Es ist nach wie vor offen, wer das neue Bundeskompetenzzentrum für Gebärdensprachen und Leichte Sprachen, das beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) angesiedelt ist, leiten wird. In der jüngeren Vergangenheit gab es dafür heftige Kritik vor allem von der Deutschen Gehörlosen-Jugend, die kritisierte, dass Taube Bewerbende dabei übergangen worden sind, statt ihre strukturellen Nachteile auszugleichen. Auch Sehen statt Hören berichtete.
Vor diesem Hintergrund wollten wir herausfinden, wer denn zu den Sachverständigen gehört, welche für die Bundesinitiative Barrierefreiheit arbeiten. Es gibt bis heute keine vollständige Liste der Einzelpersonen, die hier beratend tätig sind. Das BMAS antwortete auf Taubenschlag-Anfrage:
„Die rund 100 Sachverständigen der Bundesinitiative Barrierefreiheit wurden vom Beirat der Bundesinitiative Barrierefreiheit benannt. Mit diesem Sachverständigenpool steht dem Beirat breite Expertise zu den verschiedenen Aspekten der Barrierefreiheit zur Verfügung, unter anderem im Bereich Kommunikation. Der Pool umfasst auch taube bzw. gehörlose Expertinnen und Experten. Wir bitten um Verständnis, dass wir zu einzelnen Sachverständigen keine Auskunft geben können.“
Zumindest hier scheint die Taube Expertise relevant zu sein. Und auch interessant: Die Tätigkeit ist ehrenamtlich, aber dafür haben diese auch „kein Stimmrecht“, wie es vom BMAS heißt.
Auf die Nachfrage, ob diese Tätigkeit bei Fehlverhalten gegenüber Betroffenen evaluiert (ausgewertet, neu überlegt) würde, wurde nur geantwortet, dass das „nicht vorgesehen“ sei. Zu den Namen der Sachverständigen wurde die Auskunft auch mit der Begründung des öffentlichen Interesses der Community verweigert, mit dem Verweis auf den Datenschutz.
„Für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten der Sachverständigen wurde die Einwilligung der betroffenen Personen eingeholt; eine Weitergabe an die Presse war von dieser Abfrage jedoch nicht umfasst und ist auch zukünftig nicht vorgesehen.“
Die Communities erfahren also weiterhin nicht, wer im Einzelnen über sie berät. Immerhin gibt es eine Liste der Organisationen, die vertreten sind.



















