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Nachdem der russische Oppositionsführer Alexei Nawalny (44) am 17. Januar 2021 festgenommen wurde, kam es ab 23. Januar 2021 zu landesweiten Massenprotesten in Russland. Die russische Regierung reagierte mit Polizeigewalt und Inhaftierungen darauf. Bereits mehr als 1.000 Demonstrant:innen wurden in zahlreichen russischen Städten festgenommen. Einer davon ist taub.

Die Omon, die spezielle Bereitschaftspolizei, hat am Sonntag, dem 7. Februar 2021, in St. Petersburg einen tauben Menschen, Jewgeni Agafonow, verhaftet, ihn beschuldigt und dann mit einer Geldstrafe belegt, weil er „zusammen mit anderen mitten auf der Straße Parolen skandiert“ hatte, obwohl Jewgeni sich nur in der Russischen Gebärdensprache ausdrücken konnte.

Agafonov wurde neun Stunden lang auf der Polizeiwache festgehalten, ohne den Bericht ausfüllen zu können, auch wegen der Weigerung der Polizist:innen, eine Dolmetscherin für Russische Gebärdensprache zu rufen.

Der Richter, an den er zurückgeschickt wurde, beschloss, ihm eine Geldstrafe von 5.000 Rubel (etwa 60 Euro) aufzuerlegen. Am vergangenen Wochenende hatten die Führer:innen der Nawalny-Bewegung beschlossen, die Menschen nicht erneut auf die Straße zu bringen, um neue Verhaftungen und Massengewalt zu vermeiden. Aber die Anklage, in der Öffentlichkeit Parolen zu skandieren, wurde auf Hunderte von Menschen angewandt, die einfach nur eine Straße entlang gingen.

Hintergrund: Am 20. August 2020 wurde der russische Oppositionsführer Alexei Nawalny Opfer eines Giftanschlages. Nach medizinischer Behandlung in Berlin kehrte er am 17. Januar 2021 zurück nach Russland. Direkt nach seiner Rückkehr wurde er festgenommen und am Tag darauf in einem Schnellverfahren zu 30 Tagen Haft verurteilt. Gleichzeitig veröffentlichte er seinen investigativen Dokumentarfilm „Ein Palast für Putin“ über den russischen Präsidenten Wladimir Putin, in dem er die Residenz am Kap Idokopas thematisiert und diesbezüglich angebliche Korruption aufdeckt. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 100 Milliarden Rubel, etwa 1,1 Milliarden Euro, bezahlt aus der Staatskasse, soll es „der größte Raub in der Geschichte Russlands“ sein. Der Film wurde bis heute mehr als 110 Millionen Mal aufgerufen.

Der Film gilt als einer der Auslöser für die Proteste in Russland 2021. Putin dementierte, die Residenz zu besitzen.

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