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Am Samstag, den 6. Juli 2019, fand die größte Freisprechung der Gesundheitshandwerke statt: 758 Junggesellinnen und -gesellen der Hörakustik haben ihre Prüfung bestanden und wurden in den Gesellenstand erhoben. Die traditionelle Freisprechung fand mit über 2.000 Prüflingen, Angehörigen, Gästen und Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft in der Musik- und Kongresshalle in Lübeck statt.

Prof. Dr. Ulrich Hase hielt auf Einladung der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR (biha) eine Laudatio. Er vertrat sowohl das Land Schleswig-Holstein als Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderungen als auch als Vorsitzender die Deutsche Gesellschaft der Hörbehinderten – Selbsthilfe und Fachverbände e.V. Die biha ist seit 2013 Mitglied der Deutschen Gesellschaft.

Die biha ist der Spitzenverband des Hörakustiker-Handwerks in Deutschland. Die Innung wurde gegründet, um die Interessen des Hörakustiker-Handwerks zu bündeln, zu vertreten und die Mitglieder in der Ausübung ihres Berufes zu unterstützen.

In seiner Rede gratulierte Hase den Absolventen zur bestandenen Prüfung: „Ich beglückwünsche Sie zur bestandenen Gesellenprüfung im Gesundheitshandwerk der Hörakustik. Hinter Ihnen liegen drei Jahre duale Ausbildung mit höchsten Ansprüchen. Sie haben sich dem gestellt. Sie haben einen Hightech-Beruf gewählt, um Menschen zu helfen, Sie sind die Schnittstelle zwischen Mensch und Technik. Ein spannender Beruf, auf den Sie am Campus Hörakustik gründlich vorbereitet wurden. Die bundesweit einheitliche Prüfung, die hier in Lübeck abgenommen wird, ist für uns ein Garant für die gleichbleibend hohe Versorgungsqualität in Deutschland und nicht zuletzt gelebter Verbraucherschutz. Ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft viel Erfolg und viele besondere menschliche Momente, wenn der Kunde Ihnen für wiedergewonnene Lebensqualität dankt.“

Darüber hinaus ging er auf besondere Herausforderungen des Berufsstands der Hörakustiker ein: Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen bedeute auch für die Hörakustiker die Wichtigkeit des Einsatzes für Barrierefreiheit, nicht nur in den Geschäftsräumen, sondern auch im öffentlichen Bereich, z.B. zur Installation von Konferenzanlagen. Außerdem verpflichte die Konvention die Akustiker zu einer Grundhaltung der Offenheit gegenüber Minderheiten. Mit Bezug auf die Mitgliedschaft der biha in der Deutschen Gesellschaft hob er hervor, dass professionelle Arbeit und Selbsthilfe untrennbar zusammen gehören und forderte dazu auf, auch vor Ort die Zusammenarbeit mit Gruppen der Selbsthilfe zu suchen.

Gerade im Bereich der Hörgerätetechnik würden technische Innovationen enorm zunehmen. Hier ging Hase auf vielfältige Entwicklungen ein, zum Beispiel auf Hörgeräte, die zukünftig in verschiedene Sprachen übersetzen werden. Das Hörgerät sei auf dem besten Wege, ein Lifestyle-Produkt zu werden.

Die Hörakustik zeichnet sich laut aktueller Umfrage des GKV Spitzenverbandes durch höchste Kundenzufriedenheit bei der individuellen Versorgung von schwerhörigen Menschen aus. 90 Prozent der Versicherten gaben an, „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit der individuellen Versorgungssituation zu sein. Der anspruchsvolle Beruf des Hörakustikers hat sich als beliebte Alternative zum medizinischen Studium etabliert. Die Branche wächst, und immer mehr junge Menschen möchten Hörakustiker werden: Derzeit bildet die Akademie 3.200 Auszubildende aus, allein 2019 haben mehr als 1.000 junge Menschen ihre Ausbildung in einem der rund 6.600 Meisterbetriebe begonnen. In diesem Gesundheitshandwerk herrscht Vollbeschäftigung.

Hase mahnte auch bei seiner Rede, dass nicht alle hörgeschädigten Menschen gleichermaßen von den technischen Fortschritten profitieren. Immer noch sei der Eintritt einer Hörschädigung ein kritisches Lebensereignis, das bewältigt werden müsse. Deshalb sei es auch für Hörakustiker wichtig, stets mit Empathie und in der Akzeptanz von Grenzen mit hörgeschädigten Menschen umzugehen.

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