Das mochte Andreas Gaudzinski (21) aus Bremen nicht so stehen lassen (s.u.). Schließlich ist doch ER der jüngste Schiedsrichter! Oder gibt es noch einen jüngeren? Immerhin hat er seine Prüfung schon mit 15 bestanden. Vielleicht sollten wir sagen, dass Ricardo der jüngste gl Schiri und Andreas der jüngste sh Schiri ist.
Wir können hier ja einen edlen Wettstreit veranstalten: Wer ist
der ALLERjüngste Schiri? 
Andreas hat die Gelegenheit genutzt, uns einen kurzen Bericht zu schicken, über sich und seine Schiedsrichtertätigkeit:
„Die Fitness ist wichtig. Ich laufe zwei- bis dreimal die Woche im Wald oder am Park“, antwortet Andreas Gaudzinski auf die Frage, was einen Schiedsrichter oder Schiedsrichterassistenten auszeichnen muss. Bei den Laufeinheiten geht es sowohl um Intervall- wie Ausdauertraining. Die Fitness ist aber letztlich nur eine Voraussetzung, die Art Spiele zu leiten, die individuelle Besonderheit.
„Wenn gefragt wird, ob überhaupt ein Schiedsrichter
auf dem Platz war, ist das für mich das größte Kompliment', erklärt
Andreas G. seine Spielleitungsphilosophie:
„Ich leite unauffällig aber bestimmt, spreche viel mit den
Spielern und versuche eine lockere Atmosphäre zu schaffen. So kommt
es zum Fair Play.“
Auch ein Schiedsrichter mach seine Hausaufgaben…
"Je höher man steigt, desto mehr Spiel-Ansetzungen bekommt man per Post/E-Mail, umso mehr Papierkram muss man erledigen" - betonte Andreas Gaudzinski. "Um aber auf eine höhere Liga aufzusteigen, muss man an einem Regelabend im Schiedsrichter-Verein teilnehmen, wo auch öfter mal Prüfungen geschrieben wird. Im Sommer macht man 5x Leistung Prüfungen. Hat man alle sowohl schriftlichen als auch sportlichen Leistungen bestanden z.B. mit einer Note von 2,1, so hatte man gute Chance gehabt, um aufzusteigen! Dies passiert allerdings jährlich, wer aber sehr gut war, könnte sogar halbjährlich nach oben klettern - ist aber eine Seltenheit."
Andreas G. absolvierte seine Prüfung in Pennigbüttel im Jahr 2004/05 und begann beim Verein SF Heilshorn zu pfeifen.
"Am Anfang war die Motivation nicht so hoch, weil du 2x20 min pfeifen durftest. Es waren D bis E Junioren und man hat max. 5 Euro verdient. Aber später, nachdem man tolle Leistungen erbracht hat durfte ich länger und höher pfeifen, da hatte man nach meinem Alter angepasst. Und das Beste war, das ganze Schiedsrichtergerüst hat der Verein für mich bezahlt, ebenso die 3 monatigen Ausbildung. Als Fußballer hatte man den Vorteil, dass du vom Verein unterstützt wirst. Ansonsten macht man eine ganz stinknormale Schiri Ausbildung von 6 Monate und das muss aus eigene Tasche bezahlt werde. Besser konnte es nicht gehen."
Doch nicht nur der Name Andreas Gaudzinski steht auf der Erfolgsliste des Kreisschiedsrichter Osterholz-Scharmbeck. Seit 2006 pfeift Andreas G. zusätzlich in NRW, wo er seine Schule in Essen besuchte.
"Obwohl ich zur Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) gehöre, waren meine Papiere auch dort gültig. Im Großen und Ganzen war die Einstellung nicht leicht für mich, denn in NRW sind die Schiedsrichter Regeln strenger als in Niedersachsen und somit musste man öfter zum Regelabend kommen, dafür konnte man auch 2 oder mehrere Spiele am Wochenende pfeifen. Es war eine große Umstellung für mich, denn wer nicht zu den Prüfungen erschienen war, dürfte die Liga nicht aufsteigen, im schlimmsten Falle fällt man eine Liga runter. Unter anderem musste ich auch ein Verein finden, wo die mich weiter unterstützen, für eine kurze Zeit wurde ich bei ETB Schwarz-Weiß Essen aufgenommen. Denn je höher man pfeift, desto mehr Geld bekommt man pro Spiel. Auch die Spielberichte musste man selber schreiben und verschicken, hatte man das nicht in 3 Tage geschafft, so musste man eine Strafe bezahlen in Höhe von 150 Euro pro Spiel. Was nicht zum Merken war, dass jemand hinter dem Kulissen war, nennt sich "Schiedsrichter-Beobachter", der dich während das Spiel bewertet hat. Dies spielte auch eine große Rolle für den Aufstieg.“
22 Spieler und keine Angst?
„Das war für mich kein Problem. Denn in der Sandkiste habe ich immer für Ordnung gesorgt. Natürlich hatte ich mal Fehler gemacht, was halt menschlich ist. Aber bisher war es nicht so dramatisch. Das Spiel ging einfach weiter – wie in einer Musikband, da verspielen die oft und trotzdem geht es weiter.“
Und wie geht es mit Ihnen weiter?
„Mich brachte man bis zum Verbandsliga (teilweise Probe bei Landesliga) und dann war es Schluss mit dem Pfeifen, denn ich hatte bemerkt, dass die Schule & Studium wichtiger waren und somit war intern abgesprochen, dass ich ab und zu mal pfeife werde. Jetzt bin ich seit August 2010 offiziell kein Schiedsrichter mehr. Es war eine tolle Zeit als Schiedsrichter, ich hatte die Zeit sehr genossen und bereue es nicht, vor allem mit dem Schiedsrichter-Ausweis hattest du den freien Eintritt zum allen Bundesliga Spiele in Deutschland."
Es scheint eine gute Entscheidung gewesen zu sein, denn bei Herrn Andreas Gaudzinski hat das Studium grad begonnen. Taubenschlag-Team wünschen ihm für die Zukunft alles Gute, insbesondere auch Erfolg.
Für Andreas G. war die Folge selbstverständlich - "Danke. ;-)“


































