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Karin Kestner, Gebärdensprachdolmetscherin und Verlegerin wurde am Mittwoch, 7. Juni 2017 in Schauenburg für ihre Verdienste zur Integration von tauben Menschen durch Dr. Walter Lübcke, Regierungspräsident des hessischen Regierungsbezirks Kassel, mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Karin Kestner setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass gehörlose Kinder Regelschulen besuchen dürfen. Seit Jahren hilft sie Eltern gehörloser Kinder ehrenamtlich die Rechte der Kinder bei den zuständigen Stellen durchzusetzen und vor Gericht einzuklagen. Nach jahrelangen Kämpfen durch alle Instanzen gaben die Sozialämter die Widerstände auf und die Gerichte gaben den Eltern Recht. Inzwischen ist es ein Stück weit einfacher geworden die Kinder mit Dolmetscher in Kindergärten und Regelschulen zu integrieren. Die Gebärdensprachdolmetscher wurden von Frau Kestner speziell zu diesem Thema geschult und weitergebildet, um die Bedürfnisse der Kinder zu erkennen.

Die Grundlage für die Integration ist aber, dass Eltern und Kinder Gebärdensprache beherrschen. Mit der Entwicklung von Lernprogrammen und Wörterbüchern für die Deutsche Gebärdensprache, insbesondere auch für Kinder, hat sie dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet. Zudem hat Karin Kestner auch das Recht auf Gebärdensprachkurse für Kinder und Eltern durchgesetzt. Der Nebeneffekt davon ist, dass gehörlose Dozenten jetzt vor Ort Unterricht geben können und so ganz individuell auf die Situation in der Familie eingehen können.

Der unermüdliche Kampf von Karin Kestner kam so nicht nur den Eltern Kinder zu Gute, sondern ebenso den gehörlosen Gebärdensprachdozenten und Dolmetschern. Zur Verleihung kamen Gehörlose aus nah und fern um Karin Kestner zu gratulieren.

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