Auf ihren diesjährigen Mitgliederversammlungen in Berlin haben die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft (DCIG), der Deutsche Schwerhörigenbund (DSB) und der Deutsche Hörverband (DHV) erstmals einen konkreten Zeitplan für die geplante Fusion von DCIG und DSB im DHV veröffentlicht: Die Abstimmung über den Zusammenschluss soll voraussichtlich 2029 erfolgen, spätestens jedoch 2031.
Die Versammlungen waren Teil der viertägigen Aktionstage zu 125 Jahren Schwerhörigenbewegung in Deutschland, die vom 17. bis 20. September in der Ev. Matthäusgemeinde in Berlin-Steglitz stattfanden. Erstmals trafen sich Mitglieder und Aktive aller drei Verbände zu einer gemeinsamen Großveranstaltung statt wie bisher getrennt.
Fahrplan bis zur Fusion
Laut der gemeinsamen Erklärung soll bereits im kommenden Jahr ein Entwurf der neuen DHV-Satzung vorliegen. Parallel will der DHV-Vorstand Mitgliedsverbände und -vereine im Rahmen regionaler Veranstaltungen informieren und dort Fragen beantworten. „Auf unserer Mitgliederversammlung 2024 entstand erstmals die Idee, das große Jubiläum gemeinsam mit den Mitgliedern aller drei Verbände zu begehen. Dass diese Idee nun tatsächlich Wirklichkeit wurde, zeigt auch, wie wir auf unserem Weg zum gemeinsamen starken Bundesverband kontinuierlich vorankommen“, so DHV-Vorstandsvorsitzender Dr. Harald Seidler.
Bei den Mitgliederversammlungen von DCIG und DSB wurde die Erklärung ebenfalls vorgestellt und nach Angaben des DHV wohlwollend diskutiert. Auch die neu gewählten DCIG-Vorstandsmitglieder um Präsident Dr. Roland Zeh sowie die Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten Oliver Hupka, Marion Hölterhoff, Sina Täuber und René Vergé sprachen sich noch vor ihrer Wahl für den weiteren Weg in Richtung Fusion aus.
Vorstandswahlen und neues Mitglied
Auf der DHV-Mitgliederversammlung wurde Dr. Harald Seidler als Vorstandsvorsitzender bestätigt, ebenso Antje Baukhage. Neu in den Vorstand gewählt wurde Jürgen Harke als Nachfolger von Pascal Thomann, der nicht erneut antrat. Dr. Matthias Müller (DSB) und Dr. Roland Zeh (DCIG) setzen ihre von den Bundesverbänden entsandte Vorstandsarbeit fort.
Als neues ordentliches Mitglied wurde zudem die Hannoversche Cochlea-Implantat-Gesellschaft (HCIG) aufgenommen – der erste Regionalverband im DHV, der weder zur DCIG noch zum DSB gehört. Der DHV zählt damit aktuell 18 ordentliche Mitgliedsverbände. Per Satzungsänderung können künftig außerdem Selbsthilfegruppen als außerordentliche Mitglieder aufgenommen werden, bislang war das nur Vereinen möglich.
Workshops beim Selbsthilfetag
Am 19. September war der DHV beim parallel stattfindenden Selbsthilfetag mit eigenen Programmpunkten vertreten. Unter dem Titel „DHV, wie steht’s genau?“ informierte Geschäftsführerin Susanne Schmidt über den aktuellen Stand des Verbands. Auf besonders großes Interesse stieß laut DHV außerdem ein Workshop zum Thema „Zwischen Stolz und Scham – Schwerhörigkeit als Teil der eigenen Identität entdecken?“ von Grit Böhnisch, Martin Schaarschmidt und Dr. Roland Zeh. Taubenschlag-Kommentar: Spannend: unter Gehörlosen ist Deaf Pride schon längst Standard, gibt es das bald auch unter den Resthörenden?
„Bis zur geplanten Fusion bleibt noch viel zu tun“, resümierte Seidler. „Veränderungen gehen immer mit Fragen einher, und es ist wichtig, dass wir Antworten liefern und jeden einzelnen mitnehmen. Doch mit dem jetzt veröffentlichten Zeithorizont konkretisiert sich das Ziel.“
Der DHV wurde im Dezember 2022 von DCIG, DSB sowie zahlreichen Regional- und Landesverbänden gegründet, um einen schrittweisen Zusammenschluss von DCIG und DSB zu einem gemeinsamen, überwiegend lautsprachlich kommunizierenden Bundesverband vorzubereiten. Die Schwerhörigenbewegung selbst geht auf die Gründung des ersten deutschen Schwerhörigenvereins durch Margarethe von Witzleben vor 125 Jahren zurück – ein Jubiläum, das beim Berliner Treffen bewusst mitgefeiert wurde.
Transparenzhinweis:: Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt und händisch nachgewürzt.




















