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Neues Fachbuch: Unsere Welt ist visuell

Unsere Welt ist visuell
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Gehörlosen-KULTUR? Wie kann eine Behinderungsart als Kultur bezeichnet werden? Gibt es auch eine Kultur der Einarmigen, der Rollstuhlfahrer, der Stotterer usw.? Es ist oft schwer, Außenstehenden die Besonderheit, ja Einzigartigkeit der Gehörlosigkeit zu vermitteln. Ja, Gehörlose sind behindert, in der Wahrnehmung von Geräuschen und in der Kommunikation mit Hörenden. Aber auch JA, sie haben ihre eigene Sprache und darauf basierend ihre eigene Kultur. Und wenn Hörende in die Welt der Gehörlosen eintauchen, machen sie ganz neuartige und oft begeisternde Erfahrungen.
So ist es auch Franziska Ehrhardt ergangen. Als Hörende war sie auf der Feier eines Gehörlosenvereins total fasziniert von der „visuellen Lautstärke“, die sie umgab. Es herrschte Stille, und dennoch wurde so viel gesagt. Sie hat sich in diese Sprache und Welt hinein begeben, und als studierte Kulturanthropologin hat sie sogleich ein Buch darüber geschrieben: „Unsere Welt ist visuell – Über die Kultur der Gehörlosigkeit“. Nun kann man sich fragen, wie eine so junge Hörende, die sich selbst ehrlicherweise als „Gebärdensprachbehinderte“ bezeichnet, sich nach nur etwa zwei Jahren ein Urteil über eine fremde Kultur erlauben kann. Doch, sie kann! Es ist halt die Frage, wie intensiv sie eingetaucht ist. Sehr intensiv, das muss man schon sagen. Sie hat nicht nur Berge von Fachliteratur zu Rate gezogen, sondern eben auch persönliche Kontakte geknüpft – und sie hat vor allem Betroffene zu Wort bzw. Gebärde kommen lassen. Ihr Buch gewährt Einblick in eine für Hörende fremde und befremdliche visuelle Welt, und es gibt wertvolle Schützenhilfe, wenn es wieder einmal um die leidige Frage geht, ob Gehörlose denn wohl eine eigene Kultur hätten.

Mehr Infos und zum Appetitanregen das erste Kapitel finden Sie auf www.visuelle-welten.net.

Erhältlich ist das Buch im Paulo Freire Verlag, Oldenburg, ISBN 978-3-86585-804-7

Die schönste Sprache der Welt

Hand in Hand

Na, welche Sprache könnte das schon sein? Die Gebärdensprache natürlich! Sie ist Andreas Costraus Muttersprache, und die möchte er gerne Kindern und Jugendlichen vermitteln mit dem neuen Buch „Hand in Hand die Welt begreifen“. Nun gibt es zwar schon eine ganze Menge Gebärdenbücher, aber speziell für hörende Kids wohl eher weniger. Und denen soll das Gebärdenlernen so richtig schmackhaft gemacht werden, mit der „schönsten Sprache der Welt“, die natürlich eine „Geheimsprache“ ist, durch eine ansprechende Gestaltung des Buches und nicht zuletzt durch die Auswahl der Themen und Vokabeln. Da wird eigentlich kaum etwas ausgeklammert, im Gegenteil, es wird offen dargestellt, was junge Leute interessiert und bewegt, ob nun Computer und Internet, Handy, Ferien oder auch Sexualität. Spätestens da wird deutlich, dass die Gebärdensprache nicht um den heißen Brei herumredet sondern offen und direkt ist. Allerdings, um das grundsätzliche Problem der Gebärdenauswahl kommt auch dieses Buch nicht herum. Wird z.B. die Gebärde für Krankenschwester zusammengesetzt aus den Gebärden für krank und Schwester? Und ist Zicke = Ziege? Naja, da muss man wohl ein wenig Nachsicht üben. DGS-Sätze, Grammatik, Idiomatik – all das kann man von einem Wörterbuch ohnehin nicht erwarten. Das kommt mit Wendungen wie „Was kann ich?“ und „Wer bin ich?“ nur am Rande vor.
Unter dem Strich bleibt auf jeden Fall Begeisterung für ein Gebärdenbuch, das so ansprechend gestaltet ist, dass es Appetit macht aufs Gebärdenlernen. Ergänzt werden soll es demnächst durch kleine Gebärdenfilmchen auf www.gebaerdenservice.de.
Wenn Sie schon mal ein wenig online im Buch blättern möchten: Das können Sie hier.

Neues Jugendbuch: Freak City

Der hörende Mika hat sich in die gehörlose Lea verliebt. Seine Mutter ist begeistert, dass er sich für ein behindertes Mädchen engagieren, sie beschützen und unterstützen will. Darauf ist Mika noch gar nicht gekommen. Er will eigentlich nur Liebe – und SEX!
So offen und ehrlich geht es in dem Jugendbuch Freak City von Kathrin Schrocke zu. Sie hat sich erstaunlich gut gleich in zwei verschiedene Welten versetzt, die der Jugendlichen und die der Gehörlosen. Direkt geht es in beiden Welten zu. Die Jugendlichen reden nicht um die Sache herum. Die neue Referendarin finden die 15-Jährigen einfach geil und verpassen ihr den Spitznamen „Pornoqueen“. Und sie bedauern, dass die mit Minderjährigen nicht darf. Nicht mehr ganz so junge Leser werden sich wundern, wie offen und ungeschminkt da gesprochen – und auch gehandelt wird.
Noch erstaunlicher ist das Eintauchen in die Welt der Gehörlosen. Würde man die Passagen, in denen es um Gehörlose geht, herausfiltern, dann hätte man ein komplettes Lehrbuch über Sprache, Kultur und Mentalität Gehörloser. Ob es um Gebärden, Bildtelefone, Lichtklingeln, den Wunsch nach gehörlosen Kindern, den Stolz darauf, gehörlos zu sein, oder auch um den Frust geht, nicht mal im Bäckerladen einkaufen zu können, ohne falsch verstanden und schräg angeguckt zu werden – so ziemlich alle Aspekte des deaf life kommen vor in dem Buch. Und es ist aktuell. Lea nimmt Mika sogar mit in ein Konzert mit SignMark!
Ein Lehrbuch über die Welt der Gehörlosen wäre sicher anstrengend und eher langweilig. Ganz anders Freak City! Da wird nicht auf die Bedeutung von Dolmetschern hingewiesen, sondern da dolmetscht der neunjährige Bruder einer Freundin beim Rendezvous im Schwimmbad zwischen Lea und Mika. Umwerfend komisch! Ein durchaus ernsthaftes Thema, mit viel Humor und Einfühlungsvermögen geschrieben. Das liest man auch als Erwachsener mit Begeisterung.
Ob eine Gehörlose und ein Hörender zusammen passen? Naja, als 15-Jährige müssen sie sich wirklich noch nicht für den Rest des Lebens festlegen. Aber ob die beiden sich „kriegen“? Das bleibt spannend bis zum Ende des Buches. ;-)

Freak City

Gebärdenbilderbücher

Das Häschen und die Rübe
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Da glaubt man, sich in der Szene auszukennen, und dann taucht da plötzlich ein Verlag mit einem umfangreichen Angebot an Büchern zum Thema Gebärdensprache auf, den man bisher noch gar nicht zur Kenntnis genommen hatte: der von Loeper Literaturverlag. Gut, zur Entschuldigung könnte man vorbringen, dass es sich vorrangig um unterstützte Kommunikation handelt. Aber sowohl die Gebärden der 9 Gebärden-Themenplakate als auch die in den Gebärdenkinderbüchern sind der DGS entlehnt. Nein, um DGS geht es wirklich nicht, sondern um LBG. Gebärden werden in den Kinderbüchern als einzelne Zeichen dargestellt, nicht in DGS-Sätzen. Die Gebärden sollen „die gesprochene Sprache begleiten und damit ihren Erwerb unterstützen“. Zielgruppe sind also behinderte Kinder, nicht hörbehinderte Kinder. Allerdings: Denen würden sie sicher auch Spaß machen.

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Hanna Hasenöhrl

Hanna Hasenöhrl
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"Wir sind anders" ist der Titel einer Kinderbuchreihe, die Christian Kleiber in Eigenproduktion herausgibt. Verständnis wecken für Andersartigkeit, also auch für verschiedene Behinderungen, das ist sein Ziel. Als erstes Buch dieser geplanten Reihe ist "Hanna Hasenöhrl" erschienen.

"Dieses Kinderbuch soll unseren Kindern die Thematik Gehörlosigkeit nahe bringen, sowie den Umgang mit Betroffenen und deren Integration ins alltägliche Leben. Respekt, Toleranz und Unterstützung sind die Botschaft für unsere Kinder."

Ein Buch also für hörende Kinder, mit wohlgemeinten Zielen. Eine nette Geschichte mit ansprechenden Zeichnungen! Hanna, das gehörlose Hasenmädchen, fällt schon mal dadurch auf, dass sie KEINE Ohren hat. Eine Anleihe bei den Keinohrhasen. So würden Gehörlose also sicher immer und überall auffallen. Tun sie aber nicht. Eine Besonderheit der Gehörlosgkeit besteht ja eben gerade darin, dass sie eine unsichtbare Behinderung ist. Da ist dann beim Lesen des Buches schon eine Erläuterung durch mit- oder vorlesende Erwachsene nötig, wenn keine falschen Vorstellungen entstehen sollen.

Hanna kommt in eine "hörende" Klasse. Klar, auch in der Waldschule ist Inklusion angesagt. ;-) Aber oh Wunder: Der Herr Direktor Dachs kann so gut gebärden, dass er für Hanna dolmetschen kann. Naja, Wunderbares und Märchenhaftes gehören halt in ein Kinderbuch. Wenn Tiere schon sprechen und die Schule besuchen, warum sollte der Direktor dann nicht gebärden können? Schließlich kann sich ja auch Fabian Fuchs in Hanna Hasenöhrl verlieben. Und so nebenbei gibt es noch das Fingeralphabet, und wer mag, kann Hanna sogar eine E-Mail schreiben.

Hanna Hasenöhrls Homepage

Hanna Hasenöhrls Blog

 

Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so!

Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so!
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Ein Buch zum Thema Schwerhörigkeit, und zwar von einer Ärztin geschrieben. Frau Dr. Ulla Schultens-Kaltheuner ist zwar Allgemeinmedizinerin, aber den HNO-Ärzten, Hörgeräteakustikern und anderen Fachleuten müsste sie wertvolle Erkenntnisse vermitteln können. Sie ist selbst betroffen, und wer könnte über eine "Krankheit" besser berichten als Betroffene selbst? Um es vorweg zu sagen: Mit dem "das ist auch gut so" ist das nicht so ganz einfach, das Buch ist eher eine "Dennoch"-Geschichte. Aber die ist wirklich sehr eindringlich, eindrucksvoll und vor allem mit umwerfender Offenheit geschrieben. Ulla Schultens-Kaltheuner lässt den Leser mitleiden, aber sie vermittelt auch den Mut, die Trauer um den Verlust des Hörens zu durchleiden, um dann zu einem positiven Leben mit der Hörschädigung zu finden. Bei einer Lesung in Leverkusen hat sie sogar Musik so spielen lassen, wie sie sie wahrnimmt (Wenn die Wut wächst). Für Normalhörende irritierend und aufschlussreich. Das Buch ist allerdings in erster Linie für Betroffene gedacht. Sie können es im Buchhandel und auch bei Amazon erhalten.

Homepage: Ich bin schwerhörig - und das ist auch gut so!

Lesen Sie unsere Rezension:

In zwei Welten - Schicksale gehörloser Pflegekinder

Pflegekinder
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Nur ca. ein Promille, das heißt nur eines von tausend, aller Kinder ist gehörlos. Das sind, im Vergleich zu Hörenden, sehr wenige. Entsprechend gibt es relativ wenige Gehörlosenschulen, und die meisten gehörlosen Kinder wohnen weit entfernt von ihrer Schule. Sie müssen deshalb in Internaten oder Pflegefamilien untergebracht werden. Eine zusätzliche Härte für Kinder, die schon in der eigenen Familie kommunikative Probleme haben.

Elisabeth Brockmann hat Erfahrungsberichte Gehörloser gesammelt, die die Schule in Büren besuchten und in Pflegefamilien in der Umgebung untergebracht waren. Es sind Berichte ganz normaler und durchschnittlicher Gehörloser. Berichte der jetzt Alten, in denen sie von ihrer Kindheit, ihren zwei (!) Familien, ihrer Schulzeit, ihrer Ausbildung – ihrem Leben halt berichten. Da gibt es durchaus auch Negatives, wie Pflegeeltern, die sie als Arbeitskräfte ausnutzten, das Heimweh, oder dass sie Opfer des Gesetzes „zur Verhütung erbranken Nachwuchses“ wurden. Aber eben auch Anrührendes wie: „Bis zum Tod meiner Pflegemutter bin ich ihr treu und freundschaftlich verbunden geblieben.“
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'So wie ich bin, bin ich okay, und das ist gut so.'

Buchcover
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Schwerhörige sind anders als Gehörlose. Eine Binsenweisheit, sicher! Bei Gehörlosen sind die Verhältnisse klar: Sie hören nichts, oder so gut wie nichts. Schwerhörige dagegen hören etwas, wieviel auch immer, und fühlen sich daher mehr zu den Hörenden hingezogen. Bei denen sind sie kommunikativ aber auch oft ausgeschlossen oder Randfiguren. Sie gehören also weder zu den Gehörlosen noch zu den Hörenden. Ein Leben zwischen den Welten, gewissermaßen im Niemandsland, oder um Tucholsky zu zitieren: "Hier ein Stuhl und da ein Stuhl, und wir immer dazwischen."

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Eine bis dahin noch unbekannte Stille...

Blitzlichter in der Dunkelheit

Sabine Helbigs „Blitzlichter in der Dunkelheit – Das Leben einer tauben Frau" ist jetzt in der zweiten, vollständig überarbeiteten Auflage erschienen, und Birgit Funke hat im ZEICHEN dazu eine Rezension geschrieben:

So verstehe ich besser!

So verstehe ich besser!

Nein, wie einen Roman von vorne bis hinten durchlesen kann man dieses Buch nicht. Dafür ist es aber auch nicht gedacht. Das neu erschienene Buch So verstehe ich besser! von Irene von Mende-Bauer wendet sich ganz gezielt an Praktiker, in der Hörgeschädigtenpädagogik und Therapie. Dabei ist der Untertitel "Hörtaktik und Kommunikationstraining für Kinder und Jugendliche mit einer Hörschädigung" eher ein Understatement. Das Buch versucht, den Bereich "deaf studies" bzw. "Hörgeschädigtenkunde" abzudecken. Es geht nicht nur um "Tricks", wie man die Kommunikation verbessern kann. Wichtiger noch sind die Identität als Hörgeschädigter und die Akzeptanz des So-Seins wie man ist. Kämpferische deaf-power-Parolen liegen Irene von Mende-Bauer eher fern. Dafür kann sie auf langjährige Praxis als Schwerhörigenlehrerin zurückblicken. Wichtiger noch: Sie ist selbst betroffen, eine schwerhörige Schwerhörigenlehrerin. Was sie ihren Schülern vermitteln wollte, das hat sie ausnahmslos alles selbst erfahren. Wenn sie dafür plädiert, hörgeschädigte Lehrer in diesem Bereich einzusetzen, dann ist das nicht radikal, sondern realistisch und einleuchtend.

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Rezension: Ethik und Hörschädigung

Buch: Ethik und Hörschädigung
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Dr. Katrin Bentele ist Ethikerin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Tübingen und der Universität Frankfurt a. M. Sie beschäftigt sich vor allem mit bio- und medizinethischen Fragestellungen. Was ist da naheliegender, als sie um die Rezension des von Prof. Manfred Hintermair herausgegebenen Buches Ethik und Hörschädigung zu bitten? Die ist jetzt in der heute erschienen Ausgabe der Zeitschrift DAS ZEICHEN veröffentlicht worden:

Ethik und Hörschädigung

Buch: Ethik und Hörschädigung
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»Ethik und Hörschädigung. Reflexionen über das Gelingen von Leben unter erschwerten Bedingungen in unsicheren Zeiten« Das ist der Titel des gerade neu erschienenen, von Prof. Manfred Hintermair herausgegebenen Buches.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts steht die Menschheit in vielerlei Hinsicht vor großen und umwälzenden Herausforderungen. Angesichts zunehmender Phantasien biotechnischer Machbarkeit von Menschen sowie massiver Verunsicherungen durch gesellschaftliche Veränderungsprozesse rücken Fragen danach, in welcher Welt wir leben wollen und wie wir in dieser Welt leben wollen, wieder verstärkt in den Horizont theoretischer wie praktischer Überlegungen. Für Menschen mit Behinderungen sind diese Diskussionen besonders wichtig, da sie in besonderem Maße gefährdet sind, von diesen Herausforderungen schneller, intensiver und nachhaltiger tangiert zu werden.

Den von Bernd Rehling für dieses Buch verfassten Artikel können Sie auch hier online lesen:
»Ethik und Hörschädigung... «

'Die tödliche Doris'

Die toedliche Doris

Wir hatten auf "Die tödliche Doris", auf die "Gehörlose Musik", schon hngewiesen (siehe unten). Jetzt hatten wir die Gelegenheit, die Doris-DVD einmal genauer zu betrachten: Sie ist wirklich tödlich!

Aber wir wollen fair bleiben. Natürlich ist es großartig, dass der Autor, Wolfgang Müller, sich so intensiv mit der Thematik Gehörlose/Gebärdensprache befasst und sie in sein Schaffen einbezieht. Und natürlich sind Dina Tabbert und Andrea Schulz als Gebärden-Künstlerinnen Spitze.

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Gehörlose Musik

Die toedliche Doris

Gibt es eine Musik jenseits von Ton, Klang und Geräusch? Existiert eine "Gehörlose Musik"? Im November 1998 wurde im Festival Gehörlose Musik im Prater der Berliner Volksbühne die Musik der ersten LP von Die Tödliche Doris wiederveröffentlicht. Die Gebärdendolmetscherinnen Dina Tabbert und Andrea Schulz übertrugen und gestalteten Texte und Musik der 1981 erschienenen LP ausschließlich in Gebärde und Zeichen. Das Ergebnis dieser Transformation von Musik in ein anderes Medium ist eine gehörlose Musik, die sich ausschließlich im und durch den Körper, Gebärden, Bewegungen, Interaktionen und Mimik äußert.

Die Tödliche Doris; Gehörlose Musik in gebärdensprachlicher Gestaltung

Von TaubheiD, Sprachblindheit und kommunikativer Misshandlung

Anders doof zijn
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Wir hatten schon auf das neue Buch von Corrie Tijsseling "Anders doof zijn" hingewiesen. Nun konnten wir es selbst lesen - und eine Rezension dazu schreiben:

Das hat man selten bei einem Fachbuch: Es benutzt Begriffe, die völlig neu sind, es zeigt tatsächlich, wie im Untertitel angekündigt, neue Perspektiven auf, und – man kann es genussvoll von vorne bis hinten durchlesen. Nicht nur, weil es relativ kurz (110 Seiten) ist. Nein, aus der wissenschaftlichen Prüfungsarbeit ist gezielt ein für Laien lesbares Buch zusammengestellt worden...

Lesen Sie die Rezension Von TaubheiD, Sprachblindheit und kommunikativer Misshandlung
(Schade nur, dass es das Buch [noch?] nicht in deutscher Sprache gibt!)

Zeitungsartikel aus De Telegraaf: Open oor voor elkáár (Offene Ohren für einander)

Die Welt in meinen Händen

Buchtitel: Die Welt in meinen Händen

Cornelia Dörfler hat das "ideale Weihnachtsgeschenk" gefunden: das Buch "Die Welt in meinen Händen". Als hörgeschädigte Lehrerin und Ehefrau eines Blinden müsste sie es wissen!

Das Buch ist sehr, sehr gut! Sehr, sehr empfehlenswert! Egal, ob Sie selbst gehörlos, schwerhörig, CI-Träger, mehrfach behindert, nicht behindert, gläubig oder nicht gläubig sind - Peter Hepps Buch macht allen Mut!
Ein ideales Weichnachtsgeschenk also!

Bestellen können Sie das Buch z.B. bei Amazon.

siehe auch unser Weihnachts-Special

Unsichtbare Behinderungen

Norma Gänger

In der Sendung vom letzten Samstag (28. Mai) von Menschen, das Magazin wurde Norma Gänger vorgestellt, eine hochgradig schwerhörige Schülerin, die ein Gymnasium für Hörende besucht. Um es vorweg zu sagen, und um keine Zweifel aufkommen zu lassen: Ein tolles Mädchen, das Superleistungen erbringt! Super auch die Leistungen seiner Lehrer und seiner Mutter. Und für ein derart hochbegabtes Mädchen gibt es sicher auch keine Alternative zum Regel-Gymnasium.

Ausgehend von den Erfahrungen ihrer Tochter hat Normas Mutter Elisabeth Gänger das Jugendbuch Soundcheck geschrieben (siehe Rezensionen).

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Allein durch die Welt der Hörenden

Soundcheck

So stellt Elisabeth Gänger in ihrem Jugendbuch Soundcheck das Leben ihrer Romanheldin dar, ausgehend von den Erfahrungen ihrer hörgeschädigten Tochter. Allein durch die Welt der Hörenden, von Hörenden gemobbt werden, sich durchbeißen, kämpfen, leiden... Das muss doch nicht sein! Zum einen gibt es noch mehr Hörgeschädigte, man muss also nicht ALLEIN sein in der Welt der Hörenden. Zum anderen gibt es Möglichkeiten, Kommunikation und Leben in der hörenden Welt erträglicher, wenn nicht gar angenehm, zu machen. Es muss ja nicht die Gebärdensprache sein (obwohl - was spricht eigentlich dagegen?), es gibt so viele Alternativen, ob nun Schriftdolmis, professionelle note taker... Insofern sind Alleinsein und Leiden frei gewähltes Schicksal - von der Mutter für die Tochter gewählt! Aber das hatten wir ja alles schon (siehe Rezension).
Am 20. Februar liest Elisabeth Gänger im Kulturzentrum Pavillon in Hannover aus ihrem Buch und stellt sich der Diskussion.

Allein durch die Welt der Hörenden

Eine doppelte kulturelle Minderheit

Mark Zaurov: Gehörlose Juden

"Hier ein Stuhl und da ein Stuhl, und wir immer dazwischen." Das hat schon Kurt Tucholsky festgestellt, der deutscher Jude war. Wie muss es da erst jüdischen Gehörlosen ergehen, womöglich russischer Abstammung?

"Mit Juden kann Pavel über das "Thema Jude" reden, aber mit Gehörlosen sei dies nicht möglich. Als Gehörloser erfuhr Pavel zuweilen auch unter Juden Stigmatisierungen. Als er sich in der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt als Gehörloser vorstellte, gingen die dort anwesenden russischen Juden auf Distanz zu ihm. In der Jüdischen Gemeinde blieb er bis auf wenige Ausnahmen isoliert. Er lebt mehr in der Gehörlosengemeinschaft."

Über das Thema "Gehörlose Juden" - SEIN Thema! - hat Mark Zaurov seine Magisterarbeit geschrieben. Zu diesem Buch gibt es jetzt eine Rezension:

Gehörlose Juden: Eine doppelte kulturelle Minderheit

Aus 2 mach 1

Zwei Jugendbücher 'Soundcheck' und 'Blitz ohne Donner'Rezension des Jugendbuchs Soundcheck von Elisabeth Gänger

Zwei Jugendbücher befassen sich mit dem Thema Hörschädigung, Soundcheck von Elisabeth Gänger und Blitz ohne Donner von Christa Ludwig. Beide Bücher haben ihre Stärken und Schwächen. Frau Gänger als Mutter einer hörgeschädigten Tochter verfügt über Insiderkenntnisse und Empathie, lässt aber Lösungsansätze für die gravierenden Probleme ihrer Romanheldin schmerzlich vermissen. Frau Ludwig dagegen unterlaufen, obwohl sie sich ebenfalls sehr einfühlsam der Thematik nähert, gravierende Fehler. Dass man z.B. Taubheit beim besten Willen nicht simulieren kann, sollte sie eigentlich wissen. Was im Soundcheck nicht vorkommt, wird von Frau Ludwig dagegen sehr anschaulich und sachkundig dargestellt: die Gebärdensprache mit allen ihren Aspekten. Nach dem Lesen der beiden Bücher keimt unwillkürlich der Wunsch auf, die negativen Seiten in beiden Büchern zu eliminieren und die positiven zusammenzufügen: Aus 2 mach 1! ;-) Die Detailkenntnisse Frau Gängers in Bezug auf die Probleme Hörgeschädigter, verbunden mit Frau Ludwigs Gebärdenkenntnissen – das wär’s! Aber lesen Sie die Rezensionen beider Bücher – oder am besten gleich die Bücher selbst!

Blitz ohne Donner

Buch 'Blitz ohne Donner'

Die Jugendbuchautorin Christa L u d w i g liest aus ihrem Buch „Blitz ohne Donner".

In „Blitz ohne Donner" geht es um die Begegnung zwischen einem hörenden Mädchen und einem gehörlosen Jungen - mehr noch: um die Begegnung ihrer beiden Welten.

Gebärdensprachdolmetscherinnen: Claudia Beise und Miranda Keppeler
Mittwoch, 6. Oktober 2004, 19.30 Uhr
Frankfurt/Main, Sozialzentrum der Universität, Campus Bockenheim
Bockenheimer Landstraße 133

Rezension des Buches „Blitz ohne Donner" aus der Zeitschrift DAS ZEICHEN

Zajra - anders als wir?

Zajra - anders als wir?

Gallati Kauer, Anouk/ Scheffrahn, Kristina

Lehrmittel/ Buch + Begleitheft

 

Wired for Sound – A Journey into Hearing

Veröffentlicht in DAS ZEICHEN, Ausgabe 47/1999, S. 162 ff.

Beverly Biderman. Wired for Sound – A Journey into Hearing. Trifolium Books, Inc., Toronto, Kanada, 1998, ISBN 1-895579-32-5. 240 Seiten, englisch, illustriert. CAN. $24,95 / U.S. $21,95.

Kontaktadresse: Trifolium Books, Inc., 250 Merton Street, Suite 203, Toronto, Ontario, Canada M4S 1B1. Tel.: +1-416-483-7211. Online: http://www.pubcouncil.ca/trifolium/.

Anschrift des Verfassers: Christian Vogler, 511 S. 45th Street, Philadelphia, PA 19104, U.S.A. E-Mail: cvogler@gradient.cis.upenn.edu.

WWW: http://www.cis.upenn.edu/~cvogler/ oder http://www.taubenschlag.de/krischi/.

In der Kontroverse um das Cochlear Implant (CI) und den damit verbundenen Diskussionen, die teilweise in Schlammschlachten ausarteten, wurde ein wichtiger Gesichtspunkt bisher vernachlässigt. Wie fühlt es sich für eine betroffene Person eigentlich an, wenn sie sich entscheidet, sich der Operation zu unterziehen? Wie kommt sie dazu, diese Entscheidung zu treffen? Was macht so eine Person in den folgenden Monaten und Jahren durch, wenn sie auf das erste Einschalten des Implants wartet, und wenn sie lernt, mit den Höreindrücken des Implants umzugehen?

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AudioLog

Kind vor dem PC mit AudioLog der Firma Flexoft

Hier einmal etwas für Eltern hörgeschädigter Kinder und für Profis: Von dem bekannten Hörtrainingsprogramm AudioLog der Firma Flexoft gibt es jetzt die Version 3. Sie ist in ihrem Funktionsumfang erheblich erweitert. Wir haben sie getestet und eine Rezension geschrieben: Anschaffung oder Update lohnen sich allemal.

Sprachrhythmen

Sprachrhythmen

Vom jahrhundertelangen Gegeneinander zum Miteinander! Nicht etweder oder, sondern sowohl als auch. Der elende Methodenstreit sollte endlich der Vergangenheit angehören, Laut- und Gebärdensprache friedlich vereint den pädagogischen Alltag bestimmen. "Drei Beiträge zum integrierenden Zusammenhang von Gebärden- und Lautsprache" ist der Untertitel des neuen Buches von Dr. Chrissostomos Papaspyrou. Als gehörloser Wissenschaftler weiß er, wovon er schreibt. Ein kontrastiver Sprachunterricht ist das angestrebte Ziel, in dem eine Sprache auf der anderen aufbaut.

Lesen Sie unseren kurzen Kommentar!

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