ragazza

Die AG Queer Studies startet in 2012 gleich am kommenden Mittwoch, den 11. Januar mit einem Vortrag zu Sexarbeit in St. Georg, der in die Deutsche Gebärdensprache gedolmetscht wird. Stattfinden wird die Veranstaltung wie üblich um 19:15 Uhr im Raum 0079 WiWi-Bunker der Uni Hamburg (Von-Melle-Park 5).

„Die Würde ist unantastbar und das ist auch so.“
Vom Überlebenskampf und alltäglichen Grenzverletzungen Drogengebrauchender Sexarbeiterinnen

In ganz unterschiedlicher Weise erzählen Drogengebrauchende Sexarbeiterinnen von ihrer persönlichen „Abhärtung“, die es ihnen ermöglicht, überleben zu können. Entweder sie sehen sich als „Härtefall“ oder sie negieren existentielle Bedürfnisse, um den Schmerz und die Verletzung nicht spüren zu müssen. Der Konsum von Drogen wird offensichtlich als die einzige zuverlässige Hilfe und Unterstützung wahrgenommen, um den Schmerz und die erlebten Traumata zu bewältigen, weil kein Auffangnetz existiert. „Drogenprostituierte“ sind als Junkiehuren, Abhängige, Kranke und Krankheit verbreitende, unprofessionell arbeitende Prostituierte stigmatisiert. Die Stigmata verschränken sich mit einer restriktiven und punitiven Struktur. Das hat eine verheerende Wirkung auf Drogengebrauchende Sexarbeiterinnen, sie werden kriminalisiert und sind nicht mehr als handlungsfähige Subjekte erkennbar.
Inwieweit diese Zuschreibungen und Bilder ihrem Alltag und Selbstverständnis entsprechen, welche Auswirkung die repressive Politik in Hamburg auf Drogengebrauchende Sexarbeiterinnen hat, wird im Vortrag diskutiert.

Referentinnen:
Gudrun Greb, Geschäftsführerin ragazza e.V. Hamburg. Ragazza ist eine niedrigschwellige und akzeptierende Kontakt- und Anlaufstelle mit einem integrierten Gesundheitsraum/ Konsumraum und bietet Hilfen für Frauen, die Drogen konsumieren und der Prostitution nachgehen.
http://www.ragazza-hamburg.de/
Kathrin Schrader, Promovendin an der Technischen Universität Hamburg-Harburg, zum Thema Handlungsfähigkeit Drogengebrauchender Sexarbeiterinnen.

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