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Douglas Munyendo, heute besser bekannt als Lal Daggy, wurde als hörender Junge in Butere, westliches Kenia geboren. Mit fünf Jahren zog er sich eine mysteriöse Krankheit zu, bekam wegen Vernachlässigung keine ärztliche Versorgung und ist daran ertaubt. Seine Stiefmutter hat ihn ständig ausgeschimpft und verprügelt, weil er „zu dunkel und zu taub“ war.

Nachdem seinem Vater klar wurde, dass Douglas mit seinen neun Geschwistern nicht mehr um Aufmerksamkeit konkurrieren konnte, hat er ihn zu einer Grundschule für Gehörlose gebracht. Später ist er zu einer weiterführenden Schule für Gehörlose, der Nyangoma School for the Deaf in der Stadt Kisumu gegangen. Da bekam er Musik- und Tanzunterricht und träumte davon, ein Rapper zu werden.

Er dachte, weil er taub ist, kann er im besten Fall darauf hoffen, Background-Tänzer in Rap-Videos zu werden. Es gab damals keinen tauben Musiker in ganz Afrika. Doch er gab nicht auf. Er traf sich mit Bruce Odhiambo, einem Musikproduzenten, der damals auch Vorsitzender einer Stiftung für Jugendförderung war, der Youth Enterprise Development Fund.

Mit Bruce hat er an seinem ersten Lied gearbeitet, Story ya Machampion (Die Geschichte von Champions). Das Lied erschien 2013 und erlangte großen Erfolg. Der Text, den Daggy in dem für Kenianischen Hip-Hop üblichen Mischung aus Englisch und Suaheli geschrieben hat, wurde vom berühmten Hip-Hop-Künstler Nonini gesungen. Im Videoclip gebärdet Daggy selbst und unten erscheint gleichzeitig der Text auf Englisch.

Ich mag Rapmusik wegen dem kräftigen Beat“, erklärt Daggy. „Ich habe große Boxen. Zu Hause schaue ich Fernsehen in voller Lautstärke und ich mag die Videos, wo der Songtext unten zu sehen ist. Ich höre zwar nicht die Melodie, aber ich spüre die Vibrationen und lese von den Lippen des Künstlers ab.

Seit seinem ersten Lied sind fünf weitere Singles von ihm erschienen. Er wurde auch vom kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta eingeladen, im State House (dem Amtssitz des Präsidenten) aufzutreten.

In einem Interview mit dem Poor Magazine hat er eine klare Botschaft für Eltern tauber Kinder: „Eltern mit tauben Kindern sollten sie nicht verstecken, oder ihnen die Möglichkeit verweigern, das zu sein, was sie sein wollen. Mit Unterstützung kann man das Schicksal seines Kindes ändern. Glaubt an uns, unterstützt uns, damit wir in unserem gewählten Bereich erfolgreich sein können.“

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