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Landesverband der Gehörlosen Hessen e.V. hat auf seiner Mitgliederversammlung am 28. Oktober 2017 in Frankfurt am Main beschlossen, den Verbandsname zum 1. Januar 2018 zu ändern: Hessischer Verband für Gehörlosen und hörbehinderte Menschen e.V.

Mitgliederversammlung am 28. Oktober 2017 in Frankfurt am Main (Foto: LVGH)

Der Verband ist im Jahre 1923 gegründet worden und möchte unter dem neuen Name zukünftig auch alle anderen hörbehinderten Menschen wie Schwerhörigen, CI-Träger und Ertaubten auf dem politischen Weg mit einbeziehen und vertreten. Die Gebärdensprache bleibt weiterhin die Hauptsprache des Verbandes.

Diese Entscheidung stößt nicht überall auf Begeisterung. Jan Eichler, ein tauber Aktivist aus Köln, ist mit dieser Entwicklung nicht einverstanden und hat eine Diskussion auf Facebook gestartet. Womit er genau nicht einverstanden ist: Defizitorientierung. Bezeichnungen wie „hörbehindert“ ist ihm zu medizinisch.

Es stört ihm und anderen Gehörlosen auch, dass der hessische Landesverband Broschüren zu unterschiedlichen Themen wie auch Cochlea-Implantat für taub geborene Kinder anbietet. Bei der Diskussion auf Facebook geht es auch darum, ob ein Gehörlosenverband „Werbung“ für das CI machen soll.

Sascha Nuhn vom Landesverband meinte auf unsere Anfrage, dass er Beratung zu allen Themen für alle Zielgruppen (taub, schwerhörig, hörend etc.) anbietet und dadurch Zugang zu allen erreichen kann. Seine Beratungsstelle existiert seit drei Jahren und wird vom Hessischen Sozialministerium gefördert.

Es ist dem Landesverband wichtig, alle Eltern taub geborener Kinder zu erreichen. Er macht keine „Werbung“ für das CI. Gebärdensprache und Zweisprachigkeit sind die wichtigsten Themen für den Landesverband. Durch die umfassende Beratung kann der Landesverband sich auch auf breiterem Weg besser für die Gebärdensprache engagieren.

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