@hewritesilent:
Ich habe hörende Schulen von klein auf ohne Gebärdensprachdolmetscher besucht, meine Muttersprache ist also Deutsch in Wort und Schrift, die Gebärdensprache kam erst mit 17/18 Jahren dazu.
Durch den Besuch einer normalen Schule werden Berühungsängste abgebaut zwischen beiden Seiten. Durch die Inklusion lernen spätere Arbeitgeber und Angestellte, dass Menschen mit Behinderungen ganz normale Menschen sind, die die gleiche Leistung erbringen können. Das ist der Punkt, warum Inklusion wichtig ist, weil sie einen ungeheuer großen Lerneffekt mit nach sich zieht für viele Bereiche!
Und ich kenne sehr viele Gehörlose, die am Arbeitsplatz keinen Gebärdensprachdolmetscher haben, sondern diesen nur dann dazu holen, wenn Besprechungen, Veranstaltungen, Chefgespräche anstehen.
Kommunikation muss und sollte im Alltag ohne Gebärdensprachdolmetscher klappen, denn so ist Integration in den ersten Arbeitsmarkt möglich.
Man sollte als gehörloser Mensch so weit selbsttändig sein, dass man einen Gebärdensprachdolmetscher braucht, wenn man wirklich darauf angewiesen ist, aber doch nicht JEDEN TAG die ganze Zeit!
@Radon: Die normalen Schulen schneiden puncto der Bildung besser ab, schneiden einfach im Lebenslauf besser ab und vor allem: Sie sind viel öfters wohnortnah zum eigenen Wohnort als Gehörlosen/Schwerhörigenschulen!
Normales Familienleben heißt für mich: Das gehörlose Kind wächst normal auf bei ihrer Familie, sie kommt von der Schule heim, macht ihre Hausaufgaben - sie IST einfach bei ihrer Familie! Wie jedes andere hörende Kind halt auch. Und sie wird sicherlich Freunde in ihrer Klasse finden und Besuch erhalten und selbst Besuche abstatten. Das ist das normale Leben.
Ganz einfach.
Ihr solltet euch viel weniger Gedanken darüber machen, dass die Inklusion die Gehörlosenkultur zerstört, sondern mehr Gedanken darüber machen, wie man die Gehörlosen/Schwerhörige wieder für Gehörlosenvereine und den Gehörlosensport interessieren kann. Ihr könnt nicht alles für böse ansehen für die Gehörlosenkultur, weil das Unsinn ist.
Seht einfach die gehörlosen/schwerhörigen Kinder, die auf eine normale Schule gehen mit oder ohne Gebärdensprachdolmetscher als binationale Kinder an - Kinder, die mit zwei Sprachen und Kulturen aufwachsen. Und es schadet ihnen nicht, ganz im Gegenteil!