Anzeige
0
0

Die Deutsche Gesellschaft für Taubblindheit gGmbH sucht ab dem 1. September mit Beginn des neuen Schuljahres 2018/2019

einen*eine Integrationshelfer*in für ein Schulkind auf Honoarbasis

Ihr Aufgabengebiet:

  • Schulbegleitung eines 9 jährigen Mädchens, namens Ainhoa
  • Förderung der kommunikativen Fähigkeiten
  • Förderung der Mobilität
  • Hilfestellungen beim Überwinden von Barrieren

Ihr Profil:

  • Wünschenswert ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium im sozialen oder pädagogischen Bereich, ist aber keine Grundvoraussetzung
  • Kenntnisse in Gebärdensprache
  • Erfahrungen im Umgang mit Kindern mit Mehrfachbehinderung sind von Vorteil
  • Freundliches, geduldiges und kinderliebendes Wesen
  • Flexibilität, Neugier, Einfühlsamkeit und Lernbereitschaft
  • Bereitschaft Urlaub in den Schulferien zu nehmen

Wir bieten:

  • Fachliche Einarbeitung
  • Bezahlung auf Honorarbasis
  • Weiterbildung
  • Sinnstiftende und wertvolle Arbeit

Ainhoa stellt sich vor:

Ich heiße Ainhoa, bin 9 Jahre alt und gehe in die 2.Klasse der J.J. Gronewald-Schule, in Köln. Das ist eine Schule für gehörlose und schwerhörige Kinder. Denn, Ihr habt’s erraten: ich bin gehörlos.

Aber, bei meiner Produktion wurde noch einer oben draufgelegt, denn ich bin nicht „nur“ gehörlos, sondern kann auch nicht gut sehen.

Deshalb gehöre ich zu der Gruppe der taubblinden Menschen. Die haben hier in Deutschland eine Gesellschaft, mit ganz tollen und engagierten MitarbeiterInnen, die mir jetzt helfen, eine sympathische, hilfsbereite, einfühlsame, neugierige und starke Person zu finden, die mich in der Schule begleitet.

Ich habe so ziemlich meinen eigenen Kopf – Dickkopf würden jetzt meine Eltern sagen – aber ich brauche etwas Unterstützung, um den auch durchzusetzen. Manchmal geht es wohl aber auch darum, meinen Dickschädel nicht durchzusetzen und zu lernen, dass bestimmte Sachen nur zu bestimmten Zeiten gemacht werden dürfen – also Regeln und Abläufe lernen!

„Taubblind“ klingt für einige Leute, erst mal beängstigend, vielleicht sogar abschreckend. Aber im Alltag sieht das ganz anders aus. Obwohl ich gar nichts hören, mit einem Auge nichts sehen und mit dem anderen nur wie durch ein Schlüsselloch gucken kann – wundern sich täglich meine Eltern, Geschwister, Mitschüler, Lehrerinnen und eigentlich alle, die mich kennen, was ich so alles hinkriege. Ich bin halt ein ziemlich cleveres Mädchen, sehr neugierig und möchte ganz viel lernen. Ach, und ganz süß bin ich auch noch!

Ich habe das CHARGE-Syndrom. Das heißt, dass ganz ganz am Anfang, als ich noch kleiner als ein Gummibärchen war, wohl etwas schiefgelaufen ist. Irgendein Buchstabe von irgendeinem Chromosom ist kaputtgegangen. Einfach so, ganz spontan. Und von da an, haben sich alle anderen Buchstaben irgendwie verschoben und das ganze Alphabet ist bei mir ziemlich durcheinander gekommen. Die Ohren wussten nicht mehr, wie sie richtig wachsen sollten und haben nicht gelernt zu hören, die Augen hatten auch keinen Plan mehr, das Herz hatte ein Loch und noch ganz vieles mehr… Das ist so wie genetisches Lottospielen, sagen meine Eltern. In Deutschland kommt alle 10.000 Kinder 1 CHARGE-Kind auf die Welt. Also doch ein bisschen mehr als Lottogewinner, aber doch so wenige, dass nicht viele Menschen von uns wissen. Noch nicht mal die meisten Ärzte oder Lehrer.

Deshalb ist der Schulbegleiter oder die Schulbegleiterin auch so unglaublich wichtig für mich! Wir würden 15,5 Stunden pro Woche zusammen verbringen. Immer dienstags und donnerstags, von 7:45 bis 15:30 Uhr.

Ich brauche Deine Hilfe, um meine Kommunikation zu verbessern. Denn ich gebärde noch nicht selbst, aber ich habe schon verstanden, dass die Gebärden ganz gut sind, wenn man etwas möchte. Ich kann natürlich nicht sprechen, aber irgendwie gelingt es mir trotzdem, dass mich, die Leute, die mich kennen, auch meistens verstehen. Wenn ich es irgendwann auch schaffe zu gebärden, würden mich aber noch viel mehr Leute verstehen.

Obwohl ich Probleme mit dem Gleichgewicht habe, kann ich alleine laufen – dabei hatten einige Fachleute gedacht, ich würde das nie schaffen. Beim Treppensteigen tu ich mich noch etwas schwer und meine Schule ist leider nicht barrierefrei. Aber, wenn Du mir die Hand gibst und darauf achtest, wann ich Hilfe brauche, können wir die Mobilitätsbarrieren zusammen überwinden.

Außerdem übe ich noch alleine auf Toilette zu gehen. Manchmal verpasse ich aber den richtigen Zeitpunkt, es wäre also super, wenn Du mich immer wieder daran erinnerst und mich auch dorthin begleitest.

WIE DU SEIN SOLLTEST? Natürlich freundlich, neugierig, offen und flexibel. Du müsstest selbstverständlich Kinder mögen und es wäre bestimmt auch hilfreich, wenn Du eine pädagogische Ausbildung hast. Am besten wäre es natürlich, wenn Du auch die Gebärdensprache kannst und schon vorher mit Menschen gearbeitet hast, die nicht ganz der gängigen Norm entsprechen.

Wenn wir zusammenarbeiten, werden wir viel miteinander lachen und ganz viel voneinander lernen – da bin ich mir sicher!

Die Gesellschaft für Taubblindheit bezahlt Dich für Deine Arbeit auf Honorarbasis und außerdem können sie Dich noch fachspezifisch weiterbilden.

Also, worauf wartest Du noch? Ich freue mich auf Deine Bewerbung!

Ihre Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte baldmöglichst an:

Hildegard Bruns

Deutsche Gesellschaft

für Taubblindheit gGmbH

Telefon       +49 (0)201 266770-47

Fax             +49 (0)201 266770-57

Mobil          +49 (0)1520 1647081

E-Mail        h.bruns@gesellschaft-taubblindheit.de

Internet      www.gesellschaft-taubblindheit.de

————————————————————————————————

Geschäftsadresse: Hollestr. 1 | 45127 Essen

Sitz: Amtsgericht Aachen HRB 19316 | Steuer-Nr. 111/5783/1990

Geschäftsführerin: Hildegard Bruns

Drucken
Anzeige

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.