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DeafPal geht weiter: GMU übernimmt Trägerschaft des Palliativ-Projekts

Fünfeinhalb Jahre nach dem Start von DeafPal ist das Projekt jetzt in neuen Händen: Der Gehörlosenverband München und Umland e. V. (GMU) hat die Trägerschaft übernommen und stellt dazu die überarbeitete Website www.deafpal.de vor.

Was war DeafPal?

DeafPal war ein Forschungsprojekt der Hochschule Landshut mit dem Ziel, die grundlegende Palliativversorgung für taube Menschen zu verbessern. Der Name verbindet „Deaf“ mit „Pal“ – ein Hinweis auf Palliativmedizin, zugleich aber auch auf „Freund“ oder „Verbündeter“. DeafPal versteht sich bewusst in diesem doppelten Sinn: als Verbündeter der Gehörlosengemeinschaft auf dem Weg zu mehr Teilhabe und Lebensqualität am Lebensende.

Besonders war von Anfang an der partizipative Ansatz des Projekts: Taube Menschen waren nicht nur Zielgruppe, sondern von Beginn an aktiv in Entwicklung und Umsetzung eingebunden. Ihre Erfahrungen, Perspektiven und Ideen flossen direkt in die Projektarbeit ein, statt nachträglich nur konsultiert zu werden. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden unter anderem wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie praxisnahe Materialien zur Kommunikation mit tauben Menschen in der Palliativversorgung – Grundlagenarbeit, die es in dieser Form vorher kaum gab.

Gefördert wurde das Forschungsprojekt durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Es lief von Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2023 und wurde anschließend noch bis zum 30. Juni 2024 verlängert. Seither gilt das eigentliche Forschungsprojekt als abgeschlossen – die eigentliche Arbeit sollte damit aber nicht enden.

Warum das überhaupt nötig ist

In der Palliativversorgung treffen besonders hohe sprachliche und emotionale Anforderungen auf eine Versorgungslandschaft, in der Gebärdensprachkompetenz die absolute Ausnahme ist. Dolmetschende werden am Lebensende oft kurzfristig und in emotional belasteten Situationen angefragt, Hospize und Palliativstationen haben selten etablierte Abläufe dafür, und Begriffe rund um Sterben, Tod und Trauer gehören zu den sprachlich anspruchsvollsten Themen überhaupt – auch innerhalb der Gebärdensprache selbst gibt es hier noch vergleichsweise wenig standardisiertes Vokabular. DeafPal hat genau hier angesetzt, und der GMU übernimmt dieses Fundament nun, statt es ungenutzt liegen zu lassen.

Die Übergabe an den GMU

Weil eine barrierearme Palliativversorgung für taube Menschen weiterhin dringend gebraucht wird, hat sich der GMU dazu entschieden, die Trägerschaft von DeafPal zu übernehmen, statt die Projektergebnisse mit Auslaufen der Förderung einfach enden zu lassen. Mit dem Relaunch von www.deafpal.de bekommt das Projekt damit eine dauerhafte Heimat über die reine Forschungsphase hinaus.

Ein klarer Schwerpunkt der neuen Website liegt auf Inhalten in Deutscher Gebärdensprache: Aktuell stehen bereits 30 DGS-Videos rund um das Thema Palliativversorgung online, weitere Videos sind bereits in Planung. Gerade bei einem so sensiblen und sprachlich anspruchsvollen Thema wie Sterben, Tod und Trauer macht das einen entscheidenden Unterschied – Informationen in der eigenen Sprache zu bekommen, statt sich mühsam durch schriftliches Deutsch oder Lautsprachbegleitung arbeiten zu müssen.

Der GMU kündigt an, sich auch künftig dafür einzusetzen, die Palliativversorgung für taube Menschen weiter zu verbessern und entsprechende Informationen barriereärmer zugänglich zu machen. Die Website soll dafür kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Mehr als nur Videos

Die 30 DGS-Videos sind dabei nur ein sichtbarer Teil des Angebots. Die Website dokumentiert außerdem Fachtagungen zum Thema sowie Ausbildungskurse zur Hospizbegleitung in Gebärdensprache, die im Projektverlauf entstanden sind. Für Hospizdienste und Palliativteams, die bislang kaum Berührungspunkte mit gehörlosen Patientinnen und Patienten oder deren Angehörigen hatten, bietet das Material damit auch eine Grundlage für die eigene Qualifizierung.

Dank an das bisherige Projektteam

Mit der Übergabe bedankt sich der GMU ausdrücklich beim bisherigen Forschungsteam der Hochschule Landshut rund um Prof.in Dr. Uta Benner und Prof.in Dr. Sabine Fries sowie beim Projektbeirat mit Prof. Dr. med. Stefan Lorenzl und Oberarzt Wolfgang Sandtner für deren Engagement in den vergangenen Jahren. Ihre Arbeit bildet die fachliche Grundlage, auf der der GMU jetzt aufbaut.

Der GMU als neuer Träger

Der Gehörlosenverband München und Umland e. V. mit Sitz in der Lohengrinstraße in München setzt sich seit Jahren für die Interessen tauber und schwerhöriger Menschen in der Region ein. Mit der Übernahme von DeafPal erweitert der Verband sein Engagement nun ausdrücklich auch auf den Bereich der Palliativversorgung – ein Themenfeld, das in der Gehörlosengemeinschaft bislang vergleichsweise wenig sichtbar war, obwohl es jede und jeden irgendwann betrifft.

Dass ausgerechnet ein regionaler Gehörlosenverband und kein Krankenhaus oder Hospizträger die Trägerschaft übernimmt, passt zum partizipativen Grundgedanken von DeafPal: Die Deutungshoheit über ein Thema, das die eigene Community unmittelbar betrifft, bleibt in der Community selbst.

Wie es weitergeht

Wer mehr über das Projekt, die vorhandenen DGS-Videos oder die weitere Entwicklung von DeafPal erfahren möchte, findet alle Informationen auf der neuen Website www.deafpal.de. Weitere Videos und Materialien sind laut GMU bereits in Vorbereitung.

 

Transparenzhinweis: Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Tags: DeafPal, Gesundheit, Palliativ, Palliativmedizin

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