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Der UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist für die Behindertenrechtsbewegung ein wichtiges multilaterales Gremium. Es überwacht auf UN-Ebene die nationale Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Das Komitee hat 18 Mitglieder. Alle zwei Jahre wird die Hälfte der Mitglieder für vier Jahre gewählt. Derzeit gibt es kein taubes Mitglied. Die nächsten Wahlen finden 2022 statt. In der 15-jährigen Geschichte des Komitees gab es bisher nur ein taubes Mitglied. Licht für die Welt will mit dem Side Event »Representation matters« auf diesen Missstand aufmerksam machen.

Licht für die Welt ist eine österreichische Hilfsorganisation und setzt sich für blinde und anders behinderte Menschen in Armutsgebieten ein. Die Hilfsorganisation ermöglicht vielen tauben Kindern den Besuch von inklusiven Schulen, bietet Ausbildung, Einkommensmöglichkeiten für gehörlose Jugendliche und Erwachsene in sechs afrikanischen Ländern. Im Südsudan und in Papua Neu Guinea unterstützt die Organisation das Etablieren nationaler Gebärdensprachen. Gemeinsam mit den Gehörlosenverbänden in den Partnerländern setzt sich Licht für die Welt für die Rechte von gehörlosen Bürger:innen ein.

»Nichts über uns – ohne uns.«

»Dieses Motto der Behindertenrechtsbewegung ist die Grundlage für die Forderung von Licht für die Welt: Menschen mit Behinderungen, in diesem Fall gehörlose Menschen, müssen am Tisch vertreten sein, wenn ihre Angelegenheiten verhandelt werden«, appelliert Rupert Roniger, internationaler Geschäftsführer von Licht für die Welt.

»Österreich setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen in den für sie relevanten Gremien repräsentiert sind«, sagt Botschafter Marschik, Ständiger Vertreter Österreichs bei den Vereinten Nationen. Die Fachdiskussion fand gestern im Rahmen der Vertragsstaatenkonferenz der UN-Behindertenkonvention (COSP) statt. Gemeinsam mit der österreichischen Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York und dem Weltverband der Gehörlosen hatte Licht für die Welt zum inhaltlichen Austausch geladen.

Poetische Forderung aus Nigeria

Bernice Oyeleke, die Gewinnerin des internationalen Her Abilites Awards, hat bei dem Side Event auf poetische Weise die Inklusion von gehörlosen Menschen gefordert.

 

»Mit Augen, die hören, und Händen, die sprechen, waren wir lange Zeit ausgeschlossen« (Englisch: »With eyes that hear and hands that speak, we have been excluded for a long while«) beklagt die Künstlerin gemeinsam mit zwei ihrer Schüler:innen in einem eigens für die COSP geschriebenen Gedicht. »Und mit allen Händen an Deck, stehen wir gemeinsam für die Inklusion ein, bis die Exklusion vollständig in der Versenkung verschwunden ist« (Englisch: »And with all hands on deck, we stand united for inclusion together, till the exclusion is completely gone into extinction«), appellieren die jungen Aktivitst:innen. Sie haben das Gedicht in Nigerianischer Gebärdensprache vorgetragen. Bernice Oyeleke ist ausgewiesene Aktivistin für die Rechte von tauben Menschen in Nigeria. Oyeleke hat die NGO »Luminos Deaf Scholastic Initiative« (LUDESI) gegründet. Die Initiative begeistert taube Studierende für Literatur.

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Viaots.at

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