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Freie Wahl der Berufsschule?

STOPP

Haben Gehörlose eigentlich die freie Wahl der Berufsschule, oder können sie gezwungen werden, an einer Berufsschule für Hörgeschädigte den Unterricht zu besuchen? Natürlich brauchen sie in einer "hörenden" Berufsschule Dolmetscher. Aber ist das teurer als der Unterricht an einer Spezialberufsschule, samt Unterbingung im Internat und Fahrtkosten? Und selbst wenn es teurer ist - hat der Azubi nicht die freie Wahl?

Einem gehörlosen Azubi in München wurde der Besuch der Berufsschule in München verweigert. Er soll gezwungen werden, die Berufsschule in Essen zu besuchen. Die Fragwürdigkeit dieser Entscheidung wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass es sich um eine gehörlose Familie handelt und dass die gehörlosen Brüder erfolgreich die Beerufsschule vor Ort besucht haben.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht einer Vertrauten der Familie:

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Was siehst du? - Was hörst du?

Duell

Den Witz kennen Sie sicher schon:

"Ein Blinder und ein Tauber duellieren sich. Fragt der Blinde: Ist der Taube schon da? Fragt der Taube: Hat der Blinde schon geschossen?"

Dahinter steht die scheinbar unüberwindbare Kommunikationsbarriere zwischen dem Augen- und dem Ohrenmenschen. Die hat das ZEIT-Magazin aufgegriffen und ein Treffen zwischen einer Blinden und einem Gehörlosen arrangiert, und per Dolmetscherin überbrückt. Und da kommen schon gleich zu Anfang die Zweifel. Bevor das Gespräch beginnt, hat die Blinde einige Fragen an die Dolmetscherin: »Kann man damit (mit der Gebärdensprache) alles sagen?« »Vieles, wenn auch nicht so viel wie die Sprechenden.« Ups, und das von einer Dolmetscherin? Mit der Gebärdensprache kann man NICHT alles sagen? "Mario Torster schaut aus wachen Augen zu und wartet, dass Frau Spring ihm übersetzt." Da sitzt der Gehörlose daneben, während sich die Dolmetscherin mit der Blinden unterhält und bekommt nichts mit. Nur anschließend, zeitversetzt! Und genau dies wird als Gesamteindruck vermittelt: "Es ist ein Interview mit Zeitverzögerung" - eine nicht vollwertige, verzögernde und damit zeitlich behindernde Sprache! Auch wenn ansonsten in DGS gedolmetscht wurde, in dieser Situation wäre ein Ausweichen auf LBG mit Stimme angebracht gewesen. Aber die Dolmi-Faux-Pas gehen weiter: "Dann sagen Sie ihm...!" Eine der wichtigsten Grundregeln für das Dolmetschen: Die Gesprächspartner sprechen MIT einander und nicht ÜBER einander. Der Dolmi ist nur Medium, nicht der eigentliche Gesprächspartner. Genau das hätte im Vorgespräch geklärt werden müssen!

Aber nicht nur Dolmetschen und Gebärdensprache werden in einem falschen Licht dargestellt.

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Tödliche Medizin

IGJAD

Vom 23.04.2009-24.04.2009 findet im Jüdischen Museum Berlin eine Konferenz statt zum Thema "Tödliche Medizin. Zur Bedeutung der NS-Verbrechen in der aktuellen Ethik-Debatte". Von diesem Thema waren auch Gehörlose betroffen, von Sterilisationen und Euthanasie, gehörlose Juden gleich doppelt! Umso erstaunlicher, dass gehörlose Juden zu diesem Thema weder als Referenten noch als Zuschauer eingeplant wurden. Es wird KEINE Gebärdensprachdolmetscher geben auf der Konferenz! Die IGJAD und ihr Vorsitzender Mark Zaurov empfinden das als Ausgrenzung und Herabwürdigung. In einem Offenen Brief prangern sie diese Diskriminierung an:

Sprach- und hilflos bei Hausbrand?

Hausbrand

Schlimm genug, was Otmar Mewes und seiner Freundin passiert ist! Das ganze Haus ist abgebrannt, und sie stehen vor dem Nichts. Nicht einmal versichert war das Haus, und sie können nur auf Spenden hoffen. Jedenfalls haben sie Glück gehabt, dass sie mit dem Leben davon gekommen sind.

Wie aber die Presse, in diesem Fall RTLaktuell /RTL Video, darüber berichtet, das spottet jeder Beschreibung:

"Als ihr Haus in Flammen steht, stehen sie völlig hilflos davor. Otmar Mewes und seine Freundin Heidi Grünewald können weder um Hilfe rufen, noch die Feuerwehr alarmieren – sie sind beide taubstumm."

Mal abgesehen von dem Begriff "taubstumm", den sogar der Duden längst als diskriminierend bezeichnet - wieso können die Gehörlosen nicht um Hilfe rufen? In DER Situation ist sicher KEIN Gehörloser stumm. Selbst wenn die Artikulation schwer verständlich ist, die HILFE-Rufe wird sicher jeder Hörende verstehen. Und warum können sie nicht die Feuerwehr alarmieren? Dafür gibt es inzwischen viele Möglichkeiten, z.B. den Notruf per Fax. OK, die Nummern sind leider noch nicht einheitlich, aber jeder sollte "seine" Nummer kennen. Zu hoffen ist auch, dass das Berliner Beispiel mit SMS-Notruf Schule macht.

Wir wollen weder besserwisserisch sein noch Werbung machen, aber der Schaden wäre wohl nicht so groß geworden, hätte Otmar einen Rauchmelder und einen Deafgard gehabt. "Hätte" hilft nicht weiter, aber beim wieder aufgebauten Haus sollte Otmar daran denken. Denn nicht jeder kommt mit dem Leben davon. Noch vor einer Woche berichtete die Presse: Vater und Sohn sterben bei Brand.

Dass ein Pressebericht nicht reißerisch und diskriminierend (sprach- und hilflose Taubstumme) sein muss, beweisen
das Naumburger Tageblatt: Hoher Schaden bei Brand eines Einfamilienhauses und
die Volksstimme: Paar hat kein Zuhause mehr, aber ein Dach über dem Kopf.

Etikettenschwindel: iPhone-Lexikon für Gebärdensprache

 iPhone-Lexikon für Gebärdensprache
Eine tolle Idee: Ein komplettes Gebärdenlexikon, nicht nur mit Bildern, sondern mit Filmen, auf dem iPhone! Zum Üben, vielleicht auch als Kommunikationshilfe, und auch zum Spaß. Der renommierte heise-Verlag weist in einem Artikel auf diese tolle Neuerung hin: iPhone-Lexikon für Gebärdensprache.

Super? Leider zu früh gefreut! Das iPhone-Gebärdenbuch basiert auf "Schau doch meine Hände an" und wird herausgegeben von den Zieglerschen Anstalten und dem Bundesverband Evangelische Behindertehilfe. "Schau doch meine Hände an" ist eine Zusammenstellung künstlich entwickelter Gebärden, zum Einsatz bei geistig Behinderten. Mit SPRACHE hat das nichts zu tun, und mit DGS schon mal überhaupt nichts. (Sehen Sie sich mal das Vaterunser in Gebärden an und vergleichen Sie mit DGS!)

Wofür soll das "iPhone-Lexikon für Gebärdensprache" eigentlich nützlich sein? Leider weder zum Gebärdenlernen noch als Kommunikationshilfe. So wird aus Hightech und einer tollen Idee leider ein Flop, vor dem man nur warnen kann.

Der heise-Verlag lernt dazu! Super:
"Update: Das Lexikon behandelt nicht die Deutsche Gebärdensprache, sondern eine speziell für Menschen mit geistiger Behinderung entwickelte Variante."
Schade nur, dass die Überschrift immer noch falsch ist.
Auch bei "Schau doch meine Hände an" gibt es jetzt einen
"Hinweis: Es handelt sich hierbei nicht um die Deutsche Gebärdensprache (DGS) für Gehörlose."
Leider hat sich die falsche Formulierung schon massenhaft verbreitet: Links bei MacDeaf.

Auf den Punkt gebracht: Kulturzustand oder Behinderung?

Embryo
Ein englisches Paar, beide gehörlos, wünscht sich ein Kind. Am besten auf dem natürlichen Wege, aber da Paula bereits 40 ist, könnte eine Befruchtung im Reagenzglas und damit eine gezielte Auswahl notwendig werden. Wenn sich herausstellt, dass eine der befruchteten Eizellen ein taubes Kind werden würde, dann würden sie diese bevorzugen. Aber darf man auf diese Weise gezielt und absichtlich ein gehörloses Kind zeugen?

Nicht nur in Großbritannien wird das heftig diskutiert. Am 20. März titelte die ZEIT: Recht auf Behinderung?
Am 3. April folgte dann ein Artikel von Bernd Ladwig: Jeder Mensch soll hören dürfen . Darin schreibt Ladwig:

Taubheit als Kulturzustand ist die Kunst des intersubjektiven Umgangs mit einer Beeinträchtigung. Taubheit für sich genommen ist die Beeinträchtigung selbst.

und:
Die Hörfähigkeit ist ein Gut von so großer Reichweite und Relevanz, dass sie als menschenrechtliches Grundgut gelten sollte. Sie einem Kind willentlich vorzuenthalten, ist moralisch verwerflich.

Da schreibt offensichtlich ein Hörender. Besser kann man es kaum auf den Punkt bringen: Audismus pur!

BBC Breakfast, Interview with Tomato Lichy and Paula Garfield

Im Diskussionsforum gl-cafe wurde/wird bereits über das Thema diskutiert:
Tomato und Paula
Ist Taubheit erstrebenswert?

Jugendamt nimmt schwerhöriger Mutter das Kind weg

Bild: Ich vermisse Dich mein Sohn, Gebt mir bitte mein Kind zurück .

Sie ist noch sehr jung, 18 Jahre, und auf dem Foto hält sie ihren neugeborenen Sohn Alex im Arm. Eine glückliche junge Mutter. Das Glück sollte allerdings nicht lange anhalten. Nach 3 Tagen wurde Alex vom Jugendamt abgeholt und zu Pflegeeltern gebracht.

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Endlich hören? Ein Herz für Kinder?

Ein Herz für Kinder

Es ist schon erschreckend, was da so an falschen Informationen und verqueren Ansichten verbreitet wird, zuletzt am 17.12.05 in der Sendung Ein Herz für Kinder. Ob das mit der Zusammenarbeit des ZDF mit der BILD zusammenhängt?

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Gehörlose Blutspender gesucht

Komm mit! Spende Blut beim Roten Kreuz

Noch vor nicht allzu langer Zeit gab es Empörung unter den Gehörlosen, weil sie nicht Blut spenden durften. (Schwarzwälder Bote: Gehörloser darf kein Blut spenden) Das hat sich jetzt grundlegend geändert.

Thorsten Rose, Staatlich geprüfter Dolmetscher für Gebärdensprache, schreibt uns:

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selber Schuld?

Wer nichts hört, ist selber Schuld ...

Es gibt schon blöde und gedankenlose Werbesprüche! Wer denkt schon an Hörgeschädigte, wenn er sich einen knackigen Slogan ausdenkt? Und merkt nicht mal, dass er damit total daneben liegt! Geworben wird übrigens für ein ebenso fragwürdiges Produkt, die Super-Antenna. Sie soll den Handy-Empfang verstärken - ohne jeden Kontakt, nur das Handy einfach drauflegen. Ob das funktionieren kann? Wer das Ding kauft, ist wirklich selber Schuld! ;-)

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