Annäherungstreffen zwischen Schwester M. Andrea aus der Ordensleitung und Barbara Schumacher, einer ehemaligen Betroffenen

Misshandlungen von Heimkindern waren in früheren Jahren nicht selten. Das traf auch für gehörlose Kinder zu, und auch Ordensschwestern waren oft nicht gerade zimperlich. Ehemalige Schüler werden diese schlimmen Erinnerungen nicht los. Aber sie möchten, dass die Vorfälle bereinigt werden. Von einem Treffen Betroffener mit Verantwortlichen der Heime berichtet Sylke Heinrich:

Es wurde schon im vergangenen Jahr über die Misshandlungen gehörloser Kinder berichtet (Taubenschlag vom Juni 2010). Nun kann inzwischen weiteres berichtet werden:

Nach einigen kleinen Annäherungstreffen zwischen Schwester M. Andrea aus der Ordensleitung und Barbara Schumacher, einer ehemaligen Betroffenen, fand am 19. Februar 2011 ein offizielles großes Treffen in Osnabrück statt, um dem Geschehenen Raum zu geben. Bei diesem Treffen waren neben der Caritas (Träger des Heimes) ehemalige und jetzige Schwestern und sogar Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Osnabrück, anwesend.

Unerwartet besuchten viele Gäste und Betroffene diese Veranstaltung. Über zwei Stunden fungierte Sylke Heinrich als Moderatorin bei der schwierigen Anhörung und den Dialogen zwischen den Betroffenen, Schwestern und dem Träger.Es war erschreckend, direkt von den Betroffenen, die sich jetzt erst endlich äußern können, zu erfahren, was alles geschah. Wichtig war an diesem Tag, dass beide Seiten aussprechen konnten, wie man sich fühlte. Denn auch für die Schwestern war es damals  ein Sprung ins kalte Wasser, so plötzlich ohne Vorkenntnisse eine Schar von Gehörlosen  zu versorgen. Zuletzt sprach der Bischof sein Bedauern aus, und die Schwestern entschuldigten sich für alles was geschah.

Nun überlegt man, ob und wie eine Beratung für alle betroffenen Misshandelten erfolgen kann. Die Caritas bot Beratungsgespräche an, zusammen mit einem Gebärdensprachdolmetscher. 

Seitdem ist einige Zeit verstrichen. Bis jetzt meldeten sich tatsächlich nach der Veranstaltung einige Betroffene bei den Schwestern. Die Caritas in Osnabrück bietet weiterhin Beratung an. Sollte jemand Bedarf haben, diese Beratung anzunehmen, werden die Betroffenen hiermit dazu ermutigt sich beim Caritasverband zu melden:

Rita Nolte, Fax: 0541/34978-4122, E-Mail: RNolte@caritas-os.de

 Im Großen und Ganzen kann festgestellt werden: Es gibt Bemühungen, Betroffenen die Verarbeitung der schweren Zeit  zu ermöglichen. Ein erster Erfolg!

Kommentare

Von: Anna-Carina Nolden

Datum: 20.04.2011 11:34

ich finde es persönlich sehr erschreckend das so etwas passieren muss denn soetwas dieses leid was diese menschen erfahren haben, haben sie nicht verdient!! Ich frage mich warum niemand eingreifen tut oder irgendjemand etwas bemerkt hat ist einfach unverantwortlich

Von: disserstedt144

Datum: 26.03.2012 13:34

Und vor allem,Gewalt und Christ-sein,das passt nicht zusammen.Jesus hat nichts von Gewalt gesagt ! Deswegen erschreckte es mich ja auch so,als diese Nachrichten kamen von Gewalt an christlich geführten Internaten und Schulen.Gewalt tut immer weh,ob das Opfer nun hörend oder hörgeschädigt ist,der Schmerz ist der gleiche. Eher versteht im Zweifel der hörgeschädigte Schüler noch weniger,warum er geschlagen wird.Gut,dass sich die Geschehnisse nicht länger im Dunkel halten lassen.Hoffentlich passiert es nie wieder! Dorena

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