Rudolf Sailer, Präsident des DGB, hat auf den offenen Brief von
Bernd Rehling (s.u.) geantwortet.
Wir veröffentlichen die Antwort auf seinen Wunsch hin,
selbstverständlich unzensiert und unkommentiert.
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Lieber Bernd,
Auf Deine Aufforderung reagiere ich selbstverständlich. Bislang war
mir die Ausmaße nicht bewusst, da ich diese verworrene Sache aus
einer ganz anderen Perspektive betrachte. Dass sie sich zu einem
ausufernden Eklat entwickelt hat, hätte ich nie für möglich
gehalten.
Den offenen Brief vom 29.11.2010, der auch hier im Taubenschlag
veröffentlicht wurde, sehe ich als Gefahr der Hetzkampagne für die
Gehörlosengemeinschaft an. Ich erkläre mich jedoch bereit, auf
juristische Gegenmaßnahmen zu verzichten, um auch so auch
langwierige Streitigkeiten zu vermeiden.
In diesem Sinne möchte ich auch dir die Hand reichen und stimme
unter Umständen Deinen beiden Formulierungen zu, allerdings mit
meinen Bemerkungen:
Es ist nicht so, dass ich die „Sachlage zu diesem
Zeitpunkt noch nicht durchschaut habe“ – ich habe sie
anders wahrgenommen, weil ich eben von der Brisanz dieser
Entwicklung anders ausgegangen war und zwar so dass sie intern
geklärt würden.
Als Präsident des Gehörlosenbundes sehe ich mich nicht als Vormund
aller Gehörlosen und hielt mich daher zurück, und jetzt sehe ich es
dass ich mich mehr in den Vordergrund bringen muss!
Einige Anmerkungen meinerseits noch:
Die Verkürzung des Textes Warnmeldung geschah aufgrund der
gemachten Erfahrungen mit den "Zeugen Jehovas", die uns zur
Vorsicht geführt hat. Deswegen musste eine Unterlassungs-erklärung
in unserer Homepage veröffentlicht werden.
Es war übrigens keine Absicht, dass meine Video-Warnmeldung relativ
schnell in das News-Archiv der Homepage des Deutschen
Gehörlosen-Bundes verschoben wurde. Dieses geschah aufgrund der
Eilmeldung über den plötzlichen Tod von Jochen Muhs und nicht, um
das Video schnell in den Hintergrund verschwinden zu lassen.
Der Blick auf die Einheit der Gehörlosengemeinschaft ist
wichtig, in dem Bewusstsein, dass keine weiteren Grabenkämpfe
angestrebt werden sollten, sondern unsere Aktivitäten sich auf die
politischen Dinge konzentrieren und wir den Blickpunkt und unsere
gebündelte Energien in die Politik wie Behinderten-, Sozialrecht,
Arbeitsmarkt u.a. lenken.
Ich distanziere mich bewusst von MitarbeiterInnen und Mitgliedern,
die bewusst die Gutgläubigkeit anderer gehörlosen Menschen sowohl
ausnutzen als auch abzocken.
Daher halte ich für sinnvoll, eine Verbrauchsberatungszentrale auf
freiwilliger Basis schnellstmöglich zu starten und sie mit
unabhängigen Personen zu besetzen, um eine Beratung auf gemeinsamer
Basis in Gebärdensprache für die Betroffenen ermöglichen zu können,
wie auch in solchen dubiosen Fällen.
Somit möchten wir die erste Anlaufstelle und somit die
Ansprechpartner für die Ratssuchenden sein!
München,30.11.2010
Rudolf Sailer
































