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Die Vereinigung der Eltern hörbehinderter Kinder in Bayern e.V., der Gehörlosenverband München und Umland e.V. und der Landesverband Bayern der Gehörlosen e.V. haben am Donnerstag, 18. Juli 2019, eine Petition zur Umsetzung der Gebärdensprache auf allen Ebenen des Bildungswesens an den Bayerischen Kultusminister Prof. Dr. Michael  Piazolo (FW) übergeben.

Die Online-Petition „Gebärdensprache umsetzen! Bilingual – bimodal – endlich normal!“ wurde im vergangenen Jahr von Magdalena Stenzel, Mutter eines gehörlosen Kindes aus Sachsen initiiert. Mit der von über 19.000 Bundesbürgern, hiervon fast 3.000 allein in Bayern, unterstützten Petition fordern die Initiatorin der Petition und ihre Netzwerkpartner eine bundesweite Umsetzung des Artikels 24 Abs. 3 und 4 der UN-Behindertenrechtskonvention, in dem das Recht von Menschen mit Hörbehinderung und insbesondere hörbehinderten Kindern auf eine volle und gleichberechtigte, barrierefreie Bildung in Gebärdensprache verankert ist.

„Auch zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention stehen hörbehinderten Kindern immer noch keine verlässlichen Strukturen für eine gleichberechtigte Bildung in Deutscher Gebärdensprache (DGS) zur Verfügung. Eine bilinguale Förderung hörbehinderter Kinder, also eine Förderung, die auf einem gleichwertigen Einsatz der deutschen Laut-/Schriftsprache und der Deutschen Gebärdensprache beruht, ist bislang die Ausnahme. Es fehlt die Verankerung in der Praxis. Von einem bilingualen Schulangebot für hörbehinderte Kinder sind wir noch weit entfernt“, sagt Carsten Lang, Vorstand der Elternvereinigung.

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo, der sein Interesse für die Petition allein schon dadurch zum Ausdruck brachte, dass er sich bereit erklärt hatte, die Petition als Vertreter der Bayerischen Staatsregierung entgegenzunehmen, hörte sich in dem gestrigen Termin die Forderungen aufmerksam an.

Angesichts der Ausführungen der anwesenden Verbandsvertreter zur aktuellen Bildungssituation von Kindern mit Hörbehinderung in Bayern, schlug er vor, dass sich die zuständigen Fachreferenten seines Ministeriums und die Vertreter der Hörbehindertenverbände zu einem Austausch auf Fachebene zusammenfinden, um die Probleme ausführlich zu besprechen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Bereits im Mai dieses Jahres fand in München eine Fachtagung zum Thema Inklusive Bildung in Gebärdensprache statt. Im Rahmen dieser Tagung, die vom Gehörlosenverband München und Umland e.V.  ausgerichtet wurde, erörterten zahlreiche Fachexperten drei Tage lang intensiv, welche Maßnahmen in Bayern konkret erforderlich sind, um das Ziel einer barrierefreien Bildung von Menschen mit Hörbehinderung und insbesondere Kindern in Gebärdensprache hier in Bayern zu erreichen. Die Handlungsempfehlungen, die bei dieser Tagung erarbeitet wurden, sollen in die Gespräche mit den Ministerien miteinbezogen werden.

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