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Und Einstein streckt die Zunge raus

Dr. Ingo Barth

Ein "zirkular polarisierter Puls" - können Sie sich darunter etwas vorstellen? Natürlich nicht, das ist Fachchinesisch aus der Theoretischen Physik, dem Fachgebiet von Dr. Ingo Barth. Sicher hätte sich auch keiner der ollen Oralisten vorstellen können, dass ein in dritter Generation taub Geborener solche Begriffe benutzt, auf Deutsch, Englisch und in DGS. DGS ist nicht nur gut für Namensgebärden wie die rausgestreckte Zunge für Einstein. Alle wissenschaftlichen Referate hält Ingo Barth in DGS. Das Fachvokabular hat er selbst erweitert, um ca. 500 Begriffe. Wissenschaft und DGS sind also absolut kein Widerspruch! - Wie müsste die Bildung Gehörloser erst geradezu explodieren, wenn Ingos Traum von der European DeafUniversity verwirklicht würde!

Die Zeitschrift Leibniz - Journal der Leibniz-Gesellschaft hat ein Porträt von Dr. Ingo Barth veröffentlicht:

Ein erfülltes Leben trotz Usher-Syndrom - Gespräch mit Sabine Reinhard

Sabine Reinhard

Für die schweizerische Gehörlosenzeitschrift visuell plus hat der bekannte Filmemacher Phil Dänzer ein Gespräch mit Sabine Reinhard geführt. Sabine ist Usher-Betroffene, d.h. sie ist gehörlos und stark sehbehindert. Für die meisten Gehörlosen eine Horrorvorstellung. Taub - na, da kann man noch sagen: "Taub, na und" oder sogar "I am proud to be deaf" (ich bin stolz, taub zu sein). Aber zusätzlich noch stark sehbehindert oder gar blind? Kann man sich da nicht gleich einen Strick nehmen? Glücklicherweise gibt es Menschen, die das Gegenteil beweisen, dass nämlich auch mit dem Usher-Syndrom das Leben lebenswert sein kann - wie z.B. Sabine Reinhard. Trotz Usher ist sie eine lebenslustige, reisefreudige und aktive junge Frau. Ihr Interview kann Betroffenen Mut machen und Nicht-Betroffenen die Scheu nehmen vor dem Kontakt mit Hör-Sehbehinderten.

Sex Life InSight

Life InSight

Dr. Herman Nilson arbeitet als freier Journalist - unter anderem für das Gehörlosenmagazin "Life InSight". Er will einen Artikel über das "Sexualleben von Gehörlosen" schreiben. Daher sucht er Gehörlose, die bereit wären, sich dazu zu äußern (natürlich anonym, außer man will genannt werden).

Er möchte gerne wissen, wie es ist, wenn man beim Sex nichts hört - welche Unterschiede es gibt, wie man kommuniziert etc. Wer wäre bereit, sich zu diesem Thema zu äußern?

Bitte melden unter textgeber@textgeber.com

Interview mit Roberto E. Wirth

Roberto E. Wirth

Roberto E. Wirth ist weltweit der einzige gehörlose 5-Sterne-Hotel-Manager. Er besitzt und leitet das Luxushotel Hassler in Rom. Über ihn haben u.a. 3sat und Sehen statt Hören berichtet. Erstaunlich ist nicht nur seine Karriere, sondern auch sein Bekenntnis: Ich arbeite in der "hörenden Welt", aber der Rest meines Lebens und "meine Heimat" sind die gehörlose Welt. Das können sicherlich viele Gehörlose unterschreiben.

Judit Nothdurft hat Roberto in Rom besucht, mit ihm auf der Dachterrasse seines Hotels gesessen und sich mit ihm unterhalten. Lesen Sie ihr

Interview mit Roberto E. Wirth

4. Contergantreffen für GL/SH

4. Contergantreffen für GL/SH

Walter Glaser lädt zum 4. Contergantreffen für Gehörlose und Schwerhörige am Samstag, den 12. November 2011 ab 14.00 Uhr in das Gehörlosenzentrum Stuttgart ein.

Dr. med. Christina Ding-Greiner (hd) von der Uni Heidelberg wird ihre Arbeit vorstellen und anschliessend für Fragen/Antworten zur Verfügung stehen. Eine Gebärdensprachdolmetscherin wird den Vortrag in die Gebärdensprache übersetzen.

Der Anmeldeschluß wurde verlängert: 6. November 2011

Ich bin hörbehindert, na und?

Peter Dieler

KOFO in Dortmund: "Ich bin hörbehindert, na und?" mit Gebärdensprach- und Schriftdolmetscher, ein Vortrag für gehörlose, schwerhörige, ertaubte oder hörende Menschen.

wann:     19. Oktober 2011, 17.00 Uhr,
wo:         Zentrum für Gehörlosenkultur e.V., Veranstaltungshalle, Huckarderstr. 2-8, 44147 Dortmund

In dem Vortrag geht es um die Akzeptanz, anders zu sein, als andere es erwarten. Wer ist schon "gerne" behindert?  Welche Form der Akzeptanz für die Hörbehinderung ist sinnvoll? Und wie schaffe ich es mich zu akzeptieren? Jeder kann lernen, gerne so zu sein, wie er ist.
Der Referent Peter Dieler stellt dar, wie hörbehinderte Menschen ein gutes Selbstbewusstsein erreichen können und wie sich so der Kreis zwischen Akzeptanz und Umgang mit der Behinderung schließt.
"Ich bin hörbehindert, na und?" - nicht trotzig, sondern klar und deutlich, vielleicht besser: "Ich bin hörbehindert - und wo ist das Problem?"
Zur Person: Peter Dieler, schwerhörig seit früher Kindheit, Jahrgang 1972, arbeitet derzeit als Audiotherapeut im HELIOS Rehazentrum Bad Berleburg, Baumrainklinik, Fachklinik für Orthopädie/Traumatologie, Hörstörung, Tinnitus und Schwindel sowie Innere Medizin.
Bei Interesse bitte anmelden unter: Fax: 0231 91 30 02 – 33 oder allgemeine.beratung@zfg-dortmund.de

Aufruf des Bundeselternverbands gehörloser Kinder

Bundeselternverband

Yvonne Opitz, Vorstandsmitglied im Bundeselternverband gehörloser Kinder, selbst schwerhörig, Mutter hörgeschädigter Kinder und Hörgeschädigtenlehrerin, schreibt im Auftrag des Bundeselternverbands:

"Können Sie sich noch daran erinnern? Sie bekamen die Diagnose „Hörschädigung“ für Ihr Kind. Sofort gingen einem die Gedanken durch den Kopf: „Was nun? Wohin?“ Oft bekamen Sie dann einen Zettel mit „Anlaufstellen“ in die Hand gedrückt und hofften, dass alles gut wird.
Leider zeigen uns die Erfahrungsberichte betroffener Eltern oft, dass viele Hürden zu überwinden sind. Die Beratungsstellen, Dienstleister stehen oft nicht „beratend“ zur Seite. Man fühlt sich hin- und hergeschoben zwischen den Institutionen, die nicht selten bevormundend auf die Eltern einwirken. Denn die Eltern müssen mit einer einschneidenden Situation fertig werden, ein Feld „Hörschädigung“ betreten, das für die meisten Eltern vollkommen neu ist. Auf Sorgen und Wünsche der Eltern bezüglich ihrer Kinder wird nicht immer ausreichend eingegangen und dann tritt das ein, was es zu vermeiden gilt:

Man fühlt sich überfordert und allein gelassen!

Damit das immer weniger Eltern passiert, möchten wir Sie im Sinne von „Eltern helfen Eltern“ bitten, Ihre positiven Erfahrungen mit Dienstleistern (= Beratungsstellen, Ärzten, Logopäden, Krankenhäusern und Akustikern) mitzuteilen..."

Der Elternverband gehörloser Kinder nimmt einen "zweiten Anlauf" und hat den Aufruf noch einmal aktualisiert:

Gehörlose im Behindertenbeirat

Behindertenbeirat Kempten

Am 14.07.2011 wurden Monika Proksch und Bernd Semmelmann in den Behindertenbeirat der Stadt Kempten gewählt. Beide sind gehörlos und wünschen sich einen Erfahrungsaustausch mit anderen Gehörlosen, die bereits im Behindertenbeirat tätig sind.

Wer Interesse hat, kann sich bei Bernd Semmelmann melden: behindertenbeirat.ke.dgs@googlemail.com

26. CODA International Konferenz „COberlinDA“ in Berlin

COberlinDA
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CODA International Inc. lädt herzlich alle erwachsenen, hörenden Kinder gehörloser Eltern zur 26. Coda-Konferenz ein, die dieses Jahr in Berlin stattfindet. In der Zeit vom 28. bis 31. Juli 2011 treffen Codas aus der ganzen Welt erstmalig in Deutschland im pentahotel Köpenick zusammen, um sich auszutauschen, zu feiern und alte und neue Freunde zu treffen.

 Noch gut 25 Tage bis zur ersten CODA-Konferenz in Deutschland!

Es gibt schon über 120 Anmeldungen aus aller Welt! Es haben sich bisher Coda aus über 15 Ländern und 5(!!) Kontinenten angemeldet! Also worauf noch warten und diese Chance verpassen? Komm zu COberlinDA und triff Coda aus allen Ecken dieses Planeten!


Nähere Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie unter www.coberlinda.com
 
 

Schreien nützt nichts

Schreien nützt nichts

Das ist der Titel des Buches von Helene Jarmer, das soeben erschienen ist. Am 8. April wird sie es in Wien präsentieren.

Helene Jarmer hat einen Sitz im österreichischen Nationalrat und ist die erste gehörlose Abgeordnete im deutschsprachigen Raum. Die nicht nur positiven Reaktionen auf ihre Nominierung zeigen, dass noch viel für die Gleichberechtigung behinderter Menschen und gegen Diskriminierung getan werden muss. Helene Jarmers verlor zweijährig bei einem Autounfall das Gehör. Ihre Eltern förderten sie umfassend und ermöglichten ihre Ausbildung an der Höheren Technischen Lehranstalt wie auch ihr Pädagogikstudium an der Universität Wien - für behinderte Menschen ein hürdenreicher Weg. Als Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes und als Behindertensprecherin der Grünen im Parlament setzt sie sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein. Und sie wird gehört – ihre politischen Erfolge beweisen es!

Eine Leseprobe finden Sie hier: Schreien nützt nichts

 Auf YouTube stellt Helene sich und ihr Buch vor: Helene Jarmer - "Schreien nützt nichts"

3. Contergantreffen für GL/SH

3. Contergantreffen für GL/SH

Irene Rogg lädt zum 3. Contergantreffen für Gehörlose und Schwerhörige am Samstag, 25. Juni 2011 ab 14 Uhr in das Hotel-Restaurant „Deutschenbaur“ in Schwabmünchen bei Augsburg ein.

Anmeldung per Mail: irene.rogg@web.de oder Fax: 08232 / 74643
Bitte leitet die Info an gehörlose/schwerhörige Contergan-Freunde weiter.

Phantasie an die Macht – Politik im Künstlerplakat

HOPE

Ankündigung einer Veranstaltung mit StudentInnen des Seminars von Simon Kollien „Aspekte zur psychosozialen Situation Gehörloser“ im Institut für Deutsche Gebärdensprache, Universität Hamburg, in Zusammenarbeit mit Martina Bergmann, Museumspädagogischer Dienst für Gehörlose & Schwerhörige in Hamburg:

Es gibt eine aktuelle Sonderausstellung im Museum für Kunst & Gewerbe, Steintorplatz, 20099 Hamburg (nähe Hauptbahnhof | ZOB):

Phantasie an die Macht – Politik im Künstlerplakat
180 Plakate berühmter Künstler erzählen die Geschichte der großen Protestbewegungen für Menschenrechte, Freiheit, Gleichheit und Toleranz der letzten 60 Jahre.

Martina Bergmann und Simon Kollien wollen zusammen mit den StudentInnen die Ausstellung am Donnerstag, den 19. Mai 2011 ab 18.45 Uhr besuchen. Ziel des Besuchs ist der Austausch von Erfahrungen von Gehörlosen mit Diskriminierungsformen und Emanzipation in Deutschland. Dazu sind auch Gehörlose herzlich willkommen, teilzunehmen und sich mit den StudentInnen über ihre Erfahrungen auszutauschen. Martina Bergmann wird zuerst kurz durch die Ausstellung führen. Dann werden die StudentInnen sich mit den Gerhörlosen über ihre Erfahrungen mit Diskriminierungsformen austauschen. Die StudentInnen können alle auf Basisniveau gebärden, es sind auch zusätzlich Dolmetscherinnen dabei.

Damit die Gruppe nicht zu groß wird, wird um Anmeldung gebeten bei Simon Kollien unter der Mailadresse:
Simon.Kollien@sign-lang.uni-hamburg.de (auch für Fragen!).

Misshandlung gehörloser Kinder

Annäherungstreffen zwischen Schwester M. Andrea aus der Ordensleitung und Barbara Schumacher, einer ehemaligen Betroffenen

Misshandlungen von Heimkindern waren in früheren Jahren nicht selten. Das traf auch für gehörlose Kinder zu, und auch Ordensschwestern waren oft nicht gerade zimperlich. Ehemalige Schüler werden diese schlimmen Erinnerungen nicht los. Aber sie möchten, dass die Vorfälle bereinigt werden. Von einem Treffen Betroffener mit Verantwortlichen der Heime berichtet Sylke Heinrich:

Es wurde schon im vergangenen Jahr über die Misshandlungen gehörloser Kinder berichtet (Taubenschlag vom Juni 2010). Nun kann inzwischen weiteres berichtet werden:

Nach einigen kleinen Annäherungstreffen zwischen Schwester M. Andrea aus der Ordensleitung und Barbara Schumacher, einer ehemaligen Betroffenen, fand am 19. Februar 2011 ein offizielles großes Treffen in Osnabrück statt, um dem Geschehenen Raum zu geben. Bei diesem Treffen waren neben der Caritas (Träger des Heimes) ehemalige und jetzige Schwestern und sogar Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Osnabrück, anwesend.

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DIE SPRECHENDEN HÄNDE - MITTENDRIN

Lutz und Klasse

Nicht gerade üblich, aber umso vorbildlicher, wenn eine hörende Lehrerin einen Gehörlosen zur Verbesserung der Kommunikation um Hilfe bittet, wie Frau Collin aus Güstrow es getan hat (s.u.). Das allein lässt schon das Herz von Tauben und Taubenschlägern höher schlagen. Unsere Freude wurde nur noch dadurch gesteigert, dass unser Aufruf eine so durchschlagende Wirkung hatte. Lutz Pepping schreibt:

An einem Morgen im Internat der California School for the Deaf (CSD) in Fremont (USA) las ich, wie gewöhnlich, immer zuerst im Internet taubenschlag.de, was sich in unserer Welt der Gehörlosen und Schwerhörigen bewegt und fand einen interessanten Beitrag. Die Lehrerin Silvia Collin schrieb, dass ihre Klasse und sie für die Fahrt nach Schwerin einen gehörlosen, gebärdensprachigen, männlichen (!) Betreuer suchten.

Lutz ist mitgefahren, und alle Beteiligten waren hellauf begeistert. Lesen Sie Lutz' Bericht:

Mayday über Saragossa

Dieter Kallbach

Der DIXIEBAHNHOF, ein gemeinnütziger Kulturverein in Dresden, lädt am 09.04 zu einer interessanten Veranstaltung incl. Gebärdensprachdolmetscher ein:

Heinz Dieter Kallbach - Deutschlands dienstältester Flugkapitän, ehemaliger Chefpilot der Interflug. 50 Jahre Erfahrung im Cockpit - da gibt es viel zu erzählen. Wussten Sie, was so alles bei Solidaritätsflügen passierten konnte und wie man zu DDR Zeiten lebte, wenn man tagtäglich das Land verlassen konnte? Die Landung auf dem Acker bei Stölln mit einer ausgemusterten IL 62 ist ein fliegerisches Meisterstück. Der Versuch einer Flugzeugentführung ist auch ein Höhepunkt in einem Fliegerleben. Heinz Dieter Kallbach hat alles dies zu einem Buch verarbeitet, welches in einer spannenden Lesung mit verteilten Rollen, Bildberichten und Livediskusionen präsentiert wird.

Heinz Dieter Kallbach - Mayday über Saragossa

PS: Am 23.11.2011 gibt es einen Diavortrag mit Gebärdenübersetzung "Reise ans Ende der Welt-Antarktis".
 

Otto Friedrich Kruse (1801-1880) zum 210. Geburtstag

Otto Friedrich Kruse

Am 29. März 2011, also vor 210 Jahren, wurde Otto Friedrich Kruse in Altona geboren. Er besuchte die Taubstummenanstalt Schleswig und wurde dann selber taubstummer Taubstummenlehrer - einer der bekanntesten im 19. Jahrhundert in Deutschland. Er hat eine Autobiographie geschrieben und 1877 veröffentlicht: Bilder aus dem Leben eines Taubstummen (s.u.).

Aus diesem Büchlein liest Helmut Vogel

  • am 29. März um 18.30 Uhr im Kulturzentrum der Gehörlosen in Hamburg und
  • am 30. März um 18.30 Uhr im Gehörlosenzentrum Kiel.

Mehr über Otto Friedrich Kruse finden Sie auf der Homepage von "Deaf History Now - Bildungs- und Geschichtsbüro Helmut Vogel"

 DHN hat ein Video zur Erinnerung an Otto Friedrich Kruse zu seinem 210. Geburtstag und für die Lesungen zu seiner Biographie erstellt.

Aus der Psychiatrie auf den Jakobsweg

Günter Schallenmüller
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Auf Einladung der Paulinenpflege Winnenden wird Günter Schallenmüller, Gründer zahlreicher Depressions-Selbsthilfegruppen, am 05.04.11 über seine Erfahrungen mit der Volkskrankheit „Depression“ berichten. Veranstaltungsort ist das Evang. Gemeindehaus Heiniger Weg in Backnang.

Günter Schallenmüller berichtet in Backnang als Betroffener über die Krankheit „Depression“

Ein Jahr hat sein Leben völlig verändert: Anfang 2005 war er noch Geschäftsstellenleiter einer Krankenkasse, unglücklich und völlig ahnungslos bezüglich Depressionen. Zwölf Monate später war er arbeitslos, glücklich, 900 km auf dem Jakobsweg und voll drin im Thema „Depression“. Günter Schallenmüller, Vorsitzender des Vereins „BALANCE e.V.“ mit zahlreichen Selbsthilfegruppen für depressive Menschen im Großraum Stuttgart, berichtet am Dienstag, 5. April 2011 um 9.00 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus, Heininger Weg 31 in Backnang über seinen Weg rein und raus aus den Depressionen.

Dabei geht es um seine eigenen Erfahrungen von der Psychiatrie über den Jakobsweg zurück ins Leben und die berufliche Situation von depressiven Menschen. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie „Wie hab ich bemerkt, dass ich anders bin?“, „Wie reagierte mein Umfeld auf die Diagnose Depression?“ und „Was brauche ich, um aus der Depression herauszukommen“.

Anmeldungen für den Vortrag sind über die Paulinenpflege Winnenden, Manja Krauter, Tel. 07195 695-1191 oder eMail: manja.krauter@paulinenpflege.de möglich. Kosten: 8.- Euro.
 

Ademar Miller, gehörloser Student aus Brasilien

Ademar Miller
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Reisen ins Ausland weiten das Blickfeld. Das wussten schon die Handwerksburschen, die nach dem Abschluss ihrer Lehre als Wanderburschen im Ausland ihre Erfahrungen sammeln mussten, und genau das tun heute junge Leute, wenn sie per "work and travel" ein Jahr am anderen Ende der Welt verbringen, bevor sie in Studium oder Berufsleben einsteigen. Das ist auch die Absicht von Ademar Miller aus Brasilien, der mit Aufenthalten in Deutschland und in den USA seinen Horizont erweitern will. Aber nicht nur er, sondern auch die Leute, denen er im Ausland begegnet, machen wertvolle Erfahrungen. So erging es Frau Werk-Rubbel, die Ademar für 3 Wochen bei sich zu Hause in Bremen aufgenommen hat. Frau Werk-Rubbel hat durch ihre gehörlose Tochter Erfahrung in der Kommunikation mit Gehörlosen. Und sie "fand es sehr spannend, mit welchem Engagement Ademar seine Zukunftspläne schmiedet." Über ihre Begegnung mit Ademar hat Frau Werk-Rubbel einen kurzen Bericht geschrieben:

2. Contergantreffen für GL/SH

2. Contergantreffen für GL/SH

Frau Lukas lädt zum 2. Contergantreffen für Gehörlose und Schwerhörige am 12. März 2011 ab 14 Uhr in das Restaurant Pyramide Setos in Fürth ein.

Anmeldeschluß: 5. März bei Frau Lukas, Mail: celukas@t-online.de, Fax: 0911 / 74 14 311
Bitte leitet die Info an gehörlose/schwerhörige Contergan-Freunde weiter.

Schwerhörigkeit ist weder sichtbar noch irgendwie spektakulär

Maryanne Becker (© Heinz Pahlke)

Mitte November 2010 erschien im Mabuse-Verlag das Buch „Der schwerhörige Patient. Ein Leitfaden für Arztpraxis, Klinik und Pflege“ (s.u.) von Maryanne Becker. Die Deutsche Gesundheitsauskunft rezensierte das Buch und stellte ein ausführliches Experteninterview mit der Autorin auf ihrer Website ein:

"Schwerhörigkeit ist weder sichtbar noch irgendwie spektakulär."

Neues Fachbuch: Unsere Welt ist visuell

Unsere Welt ist visuell
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Gehörlosen-KULTUR? Wie kann eine Behinderungsart als Kultur bezeichnet werden? Gibt es auch eine Kultur der Einarmigen, der Rollstuhlfahrer, der Stotterer usw.? Es ist oft schwer, Außenstehenden die Besonderheit, ja Einzigartigkeit der Gehörlosigkeit zu vermitteln. Ja, Gehörlose sind behindert, in der Wahrnehmung von Geräuschen und in der Kommunikation mit Hörenden. Aber auch JA, sie haben ihre eigene Sprache und darauf basierend ihre eigene Kultur. Und wenn Hörende in die Welt der Gehörlosen eintauchen, machen sie ganz neuartige und oft begeisternde Erfahrungen.
So ist es auch Franziska Ehrhardt ergangen. Als Hörende war sie auf der Feier eines Gehörlosenvereins total fasziniert von der „visuellen Lautstärke“, die sie umgab. Es herrschte Stille, und dennoch wurde so viel gesagt. Sie hat sich in diese Sprache und Welt hinein begeben, und als studierte Kulturanthropologin hat sie sogleich ein Buch darüber geschrieben: „Unsere Welt ist visuell – Über die Kultur der Gehörlosigkeit“. Nun kann man sich fragen, wie eine so junge Hörende, die sich selbst ehrlicherweise als „Gebärdensprachbehinderte“ bezeichnet, sich nach nur etwa zwei Jahren ein Urteil über eine fremde Kultur erlauben kann. Doch, sie kann! Es ist halt die Frage, wie intensiv sie eingetaucht ist. Sehr intensiv, das muss man schon sagen. Sie hat nicht nur Berge von Fachliteratur zu Rate gezogen, sondern eben auch persönliche Kontakte geknüpft – und sie hat vor allem Betroffene zu Wort bzw. Gebärde kommen lassen. Ihr Buch gewährt Einblick in eine für Hörende fremde und befremdliche visuelle Welt, und es gibt wertvolle Schützenhilfe, wenn es wieder einmal um die leidige Frage geht, ob Gehörlose denn wohl eine eigene Kultur hätten.

Mehr Infos und zum Appetitanregen das erste Kapitel finden Sie auf www.visuelle-welten.net.

Erhältlich ist das Buch im Paulo Freire Verlag, Oldenburg, ISBN 978-3-86585-804-7

syfilm

Sinergo V13

Hängt Ihnen V3, also das Thema Synergy, auch langsam kreuzweise zum Hals raus? Genug davon? Uns reicht es auch langsam. Aber ein großes Plus hat das Thema. Es hat die Diskussion angeregt wie selten zuvor ein anderes Thema. 713 Beiträge auf 15 Seiten gibt es im gl-cafe. Rekordverdächtig! Und noch ein Plus: Das Thema hat die Aktivität und Kreativität der gehörlosen Videokünstler angestachelt. Die beiden Videos von Christopher Buhr (Wunderwaffe V3 und Maulwurf Marco und Orkan Rona) kennen Sie schon. Jetzt ist Abdola Torabi aktiv geworden. Nicht nur aus Jux und Dollerei, Abdola hat offensichtlich persönliche Erfahrungen mit Synergy gemacht. Er schreibt:

Hallo, ich habe Film machen, wolle öffentlich zeigen Thema Syenergy, ich und meine Freundin war Eine Frau Synergy beeinflüssig unser und Freundin schon unterschreiben wegen mein Freundin Schilddrüse aber funktion nicht!dann kündige viele kosten, darum ich erleben gewesen gesehen, und viele informatien ist wahr darum ich mit film machen, dazu film lustig.

Sehen Sie selbst Abdolas Film syfilm!

viel würden skeptisch, wenn ich was empfehle

deaf synergy

"Wo hat man sonst die Möglichkeit, wo man mit so viel negativen Dingen umgeben ist, so viel Positives zu erfahren?" Damit versucht Hakan Cetin, Synergy-Leute zur Teilnahme am Meeting in Tokio zu bewegen (s.u.). Negative Dinge? Rona Meyendorf verweist in ihrem Werbevideo (s.u.) auf den "warmen Markt", auf dem man leichter zum Erfolg kommt. Es scheint nicht ganz einfach zu sein, V3-Nahrungsergänzugsmittel oder gar Mitarbeiterverträge an den Mann oder die Frau zu bringen. Offensichtlich müssen die Mitarbeiter ständig motiviert und aufgebaut werden. Natürlich sind die Spielregeln von Synergy ganz sauber. Keine Heilsversprechungen, kein Druck, alles vorbildlich! In der Realität sieht das wohl sehr unterschiedlich aus. Wenn man ihren Ausführungen im gl-cafe Glauben schenken darf, gehen einige hörgeschädigte Synergy-Leute ganz korrekt vor. Leider trifft das nicht auf alle zu. Gehörlose, die leichtgläubig unterschrieben und ein größeres V3-Paket erworben haben, greifen in ihrer Not schon mal zu Heilsversprechen und versuchen, Druck auszuüben. Und sie werden aggressiv, wenn sie - wieder mal - keinen Erfolg haben. Daran können dann leicht Freundschaften zerbrechen. Eine Gefahr für die Solidargemeinschaft der Gehörlosen, wie Uli Hase schon 1994 in Bezug auf Glücksspiele warnte (s.u.).

Bei he-write-silent gibt es schon einige Erfahrungsberichte, die wir hier ergänzen wollen. Ob dies nun die Ausnahmen sind oder eher die Regel, das können wir nicht beurteilen. Schlimm genug sind sie jedenfalls, diese Erfahrungsberichte. Wir listen sie hier auf ohne weitere Kommentare. - Kommentieren dürfen Sie! Und wir veröffentlichen gerne weitere Erfahrungsberichte.

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Appell an alle: Respektiert einander!

Herbert

Herbert ist schwerhörig. Als sein Gehör sich immer weiter verschlechterte, ließ er sich, obwohl er ursprünglich dagegen war, ein CI einsetzen. Und ist glücklich damit. Er hört besser als je zuvor. Natürlich weiß er, dass nicht alle CI-OPs so erfolgreich verlaufen, und nicht alle Hörgeschädigten können ein CI bekommen. Aber er selbst möchte als CI-Träger in der Hörgeschädigtengemeinschaft akzeptiert werden. Er empfindet es als Diskriminierung, wenn über CIs und CI-Träger gespottet wird. So geschehen auf dem Gebärdensprachfestival. "Schneewittchen bekommt ein CI und fällt tot um." Nicht nur im eigenen Interesse plädiert Herbert deshalb für mehr Respekt der Tauben, CI-Träger und Schwerhörigen für einander. Lesen Sie seinen

Contergantreffen für Gehörlose und Schwerhörige

Contergantreffen für Gehörlose und Schwerhörige

Christian Schara ladet zu einem Gehörlosen/Schwerhörigen Contergan-Treffen am 13. November 2010 ab 14 Uhr in Wiesloch/Walldorf bei Heidelberg ein. Zum Kennenlernen, Erfahrungsaustausch und Unterhalten.

Bitte leitet die Info an gehörlose/schwerhörige Contergan-Freunde weiter. Anmeldung erbeten bis 6. November 2010 an cschara@gmx.de oder Fax: 06222 / 38 7447

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