ende allen Menschen.

Zum 5. Mai:
Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung finde jährlich am 5. Mai statt. Er wurde 1992 von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) ins Leben gerufen.
Im Aktionszeitraum vom 28.4. bis zum 13.5. finden im ganzen Land verschiedene Aktionen statt. Alle Aktionen gibt es hier: https://www.aktion-mensch.de/aktionstag-5-mai/aktionsfinder.html
Auch örtliche Gehörlosenverein beteiligen sich an den Aktionen. Wie etwa beim Aktionstag Inklusion, am 5. Mai, auf dem Platz der Alten Synagoge in Freiburg der den ganzen Tag von Gebärdensprachdolmetschern gedolmetscht wird.
Siehe hier: https://www.freiburg.de/pb/,Lde/1243621.html

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