Anzeige
0
0

In einem neuen Video von cut.com wird eine Gruppe Tauber und Schwerhöriger gefragt, was die ärgerlichsten Fragen sind, die ihnen gestellt werden.

Die befragten Frauen und Männer haben auf ASL eine Reihe von Fragen aufgelistet, die ihnen von Hörenden häufig gestellt werden: „Magst du Musik?“, „Kannst du lesen und schreiben?“ und „Kannst … du … von … mein-en … Lip-pen … ab-le-sen?“.

„Es sind ja immer wieder die gleichen Fragen“, sagt eine Frau.

Eine der Befragten, eine Studentin namens Cheyenna sagte, ihr werden bohrende Fragen über das Sexleben von Gehörlosen gestellt. Sie sagte, sie wird gefragt, ob Gehörlose tatsächlich Sex haben. Von einem Mann wurde sie gefragt: „Kannst du auch hörende Männer daten, wie mich?“ „Klar, kann ich das“, sagt sie. „Das habe ich schon mal gemacht. Was soll daran falsch sein? Wir können nur nicht hören – mehr nicht.“

Drei der Befragten erwähnten, dass Hörende oft nicht wissen, ob Taube fahren können oder sind sogar überrascht. „Offensichtlich kann ich ja fahren“, sagte Cheyenna. „Oh mein Gott ist das beleidigend!“

„Es gibt viele Sachen, die einfach ärgerlich sind, aber wenn du mich fragst, ob ich lieber hörend wäre. Das find ich schlimm!“

Einer der Männer sagte: „Naja, Menschen fragen mich, ob ich einen Rollstuhl brauche, zum Beispiel am Flughafen und ich so: ‚Hallo? Ich stehe hier vor Ihnen! Ich kann nur nicht hören.‘“

Ein anderer Mann erzählte, dass Hörende oft Fragen stellen wie „Gebärden alle gehörlosen Menschen gleich?“ oder „Ist das eine universelle Sprache?“ „Darauf sage ich: „Naja, habt ihr eine universelle Lautsprache?“

„Bist du wirklich taub?“

Eine Frau beschreibt, wie einige Leute ihre Gehörlosigkeit „testen“. „Das ist ja nicht wirkliche eine Frage, aber sie versuchen mich zu prüfen und fragen: ‚Bist du wirklich taub?‘ Einige Leute schreien laut hinter meinem Rücken.“

Eine der befragten Frauen sagt: „Es gibt viele Sachen, die einfach ärgerlich sind, aber wenn du mich fragst, ob ich lieber hörend wäre. Das find ich schlimm!“

Darauf sagt der Interviewer über eine Dolmetscherin „Ähm, also, diese Frage möchte ich doch stellen, und deine Antwort erfahren.“

„Nein, nein, ähm, ich glaube, das habe ich mir nie gewünscht“, antwortete sie. „Wenn ich mir vorstelle, dass ich hörend bin, dann denke ich an das Wort ‚Privileg‘. Wäre ich dann privilegiert? Allein dieser Gedanke stört mich.“ Am Ende fügte sie hinzu, dass sie mit ihrem Leben zufrieden ist.

„Aber ich möchte keine hörende Person für den Rest meines Lebens sein. Ich liebe mein Leben.“

Bei dieser Frage haben einige erwähnt, dass es ihr Leben einfacher machen würde, wenn sie hören könnten: „Naja, klar. Ich meine, es ist nicht leicht, taub zu sein. Man muss durch viele Barrieren durchbrechen.“ „Ja, es gibt viele Male – weißt du? – wo ich mir wünsche, ich könnte hören – ich meine, diesen Sinn zu spüren, dass man normal ist – weißt du? – weil so viele Leute in dieser Welt hören können.“

Doch am Ende sprachen sie von ihrem Identitätsverlust, und dass sie es doch nicht ändern würden, wenn sie es könnten: „Aber ich möchte keine hörende Person für den Rest meines Lebens sein. Ich liebe mein Leben.“

Die Zugehörigkeit zu der gebärdenden Gemeinschaft war für einen Befragten das Wichtigste: „Nein, ich glaube, ich würde nicht hören wollen, weil ich dann keinen Grund hätte, Gebärdensprache weiter zu lernen. Ich hätte keinen Grund, Teil dieser Gemeinschaft oder dieser Kultur zu sein.“

Drucken