Seite 1 2 3 > >>

Praktikumsstelle für gebärdensprachkompetente Person in Marokko

Itto und Haddou Mouzoun

"Die mangelhaften örtlichen Bildungsmöglichkeiten erweckten in uns den Wunsch nach einer Alternative. Wir wünschen uns für die Kinder des Tales eine Schule, die die Freude am Lernen fördert und eine Bildungseinrichtung, welche Schülern die Chance gibt, mutig neue Wege zu gehen, die im Einklang mit ihrer Person, ihrem persönlichen Hintergrund, ihrer Religion, dem sozialen traditionellen Umfeld und der immer moderner werdenden Welt sind. Wir wünschen uns einen innovativen und gleichzeitig nachhaltigen Ort. Diese Schule soll Modellcharakter haben und Menschen inspirieren."

So beschreiben die aus Deutschland stammende Stefanie Tapal-Mouzoun und ihr marokkanischer Mann Haddou Mouzoun die Zielsetzungen für die von ihnen gegründete Schule "école vivante" (= lebendige Schule). Die Mouzouns haben drei Kinder. Eine Tochter ist hochgradig schwerhörig. Hinzu kommt ein weiteres hörgeschädigtes Kind. Diese beiden Kinder sollen optimal unterrichtet werden, in DGS. Für diesen Zweck sucht die Schule jetzt eine/n Praktikantin/en, der/die fit ist in DGS und möglichst selbst taub bzw. hörgeschädigt ist. Wer ein wenig abenteuerlustig ist, Interesse an fremden Kulturen und Sprachen hat (Arabisch, Berber-Sprache, Französisch, Deutsch, DGS) kann sechs Wochen lamg - oder auch länger - an der école vivante ein Praktikum machen. Nehmen Sie einfach Kontakt auf mit Frau Stefanie Tapal-Mouzoun.

Der „flexible bilinguale Unterricht“

Ronny Bohms

Ronny Bohms ist Lehrer am Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Halberstadt. Im Moment unterrichtet er die Fächer Wirtschaft/Technik in den Klassenstufen 5–10 und betreut hörgeschädigte Kinder, die im Rahmen des gemeinsamen Unterrichts an den Regelschulen in Sachsen-Anhalt gefördert werden.

In der Novemberausgabe (89/2011) von DAS ZEICHEN wurde ein Artikel von ihm veröffentlicht unter dem Titel:

An einer Kölner Grundschule werden zwei gehörlose Kinder eingeschult!

Einschulung

Integration, Inklusion, UN-Behindertenrechtskonvention - diesen Begriffen begegnet man jetzt täglich. An der Kölner Albert-Schweitzer-Schule macht man "Nägel mit Köpfen" und versucht, Inklusion in die Praxis umzusetzen. Behinderte Kinder werden gemeinsam mit nicht behinderten unterrichtet. Jetzt wurden auch zwei gehörlose Kinder eingeschult. Selbstverständlich stehen rund um die Uhr Dolmis zur Verfügung, und das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Bemerkenswert: Die Eltern der gehörlosen Kinder sind gehörlos. Die Kinder sind also in der DGS topfit, und die Eltern ziehen die Regelschule vor, weil Kommunikation und Bildungsniveau an den Förderschulen ihrer Meinung nach unzureichend sind. Als ehemalige Schüler müssten sie eigentlich wissen, wovon sie sprechen. Und sie haben sich mit der Theorie von Integration und Inklusion beschäftigt. Eine Mutter erklärt den Unterschied sehr anschaulich in DGS.

Ein Team von Vibelle hat die Einschulung und Interviews mit Lehrern und Eltern gefilmt:

Einschulung an der Albert-Schweitzer-Schule - An einer Kölner Grundschule werden zwei gehörlose Kinder eingeschult!

Aktuelle Fragen der Hörgeschädigtenpädagogik

Aktuelle Fragen der Hörgeschädigtenpädagogik

Am 18./19.11. findet in Bramsche die 18. Jahrestagung des DFGS (Deutscher Fachverband für Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik e.V.) statt unter dem Thema "Aktuelle Fragen der Hörgeschädigtenpädagogik". Das klingt ein wenig "wischiwaschi", hat's aber in sich. Typisch für den DFGS ist die Kooperation von hörenden und hörgeschädigten Fachleuten, auf Augenhöhe! Sehen Sie sich das Programm mal an! Neben "Fachchinesisch" wie "Möglichkeiten der Interventionen bei Kindern mit CHARGE-Syndrom" gibt es z.B. auch "DGS als Unterrichtsfach - Errungenschaften und Herausforderungen heute", "DGS-Didaktik" und "Schwerhörige und Gehörlose im Web 2.0". Es lohnt sich also in jedem Fall, nach Bramsche zu fahren. Falls Sie sich noch nicht angemeldet haben - das können Sie auch online tun.

18. Jahrestagung des DFGS in Bramsche - Aktuelle Fragen der Hörgeschädigtenpädagogik

Gebärdensprachkompetente LehrerInnen gesucht

LEO

In NRW werden gebärdensprachkompetente LehrerInnen gesucht.

Bei Interesse können Sie sich online bewerben unter: www.leo.nrw.de

DIE SPRECHENDEN HÄNDE - MITTENDRIN

Lutz und Klasse

Nicht gerade üblich, aber umso vorbildlicher, wenn eine hörende Lehrerin einen Gehörlosen zur Verbesserung der Kommunikation um Hilfe bittet, wie Frau Collin aus Güstrow es getan hat (s.u.). Das allein lässt schon das Herz von Tauben und Taubenschlägern höher schlagen. Unsere Freude wurde nur noch dadurch gesteigert, dass unser Aufruf eine so durchschlagende Wirkung hatte. Lutz Pepping schreibt:

An einem Morgen im Internat der California School for the Deaf (CSD) in Fremont (USA) las ich, wie gewöhnlich, immer zuerst im Internet taubenschlag.de, was sich in unserer Welt der Gehörlosen und Schwerhörigen bewegt und fand einen interessanten Beitrag. Die Lehrerin Silvia Collin schrieb, dass ihre Klasse und sie für die Fahrt nach Schwerin einen gehörlosen, gebärdensprachigen, männlichen (!) Betreuer suchten.

Lutz ist mitgefahren, und alle Beteiligten waren hellauf begeistert. Lesen Sie Lutz' Bericht:

„Leben in verschiedenen Welten - gehörlose Eltern und ihre hörenden Kinder

Sabine Goßner

Am 8. April findet in Erfurt die Fortbildungsveranstaltung „Leben in verschiedenen Welten - gehörlose Eltern und ihre hörenden Kinder (CODA: Children of Deaf Adults)“ statt.

In dieser Fortbildung geht es um die besondere Situation von hörenden Kindern gehörloser und /oder schwerhöriger Eltern.
Folgende Schwerpunkte werden u.a. Gegenstand der Veranstaltung sein:
• der CODA- Begriff
• ein Exkurs in die hörende und Gehörlosenkultur
• die Auswirkung der beiden Kulturen auf die CODAs
• typische Problemfelder während des Aufwachsens in der Familie, in Einrichtungen, im Lebensumfeld
• die Fördermöglichkeiten von CODAs
• die Vorstellung der CODA D.A.CH.-Vereinigung

Die Dozentin, Frau Sabine Goßner, wird praxisnah durch die Veranstaltung führen und auf Fragen und Wünsche der TeilnehmerInnen gern eingehen.

Leben auf dem Trapez

Trapez

Die bundesweite Tagung "Leben auf dem Trapez" findet vom 4.5.-6.5.2011 in Freising bei München statt. Es treffen sich jährlich Fachleute aus ganz Deutschland, die im Bereich Frühförderung, Familienhilfe, Therapie, Sozialdienst etc. mit CODA-Kindern sowie gehörlosen Kindern arbeiten.
Die Tagung bietet Vorträge, Workshops, Diskussionen etc. Gehörlose Fachleute haben die Möglichkeit, sich über ihre Arbeit und Erfahrungen untereinander auszutauschen. Auch die hörenden und gehörlosen Fachleute können von einem Austausch profitieren.

Bei der gesamten Tagung stehen Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung.
Anmeldeschluss ist der 1.3.2011

Grenzen setzen, sich selbst vertrauen, Gewalt vermeiden

Gewaltprävention

„Grenzen setzen – sich selbst vertrauen – Gewalt vermeiden“ – Angebote zur Gewaltprävention für gehörlose Kinder und Jugendliche“
‚Grenzen setzen – sich selbst vertrauen – Gewalt vermeiden‘, unter diesem Titel wurde im November 2009 in Berlin ein Modellprojekt gestartet, das gewaltpräventive Angebote für gehörlose Kinder und Jugendliche konzipiert und durchführt hat. Initiiert wurde das Modellprojekt vom Bundeselternverband gehörloser Kinder e.V. Konzeptionell ausgearbeitet und realisiert wurde es vom Berliner Elternverein Hörgeschädigter e.V. und dem ifgg - Institut für genderorientierte Gewaltprävention e.V. . Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Stiftung ‚Aktion Mensch‘ und der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin (jfsb).

Weiterlesen »

Bilder aus dem Leben eines Taubstummen

Otto Friedrich Kruse

"So laufe denn dieses Schiffchen (gemeint ist sein Buch), an welchem der 76jährige Zimmermann (er selbst) mit fast jugendlicher Kraft gearbeitet hat, daß es glückliche Fahrten mache und heimbringe der Schätze viele auf den Heerd der Menschenbildung und Menschenbeglückung. Das gebe Gott!" So Otto Fredrich Kruse in seiner 1876 veröffentlichten Autobiografie "Bilder aus dem Leben eines Taubstummen". Wenn der gläubige Christ Kruse jetzt aus dem Himmel herunterschauen würde, wäre er sicher mehr als verwundert, dass sein "Schiffchen" jetzt, nach 135 Jahren, durch das Internet segelt. ;-)

Das Büchlein einzuscannen war nicht so ganz einfach. Es muss vor Jahrzehnten zwar schon mal renoviert worden sein, aber trotz des "neuen" Einbands ist es brüchig, die Seiten sind vergilbt, und beim Umblättern muss man fürchten, dass sie zerreißen oder zerbröseln. Aber ich habe es geschafft. Man scheut ja keine Mühen, für die Taubenschlag-Besucher (hatte ich ja versprochen, s.u.) und vor allem zu Ehren von OFK! Das PDF-Dokument ist durchsuchbar, allerdings nur sehr unzuverlässig. "Bremen" z.B. wird gefunden, "taubstumm" dagegen nicht. Frakturschrift und vergilbte Seiten haben das Texterkennungsprogramm wohl überfordert.

Die vergilbten Seiten machen das Lesen ein wenig mühsam. Im Original ist es allerdings noch mühsamer. Die Mühe lohnt sich aber allemal. Kruses Büchlein gewährt Einblick in das Leben Gehörloser im vorvorigen Jahrhundert. Und es porträtiert einen taubstummen Taubstummenlehrer, der es - überwiegend im Selbststudium - zu einer beachtlichen Bildung und zu internationaler Anerkennung gebracht hat.

Viel Spaß beim Lesen der "Bilder aus dem Leben eines Taubstummen"! Wenn Sie Kruses Leben in Kurzfassung lesen möchten - die Kruse-Seite aus dem "Bilderatlas zur Geschichte der Taubstummenbildung" füge ich hinzu. Und bei KuGG finden Sie Daten zum Leben Kruses.

Gebärdensprache und Lautsprache in der deutschen Taubstummenpädagogik im 19. Jahrhundert

Helmut Vogel

1980, als ich meine Examensarbeit schrieb (s.u.), waren gehörlose Lehrer, überhaupt hörgeschädigte Akademiker, noch ein Wunschtraum. Nie hätte ich damit gerechnet, dass dieser Traum sich so schnell seiner Erfüllung nähern würde. Zu den jungen dynamischen Gehörlosen, die ihren eher skeptischen Lehrern zeigten: "Nichts ist unmöglich!" gehört Helmut Vogel. Inzwischen ist er anerkannter Historiker und Vorsitzender der KuGG. Er hat ein Studium in Erziehungswissenschaften, Geschichte und Gebärdensprache absolviert, den M.A.-Titel erworben und ist Erziehungswissenschaftler. Als Lehrer in die Schule gehen wollte er nicht und hat sich deshalb für die Erwachsenenbildung entschieden. Pädagogisch aktiv ist er mit seinen Führungen und Vorträgen. Mittlerweile betreibt er die  Ein-Mann-Firma Deaf History Now - Bildungs-/Geschichtsbüro Vogel.

Angeregt dadurch, dass ich meine alte Examensarbeit hier im Taubenschlag veröffentlicht habe, hat Helmut seine Magisterarbeit auch hervorgekramt und stellt sie Ihnen zur Verfügung. Zu dem Thema "Gebärdensprache und Lautsprache in der deutschen Taubstummenpädagogik im 19. Jahrhundert" hat ihn u.a. meine Examensarbeit angeregt, durch die sich zwangsläufig wie ein roter Faden der "Methodenstreit" zog. Schon im 19. Jahrhundert gab es Pädagogen, die sich gegen den einseitigen Oralismus wandten und die "kombinierte Methode" anwandten und propagierten. Aus der "kombinierten Methode" wurde in den 1980er Jahren die "Total Communication" und später dann der "Bilingualismus". Helmut stellt die verschiedenen Strömungen im vorvorigen Jahrhundert dar, vor allem natürlich die kombinierte Methode, und im Zentrum steht auch bei ihm der "Superstar" Otto Friedrich Kruse.

 

Hörgeschädigte Lehrer von Hörgeschädigten

Der taubstumme Taubstummenlehrer Otto Friedrich Kruse

Uralt, aus der Sicht junger Leute, aber vielleicht doch noch interessant für manchen, der sich mit der deaf history befasst: die Examensarbeit, die ich vor 30 Jahren zum Thema "Hörgeschädigte Lehrer von Hörgeschädigten" geschrieben habe. Die hat jahrelang unbeachtet im Regal gestanden. Durch Simone (s.u.), der ich einige Bücher geliehen hatte, bin ich wieder darauf gestoßen. Beim Blättern habe ich einiges gefunden, was ich längst vergessen hatte, z.B. dass ich Jack Gannon zitiert habe, den ich damals nur aus der Literatur kannte und den wir dann ein Jahr später in den USA besucht haben. Jack hat in den USA das Standardwerk zur deaf history geschrieben: Deaf Heritage. Als ich meine Examensarbeit geschrieben habe, bin ich so richtig auf den Geschmack gekommen, habe wochenlang bis in die Nacht hinein in "alten Schinken" geschmökert, habe gejubelt über meine Entdeckungen und war (bin ich auch heute noch) total begeistert von der deaf history. Vielleicht gehört meine Examensarbeit ja inzwischen auch dazu. ;-)

Da das mit dem Einscannen heutzutage so himmlisch einfach geht, sogar fehlerfrei, hab ich mir mal die Zeit genommen und aus der Examensarbeit ein PDF-Dokument gemacht. Ein großer Vorteil: Es lässt sich sogar durchsuchen. Probieren Sie es doch mal und suchen Sie nach "Kruse". Der kommt einige Male vor. Ich bin bis heute "Fan" von ihm. Falls es jemanden interessiert: Das Kruse-Büchlein "Bilder aus dem Leben eines Taubstummen" aus dem Jahre 1877 steht auch in meinem Bücherregal. Ließe sich auch einscannen, und der Urheberrechtsschutz ist natürlich längst abgelaufen. Falls Interesse besteht, schreiben Sie einfach einen Kommentar! Aber ein wenig über OFK finden Sie, wie gesagt, auch in meiner alten Examensarbeit.

 "Die Examensarbeit von Rehling ist aus meiner Sicht ein vergessener Klassiker für die erweiterte Geschichtsschreibung der Gehörlosenpädagogik." - Dies dicke Lob habe ich in der Examensarbeit (s.o.) von Helmut Vogel gefunden, die er fast 20 Jahre nach meiner geschrieben hat. Besonders toll, von einem gehörlosen Pädagogen und Historiker gelobt zu werden - von denen ich damals nur träumen konnte. Geht runter wie Öl, solch ein Lob!

2 neue CODA-Bücher

Gemeinsam in zwei Welten leben - Ratgeber für gehörlose Eltern

Im Beltz Verlag sind von den Autoren Charlotte Peter, Stephanie Raith-Kaudelka und Herbert Scheithauer gleich zwei neue Bücher zum Thema CODAs erschienen, ein Elternratgeber und ein Fachbuch für Interessierte und Fachleute.

"Gemeinsam in zwei Welten leben - Ratgeber für gehörlose Eltern" stellt Informationen und Anregungen für den Erziehungsalltag bereit und setzt diese in Zusammenhang mit den spezifischen Erfahrungen gehörloser Eltern mit hörenden Kindern. Alle Inhalte des Ratgebers wurden für gehörlose Eltern in Deutsche Gebärdensprache übersetzt und finden sich auf einer DVD, die dem Buch beiliegt.

Das Fachbuch "Gehörlose Eltern – Hörende Kinder" richtet sich an Interessierte und Fachleute, die mit gehörlosen Eltern und CODAs arbeiten. Die Autoren stellen darin theoretisches Hintergrundwissen zur Thematik, die Kinder- und Elternkurse des CODA-Trainingsprogramms sowie Übungen und Arbeitsmaterialien für die Praxis bereit. Für gehörlose Fachleute enthält das Buch eine DVD mit Übersetzungen in Deutsche Gebärdensprache.

Fremd(e) Sprache: Lehren, Lernen, Erforschen

DFGS-Tagung 2010

Bilingual - das war gestern! Warum nicht gleich tri- oder multilingual? Wenn schon, denn schon! ;-) Aber im Ernst: Warum nur DGS und Deutsch? Zum einen gibt es an den Schulen für Hörgeschädigte viele Kinder aus Migrantenfamilien, deren Muttersprachen durchaus gepflegt werden sollten, und zum anderen brauchen auch Hörgeschädigte Fremdsprachenkenntnisse, allen voran wohl im Englischen.

Mit dieser Thematik befasst sich die diesjährige Tagung des DFGS: "Fremd(e) Sprache: Lehren, Lernen, Erforschen". Sie findet vom 19. bis 20.11.2010 in Bad Segeberg statt. Wie immer sind auch Betroffene, also Gehörlose und Schwerhörige, herzlich eingeladen. DolmetscherInnen stehen selbstverständlich zur Verfügung.

DFGS-Jahrestagung 2010: Fremd(e) Sprache: Lehren, Lernen, Erforschen

 

Trauerkranz für die Opfer des Oralismus

Trauerkranz für die Opfer des Oralismus
Bild vergößern

Gedenken an die Opfer der oralistischen Bildung - Mailand 1880 - Vancouver 2010

Wirklich umwerfende Ideen haben die Österreicher: Ein Kranz für die Opfer des Oralismus, niedergelegt vor dem Haus der Gehörlosen! Urkomisch, könnte man meinen. Wer allerdings die Opfer des Oralismus kennengelernt hat, dem bleibt das Lachen im Halse stecken. Gehörlose, die lebenslänglich in die Psychiatrie weggesperrt wurden, weil sie aufgrund ihrer kommunikativen Not aggressiv geworden waren. Vor ihnen musste die Gesellschaft "geschützt" werden, und niemand hat sie zu sehen bekommen. Oder die ganz normalen Durchschnitts-Gehörlosen, die in ihrer Bildung massiv beschränkt wurden, da die vermeintliche Integration in die Welt der Hörenden halt oberstes Ziel war. Artikulation und Absehen waren eben wichtiger als eine fundierte Bildung. "Warum sollten Gehörlose studieren, wenn sie dann in ihrer Gemeinschaft isoliert sind!" Kaum vorstellbar, aber das waren die Worte eines Profesors für Gehörlosenpädagogik.

Bei allem Jubel über die Beschlüsse von Vancouver sollte man die Opfer von 130 Jahren Unterdückung nicht vergessen!

ÖGLB erinnert mit einem Trauerkranz an die Mailänder Resolutionen von 1880

Friedländer-Schule sucht 1-2 Lehrkräfte für Deutsch als Zweitsprache für gehörlose Migranten

Logo der Friedländer-Schule

Um ihr Angebot für gehörlose Migranten zu erweitern, sucht die Friedländer-Schule eine DaZ-Lehrkraft, die vom BAMF zugelassen ist (bzw. DaF studiert hat) und die Gebärdensprache beherrscht.

Haben manche LehrerInnen NICHTS dazugelernt?

Nur oral in Gl-Schule - nein danke!

"Vor 10 Jahren habe ich mich in der Gehörlosenschule zum erstenmal gefragt, ob hier Gehörlose zu Analphabeten ausgebildet werden. Erstaunt bin ich schon, dass sich kaum etwas geändert hat."

Das schreibt unser Teammitglied Bernd Schneider, selbst hochgradig schwerhörig, Vater eines gehörlosen Sohnes und und damals im Elternbeirat an der Gehörlosenschule. Er bezieht sich auf den Bericht einer Studentengruppe über eine Exkursion an das LBZ Halberstadt. Da sprechen LehrerInnen z.B. von bald aussterbenden Gehörlosen, und dass es sich daher gar nicht mehr lohne, DGS zu lernen. Schlimmer noch: Die einzige gehörlose Schülerin OHNE CI in einer Klasse sei "Schuld" daran, dass in der Klasse gebärdet werde. Finsterstes pädagogisches Mittelalter, das im krassen Widerspruch steht zu den Beschlüssen von Vancouver. Nun muss man natürlich differenzieren. Nicht alle Hörgeschädigtenlehrer denken und handeln so. Aber es gibt sie mit Sicherheit nicht nur in Halberstadt. Was kann man dagegen tun?

Karin Kestner hat einen drastischen Schritt unternommen. Sie hat eine Fach- und Dienstaufsichtsbeschwerde gegen das LBZ Halberstadt an das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt geschickt, als offenen Brief, der auch an die Presse und Politiker gegangen ist. Die LINKE hat schon eine Anfrage im Parlament angekündigt.

Klar, dass dieses Thema auch auf dem Fachkongress Bildung durch Gebärdensprache zur Sprache kommen wird.

Bildung durch Gebärdensprache

Vom 26. bis zum 28. August 2010 findet in Saarbrücken der 1. Internationale Fachkongress "Bildung durch Gebärdensprache" statt. Zu diesem Kongress heißt Sie der Präsident des DGB, Rudolf Sailer, herzlich willkommen.

Als Hauptredner konnte der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. international anerkannte Fachleute aus Politik und Kultur gewinnen. Dazu gehören: der ungarische Europaabgeordnete Dr. Ádám Kósa, die österreichische Parlamentsabgeordnete Mag. A. Helene Jarmer, Professor Dr. Christian Rathmann von der Universität Hamburg, die belgische Parlamentsabgeordnete Helga Stevens, EUD -Direktor Mark Wheatley und Reinhard Grobbauer, Verbandsleiter der Gehörlosenvereine im Salzburger Land. Sie alle garantieren eine sehr interessante Veranstaltung.

Ergänzend findet das Forum "Lebenslange Bildung durch Gebärdensprache" statt. Lebenslange Bildung und Weiterbildung sind für gehörlose Menschen der Schlüssel zur Teilhabe an der Gesellschaft, am Arbeitsleben und für ihre persönliche Entwicklung.

In den Vorträgen deutschsprachiger und internationaler Fachreferenten von Gehörlosen-Organisationen, Universitäten und Bildungsinstituten geht es um Bestandsaufnahme, Konzepte und Impulse für Innovationen vor dem Hintergrund der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung und der EU-Charta der Grundrechte. Außerdem gibt es Informations- und Beratungsstände im Foyer.

Anmeldung unter kongress2010@gehoerlosen-bund.de

Hier kommen Sie direkt zur Ticketbestellung.

 Video mit Rudi Sailer, Themen, Referenten und Programmablauf nun online.

Übernachtungsmöglichkeiten: „All-Inclusive“-Pakete

Ein neues Zeitalter: Taube Mitbeteiligung und Zusammenarbeit

Vor einer Woche hat die internationale Konferenz zur Bildung und Erziehung Gehörloser (ICED) die Beschlüsse des Mailänder Kongresses von 1880 aufgehoben und eine neue Resolution verabschiedet. Sie können Sie sich jetzt in internationalen Gebärden ansehen, dank der tatkräftigen Arbeit vom Gebärdenwerk, vertreten durch Knut Weinmeister, in Zusammenarbeit mit dem Institut für deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser, vertreten durch Professor Dr. Christian Rathmann.

ICED zieht Schlussstrich unter Mailänder Beschlüsse


Bild vergößern

Hartmut Teuber hat uns freundlicherweise eine deutsche Übersetzung der verabschiedeten Prinzipien zur Verfügung gestellt.

Es ist ein historischer Tag für die Gehörlosen weltweit. Die internationale Konferenz zur Bildung und Erziehung Gehörloser (ICED) hat am 20. Juli 2010 beschlossen, die Beschlüsse des Mailänder Kongresses von 1880 aufzuheben.

Damals beschlossen die anwesenden Gehörlosenlehrer, dass nur noch oral unterrichtet werden sollte. Das sollte der Todesstoß für die Gebärdensprache und ein Berufsverbot für die damals unterrichtenden gehörlosen Lehrer werden.

Gestern hat sich die Konferenz eindeutig von diesen Beschlüssen distanziert, wie folgt:

Weiterlesen »

WohnheimleiterIn auf Rügen gesucht

Sonderpädagogisches Zentrum Putbus

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt sucht das Sonderpädagogische Zentrum für mehrfachbehinderte hörgeschädigte Menschen in Putbus auf Rügen für die Leitung des Wohnheims eine pädagogische Fachkraft.

Das Wohnheim des Sonderpädagogischen Zentrums Putbus bietet Platz für 56 mehrfachbehinderte hörgeschädigte Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Derzeit beschäftigt die Herbert Feuchte Stiftungsverbund gemeinnützige GmbH in diesem Wohnheim 31 MitarbeiterInnen.

Der/die WohnheimleiterIn sollte über ein abgeschlossenes Hochschulstudium und mehrjährige Berufs- bzw. Führungserfahrungen verfügen. Vorausgesetzt werden selbstverständlich auch DGS-Kenntnisse - oder zumindest die Bereitschaft, sie zu erwerben.

AVWS-Fachtag im BBW Leipzig

Fachtag AVWS

Am 9. Juni 2010 findet im Berufsbildungswerk Leipzig der "1. Leipziger AVWS-Fachtag" statt. Die Diagnose AVWS bei Schülerinnen und Schülern an Förderschulen hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Das BBW Leipzig hat sich in einem Kooperationsprojekt mit dem Institut für Förderpädagogik der Universität Leipzig mit dieser Thematik gerade in Bezug auf den berufsbildenden Kontext beschäftigt und Handlungs- und Förderempfehlungen für pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erarbeitet. Mit dem 1. Leipziger AVWS-Fachtag soll eine Reihe ins Leben gerufen werden, die Wissenschaft und Praxis vereint und einen Austausch über Herausforderungen im pädagogischen Alltag anregt. Die Hauptreferentin Frau Dr. Alexandra Ludwig (Universität Leipzig) wurde zudem vor kurzem für ihre Forschungsarbeiten zu zentral-auditiven Verarbeitungsstörungen mit dem Stiftungspreis der GEERS-Stiftung ausgezeichnet.

Weitere Informationen und Anmeldung zum Fachtag unter: www.leipziger-avws-fachtag.de

Wird in Vancouver Schlussstrich unter Mailänder Beschlüsse gezogen?

ICED

Wer im Geschichtsunterricht Jahreszahlen auswendig lernen musste, wird sie hassen - und schnell alle wieder vergessen haben. Eine Jahreszahl werden Gehörlose aber NIE vergessen: 1880, das Jahr des Mailänder Kongresses, auf dem die Gehörlosenlehrer beschlossen, dass nur noch oral unterrichtet werden sollte. Das sollte der Todesstoß für die Gebärdensprache und ein Berufsverbot für die damals unterrichtenden gehörlosen Lehrer werden.

Es ist zu hoffen, dass das Jahr 2010 sich genauso ins Gedächtnis der Gehörlosen einbrennen wird. In diesem Jahr findet die internationale Konferenz zur Bildung und Erziehung Gehörloser (ICED) in Vancouver in Kanada statt. Die Gehörlosen von British Columbia (Kanada) sind mit dem Wunsch an das Veranstaltungskomitee der Konferenz herangetreten, man möge sich offiziell von den Mailänder Beschlüssen distanzieren und erklären, dass sie "negative Folgen für das soziale Leben gehörloser Menschen weltweit mit sich gebracht" haben.

Solch eine Erklärung würde den Grundstein legen für eine neue Zusammenarbeit von Betroffenen, den Gehörlosen, und den hörenden Fachleuten. Bleibt zu hoffen, dass die Teilnehmer wirklich den Mut aufbringen, einen Schlussstrich unter Mailand zu ziehen.

Vancouver 2010: Eine neue Ära der Partizipation und Zusammenarbeit

21st International Congress on Education of the Deaf (ICED)

Vancouver 2010: A New Era of Participation and Collaboration

Fachklinikum sucht Hörgeschädigtenpädagogen/in

Salus gGmbH

SALUS gGmbH betreibt Kliniken für Psychiatrie, Psychosomatik etc., darunter auch zwei Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das Besondere daran:

"Neben anderen Spezialbereichen sind wir die einzige Klinik in Deutschland, die psychisch kranke Kinder und Jugendliche mit einer Hörschädigung mit integrativem Ansatz behandelt. Auf den betreffenden Stationen beherrschen alle Mitarbeiter die lautsprachbegleitende Gebärde, auch die hörenden Patienten erlernen diese in täglichen Trainingseinheiten."

Für dieses Klinikum im Deutschen Zentrum zur Behandlung psychisch kranker hörgeschädigter Kinder- und Jugendlicher wird zum zum 01.03.2010 ein/e Hörgeschädigtenpädagogin/e gesucht. Bewerbungsschluss ist am 31.01.2010.
 

Dringend Klassenlehrer/in gesucht!

Otto Friedrich Kruse

Am Landesförderzentrum Hören in Schleswig wird zum 01.02.2010 dringend ein/e Klassenlehrer/in gesucht für eine jahrgangsübergreifende Grundschulklasse, in der gesprochen und gebärdet wird (DGS/LBG/LUG). Es kann ein Jahresvertrag angeboten werden (20-27 Wochenstunden).

Es werden keine perfekten DGS- und LBG-Kenntnisse erwartet, aber die Bereitschaft zu gebärden wird vorausgesetzt. Optimal wäre natürlich ein/e gehörlose/r Kollege/in. Er/sie könnte anknüpfen an die Tradition von Otto Friedrich Kruse, der als taubstummer Taubstummenlehrer in Schleswig unterrichtet hat.

Bitte melden Sie sich unter mail@lfz-hoeren.landsh.de und/oder 04621 - 80 70 (Tel) und/oder 04621 - 80 71 11 (Fax).

Schleswig ist zwar ziemlich weit im Norden, aber es ist wunderschön dort und das Landesförderzentrum bietet eine Menge berufliche Perspektiven.

Seite 1 2 3 > >>