Ab Herbst will das Kölner Unternehmen G & L Systemhaus zusammen mit der britischen Tech-Firma Signapse einen „KI-generierten fotorealistischen Übersetzer“ für die Deutsche Gebärdensprache (DGS) herausbringen. Das Hauptziel sollen allem Anschein nach Livestreams sein, welche die Dolmetscheinblendung wie Untertitel zuschalten könnten, wenn alles nach Plan läuft.
Anders als bei computergenerierten „synthetischen“ Avataren wie denen von alangu basiert dieses Modell auf Videoaufnahmen, die nach Bedarf zusammengefügt werden. Dabei wird auch die Bezeichnung „Digital Signer“ statt „Avatar“ benutzt. Die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) ist beim Digital Signer, die Videoschnipsel korrekt ineinander übergehen zu lassen. Ein Beispiel – auf Basis der Britischen Gebärdensprache (BSL) – ist hier zu sehen:
Das Konzept soll für BSL und ASL bereits erfolgreich im Einsatz sein, berichtet eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber Taubenschlag. So sollen Livestreams von „Sitzungen, Vorlesungen, Pressekonferenzen, aber auch Nachrichtensendungen, Shows, etc. eine KI-generierte Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache“ einblenden können. Neben Liveübertragungen ist der Einsatz auch für andere Videos möglich.
Die Aufnahmen stammen im Fall der BSL von einer Dolmetscherin für BSL, die der Royal Association of the Deaf, dem britischen Gehörlosenverband, angehört. Welche Dolmetschpersonen oder Verbände in Deutschland daran beteiligt sind, konnte auf Nachfrage von Taubenschlag noch nicht gesagt werden. Aber G & L Systemhaus betonte deutlich, dass
die Entwicklung des deutschen Modells nur in engster Abstimmung mit DGS-Fachpersonen stattfindet. So wie die Entwicklung in UK in Zusammenarbeit mit der Royal Association for Deaf People stattgefunden hat.
In der Pressemitteilung wird bereits, wie auch bei anderen Avataren üblich, betont, dass diese Technik kein Ersatz für das Dolmetschen in sensiblen Bereichen sein könnte:
Die Einführung der KI-gestützten Lösung soll qualifizierte DolmetscherInnen ausdrücklich nicht ersetzen. In medizinischen, juristischen oder politisch besonders sensiblen Kontexten bleiben sie unverzichtbar.
Für Amerikanische Gebärdensprache (ASL) soll der „Digital Signer“ bereits „in Kürze“ bei einem „großen Streamingdienst“ zum Einsatz kommen. Für Deutschland soll es ab Herbst 2026 eine erste Verfügbarkeit des Produkts geben.
Bildquelle: G&L Systemhaus






















