Sprachbarrieren
Referat auf dem "Modellworkshop barrierefreies Internet" von
B. Rehling
Veranstaltung von www.digitale-chancen.de
am 21.11.02 an der Uni Bremen
Phillip Bunke hat sich Gedanken gemacht über die Zeit NACH der
politischen Anerkennung der Gebärdensprache. Sollen Dolmetscher die
Gehörlosen dann auf Schritt und Tritt begleiten? Gehen Gehörlose
zu sehr auf Distanz zur hörenden Mehrheit?
Dieser Aufsatz gibt die Meinung des Autors wider - nicht
unsere. Wir veröffentlichen sie, da wir zum einen dem von uns gewählten
Voltaire-Motto der Toleranz treu bleiben, zum anderen, weil wir einen
Anstoß zur Diskussion geben wollen.
Für Hörende muss das paradox klingen. Ist das Taubsein nicht
etwas unvorstellbar Schreckliches? Da werden Abermillionen für CIs
und damit für die Beseitigung dieses furchtbaren Leidens ausgegeben,
und dann kommt da so ein tauber Teuber aus Amerika und stellt das Taubsein
als erhaltenswerte Varietät der Menschheit dar. Ist der noch bei
Trost? Ähnliches hatte er schon in seiner Stellungnahme zu DAS
GRUNDRECHT AUF HÖREN? und in Cochlear
Implant ? - Hört uns doch zu! geschrieben.
Dabei ist das alles noch sehr versöhnlich, verglichen mit WHY
THE NAZI DEATH CAMPS AND COCHLEAR IMPLANTS ARE BOTH GENOCIDE
(Warum die Nazi-Todeslager und CIs beide Völkermord sind)
Als Hörender kann man sich wahrscheinlich nicht vorstellen, wie radikal
es aus der Sicht Gehörloser ist, wenn ihr "Volk", ihre
Sprache, Kultur, Identität - letztlich ihre Existenz auf eine so
brutale Weise in Frage gestellt werden, wie es Hörende üblicherweise
tun. Insofern sind bei diesen groben Klötzen, den ganz selbstverständlichen
und unangezweifelten Wert- und Zielvorstellungen der Hörenden, durchaus
grobe Keile angebracht. Zumindest als Denkanstöße!
Beim Lesen fängt man von hinten an, zumindest in der Zeitschrift
DAS
ZEICHEN. "Schon gehört - unerhört"
heißt wohl die bekannteste Kolumne, und die befindet sich üblicherweise
im hinteren Teil der Zeitschrift. Diesmal befasst sich der Autor Jens
Heßmann nicht nur mit Uigurien, sondern es gibt auch einen "Grundkurs
Internet". Der soll natürlich auch den Taubenschlag-Besuchern
nicht vorenthalten bleiben. Könnte sein, dass sich mancher von uns
Surfern hier wiederentdeckt, mit "deine Nickname" natürlich
!-)
Für die Zeitschrift FIfF Kommunikation,
- Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung
e.V. -
haben Jacques Bruch und Bernd Rehling aus dem Taubenschlagteam Artikel
geschrieben:
Anerkennung der Gebärdensprache
Auswirkungen auf die Situation der gehörlosen, schwerhörigen und ertaubten
Studenten und Absolventen in der Bundesrepublik Deutschland
Vortrag von Peter Donath
(Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Gehörlosen
und Schwerhörigen e. V.)
anläßlich der BHSA-Tagung am 13.05.1999 in Mainz