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Unter der sengenden indischen Sonne arbeiteten stundenlang ungefähr 30 taube Jugendliche, einschließlich zwei tauber US-amerikanischen Trainer, um ein Stück der Mauer unter einer stark befahrenen Straßenüberführung in Süd-Delhi bunt zu bemalen. Das daraus entstandene Gemälde, auf dem mehrere gebärdende Figuren zu sehen sind, hat eine klare Botschaft: Es ist normal, taub zu sein und Gebärdensprache sollte kein Tabu mehr sein.

Eine der amerikanischen Trainer, Amanda, die aus Chicago kommt, sagte „Gebärdensprache ist noch ein Tabu, ob in Indien oder in den USA. Warum wird auf uns herabgeschaut? Die Öffentlichkeit hält uns nur für normal, wenn ich das sagen darf, wenn wir ein Cochlea-Implantat haben. Aber wir haben auch Gebärdensprache und damit kommen wir gut klar. Aber die Gesellschaft hält Gebärdensprache für etwas Abnormes.

Wir wollen nicht als minderwertig betrachtet werden. Wir wollen nicht, dass jemand uns anguckt und dabei denkt ‚Oh, der Arme!‘“, sagte Alim Chandani, der dabei war. Vor drei Monaten ist der taube 35-jährige Chandani aus den USA zurückgekehrt, um ein Ausbildungszentrum für Gehörlose zu eröffnen. „Wir wollen bekanntmachen, dass Gehörlose zu allem fähig sind, genauso wie alle anderen. Wir wollen für die Leute ein positives Zeichen setzen“, so Chandani, der auch das Wort „hearing-impaired“ (hörgeschädigt) hasst. „Bitte nennt uns einfach taub. Das ist voll in Ordnung!

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