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Der Landesverband kam dieses Jahr zu seiner alljährlichen Mitgliederversammlung in Weinheim zusammen.
In diesem Jahr standen dabei vorwiegend Formalia auf der Tagesordnung, in die man nach einem Grußwort durch Oberbürgermeister Bernhard einstieg. Der Oberbürgermeister begrüßte die anwesenden Delegierten gekonnt in Gebärdensprache. Sehr zur Freude der über 70 Gehörlosen aus ganz Baden-Württemberg. Sie dankten es ihm mit langanhaltendem freudigen Applaus.
Ein Impulsreferat hielt auch Gunter Erbe. Er stellte die neue Stiftung „Pro Kommunikation in Baden-Württemberg“ vor, die aus dem Badischen Wohlfahrtsverband der Hörgeschädigten hervorgegangen war. Neu sei vor allem, dass man die Arbeit aus einer anderen Richtung heraus angehe. Man wolle die Kommunikation fördern und nicht die Hörbehinderung in den Mittelpunkt stellen. Wenn dann auch demnächst der Württembergische Wohlfahrtsverband der Hörgeschädigten in der Stiftung aufgehe, sei man komplett, so Erbe.
Der Landesvorsitzende Wolfgang Reiner blickte sodann auf ein intensives und arbeitsreiches letztes Arbeitsjahr zurück. Zwei Punkte hob er besonders hervor. Zum einen die vielen Aktionen rund um das Wochenende der Gebärdensprache, dass 2017 in Stuttgart stattfand. Und zum anderen der Einsatz für Gebärdensprachdolmetscher. Um genau zu sein: für eine umfangreichere Kostenerstattung für gehörlose Eltern, wenn sie für schulische und vorschulische Aktivitäten ihrer Kinder einen Dolmetscher in Anspruch nehmen. Bisher sind die Erstattungsregeln dazu sehr restriktiv. Das Ziel sei weiterhin eine moderne Kommunikationshilfenverordnung. Im September hatte man dazu fast 5000 Unterschriften an Sozialminister Manne Lucha, MdL übergeben. Bei diesem Thema werde man hartnäckig dranbleiben, versprach Wolfgang Reiner.
Eine Nachwahl führten die Delegierten dann auch noch durch. Da im letzten Jahr einer der beiden Posten des stellvertretenden Landesvorsitzenden nicht besetzt werden konnte, wurde dies dieses Jahr nachgeholt. Andreas Frucht aus Backnang stellte sich den Delegierten vor und wurde gewählt – mit 100% Zustimmung. Damit sei der Landesvorstand nun wieder komplett, freute sich Wolfgang Reiner.
Einen inhaltlichen Aufschlag bildete in diesem Jahr die Überarbeitung der Satzung des Landesverbands. Man wolle sie grundlegend modernisieren und dem Stand der Zeit anpassen, erläuterte Wolfgang Reiner die Ideen zur Änderung. Beispielsweise beim Datenschutz, dem durch die neue EU-Datenschutzverordnung ein neuer Stellenwert gegeben werde.
Um die Satzung zu beschließen werde der Landesverband auch eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Herbst einberufen. Diese werde am 15. September in Tuttlingen stattfinden. Der gastgebende Gehörlosenverein Tuttlingen wird an diesem Tag sein 100jähriges Bestehen feiern und freut sich schon jetzt darauf, die Gehörlosen aus ganz Baden-Württemberg begrüßen zu können.
Die Mitgliederversammlung schloss mit einem Ausblick auf das anstehende Arbeitsjahr. Das Wochenende der Gebärdensprache, als zentrales Aktionswochenende des Landesverbands, werde in diesem Jahr vom 21.-23. September in Reutlingen und Tübingen stattfinden. Schon jetzt lade er alle zu den vielen Veranstaltungen ein, die die Welt der Hörenden und der Gehörlosen miteinander verbinden, so Wolfgang Reiner.
Zum Abschluss dankte Wolfgang Reiner dem örtlichen Gastgeber, dem Hörgeschädigtenverein „Edelweiß“ Weinheim/ Bergstraße 1929 e.V. mit seinem Vorsitzenden Heinz Brandt, für die optimale Vorbereitung und Bewirtung der Versammlung.

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