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Am 3. Juli 2019 wurde Holger Kiesel, der bayerische Behindertenbeauftragter, vom CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer zur Fraktionsvorstandsitzung eingeladen. Sie haben uns über viele Themen ausgetauscht. Kiesel hat seine Position zur Konversion von Komplexeinrichtungen, Gehörlosengeld, Inklusion an Schulen und noch vielen weiteren Themen dargestellt.

„Barrierefreiheit endet nicht mit einer Rampe für Rollstuhlfahrer am Bahnhof. Wir wollen, dass Menschen mit Behinderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen teilhaben können“, betont Thomas Kreuzer, CSU-Fraktionschef im Bayerischen Landtag, nach einem Gedankenaustausch mit Kiesel.

Inklusion sei keine Wohltat der Vielen an einigen Wenigen, sondern die gemeinsame Antwort auf die Frage, in welcher Gesellschaft die Menschen in Bayern leben wollten, verdeutlichte Kiesel beim Gespräch mit dem CSU-Fraktionsvorstand. „Beispielsweise müssen wir den Weg, den wir mit dem Schulprofil Inklusion und den zusätzlichen 100 Stellen pro Jahr für Inklusion in den Schulen eingeschlagen haben, in allen Schulformen konsequent weitergehen“, sagt Kiesel.

„Wir haben eine sehr gut funktionierende Modellregion in Kempten. Das liegt unter anderem an gewachsenen und gezielt geförderten Strukturen“, sagt Kiesel. Ein enges Netz von Förder-, Grund- und Mittelschulen mit dem Schulprofil Inklusion sowie die enge Verzahnung mit der Stadt Kempten ermöglicht dort eine Vielzahl von Kooperationen über Zuständigkeitsgrenzen hinweg. Es ist wünschenswert, dass sich solche Vorzeigeprojekte in ihren jeweiligen Sozialraum einbetten. Deshalb ist es wichtig, in jedem Regierungsbezirk sogenannte Modellregionen zu etablieren, stimmten die Gesprächsteilnehmer überein. Diese sollten auch wissenschaftlich evaluiert werden, so Kiesel.

Ein weiteres Thema des Gesprächs war inklusives Wohnen. „Hier haben wir die direktesten und besten Möglichkeiten, um Inklusion im Alltag zu leben und Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderung zu schaffen“, so Kiesel zum Thema Wohnen. Eines der wichtigsten Projekte im Bereich des inklusiven Wohnens ist nach Ansicht des Behindertenbeauftragten die Konversion: „Die im Ministerrat versprochenen Mittel zur Umwandlung in kleinere Wohneinheiten müssen sich auch im Haushalt wiederfinden. Bislang sind die zur Verfügung gestellten Mittel bei weitem nicht ausreichend.“

Einig waren sich alle, dass die Ziele der Barrierefreiheit und Inklusion nur in enger und konstruktiver Zusammenarbeit mit der gesamten Gesellschaft, den Kommunen, den Verbänden, den Einrichtungsträgern, Beauftragten der Kommunen und Bezirke zu erreichen seien. „Wir haben heute bereits ein ganz anderes Bewusstsein für Inklusion. Trotzdem wollen wir weiter auch Barrieren in den Köpfen abbauen und noch mehr Aufmerksamkeit auf die Potentiale lenken, die in einer inklusiven Bildungs- und Arbeitswelt liegen“, so Kreuzer abschließend.

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