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Ein offener Brief von Angelina Sequeira Gerardo in Bezugnahme auf das Video „Dolmetscherin für Gebärdensprache: Wie erklärt man Gehörlosen »Inzidenz«?“ (veröffentlicht am 13.04.2021, Link):

Sehr geehrtes Redaktionsteam vom SPIEGEL,

ich habe mir das am 13. April 2021 veröffentlichte Video mit dem Titel „Dolmetscherin für Gebärdensprache: Wie erklärt man Gehörlosen »Inzidenz«?“ angesehen und möchte, als hörende Gebärdensprachdolmetscherin, darauf eingehen und eine Diskussion anstoßen.
Der Titel lässt erahnen, wohin die Reise inhaltlich gehen soll und tatsächlich bestätigte sich meine Vorahnung leider. Der Beitrag war nicht anregend, verbreitet stattdessen Falschinformationen und ein stereotypes Bild von hilfebedürftigen tauben Menschen. Damit bin ich nicht einverstanden und möchte mit diesem Text aufzeigen, warum.

Meine Kritikpunkte sind:

1. Das Video ist paternalistisch. Es wird so getan, als bräuchte es hörende Menschen, damit taube Menschen Wörter und Inhalte verstehen. Es wird von „dem Gehörlosen“ gesprochen, so als gäbe es einen Typus Mensch, der als „gehörlos“ markiert und damit vollständig beschrieben werden könnte. Taube Menschen sind weder alle Männer, noch gleich, noch eignet sich das Attribut „gehörlos“ dazu, jemanden oder eine Gruppe gänzlich und erschöpfend darzustellen. Es wird aber ein Bild von „dem einen Gehörlosen“ suggeriert, der ja nunmal sei wie er sei, unveränderbar, eben nicht-hörend und damit fehlerhaft.

2. Die Darstellung der Deutschen Gebärdensprache (DGS) ist verkürzt und wichtige Inhalte fehlen. Es wird nicht gesagt, dass die Deutsche Gebärdensprache eine vollwertige und natürlich gewachsene Sprache ist. Stattdessen wird so getan, als würde sich die Dolmetscherin Gebärden einfach ausdenken und als würden sich dadurch Gebärden verbreiten.

3. Der Beitrag weist Fehler und Ungenauigkeiten auf. Nach dem Beitrag könnte man den Eindruck haben, dass die Gebärdensprache international wäre (O-Ton der Dolmetscherin:„diese Gebärde hat sich international durchgesetzt“), was jedoch nicht stimmt. Die Beschreibung davon, wie „Robert-Koch-Institut“ übersetzt wird, ist ein weiteres Beispiel dafür. Eigennamen gibt es in der DGS, wie auch im Deutschen, der Umgang mit Namen ist aber ein anderer. Gebärdennamen sind personalisiert bzw. visuell. Zwei verschiedene Menschen würden im Deutschen beide Robert genannt, in der Deutschen Gebärdensprache hätten beide jeweils andere Gebärdennamen. Im Beitrag initialisiert die Dolmetscherin den Namen Robert, sie buchstabiert ihn also lediglich, hängt dann die Gebärden für „Koch“ und „Institut“ an. Dies ist lediglich eine Dolmetschstrategie, um Begriffe zu dolmetschen, deren Entsprechung man in der DGS nicht kennt, keineswegs aber der sprachlich gebräuchliche Terminus. Den Begriff „Inzidenz“ mit dem Buchstaben für das „i“ aus dem Fingeralphabet der DGS zu dolmetschen ist anders als im Video behauptet – nicht deutschlandweit verbreitet. Wer insbesondere tauben Dolmetschenden bei Pressekonferenzen zuschaut – die letzten Ministerpräsidentenkonferenzen wurden alle von tauben Dolmetscher:innen gedolmetscht – wird eine ganz andere, allerdings wesentlich breiter etablierte Gebärde für den Begriff „Inzidenz“ sehen können.

4. Der Beitrag beinhaltet keine Übersetzung in die Deutsche Gebärdensprache. Das ist bei jedem Beitrag wichtig. Wenn aber Gebärdensprache der Gegenstand des Beitrages ist, dann ist es schlichtweg respektlos, den Beitrag nicht übersetzen zu lassen. Untertitel gibt es zwar, diese lassen aber nicht erkennen, dass ein nicht sichtbarer Sprecher durch den Beitrag führt und das Filmmaterial dekorativ als Veranschaulichung wirkt. Taube Menschen bzw. Menschen mit Gebärdensprachkompetenz kann dies irritieren, da die zu Beginn gezeigte Dolmetscherin etwas erzählt, das nicht zum Inhalt der Untertitel passt. Taube Menschen scheinen hier gar nicht als mögliches Publikum des Beitrages mitgedacht worden zu sein.

5. Es spricht eine hörende Person über die Deutsche Gebärdensprache. Das sollte eine taube Person machen, da diese die Gebärdensprache auf einem ganz anderem Niveau beherrscht und vor allem selbst erlebt.

Gerne gehe ich auf die genannten Punkt weiter ein.

Der Titel „Wie erklärt man Gehörlosen…“ zeigt bereits deutlich die Tonart des Beitrages auf. Es wird über taube Menschen gesprochen. Taube Menschen kommen nicht selbst zu Wort, es wird nicht einmal mit ihnen gesprochen. Und es wird so über sie gesprochen, als wären sie in erster Linie hilfsbedürftig und abhängig von hörenden Menschen, von hörenden Dolmetschenden und deren Erklärungen. Ich möchte feststellen: Dem ist nicht so.

Die Deutsche Gebärdensprache ist eine Sprache wie jede andere auch, ob Swahili, Deutsch oder Spanisch. Dolmetschende für bspw. Spanisch haben bisher aber keine Videos mit dem Titel „Wie erklärt man den Spaniern »Inzidenz«“ aufgenommen. Warum sollten sie auch? Das wäre nicht nur unnötig, sondern würde auch massiv überheblich und anmaßend wirken. Zumal Sie tauben Menschen damit ganz nebenbei die Fähigkeit absprechen, selbst Inhalte erklären zu können. Selbstverständlich können sie das und es ist mir unangenehm, das so explizit aufschreiben zu müssen. Was für ein antikes Weltbild haben Sie denn?
Taube Physiker:innen, Pädagog:innen, Mathematiker:innen, Programmierer:innen, Historiker:innen – selbstverständlich leben und arbeiten diese Menschen völlig normal, arbeiten sich in Inhalte ein, sind Expert:innen auf ihren Gebieten. Nicht zuletzt sind es taube Gebärdensprachdolmetschende, die als Muttersprachler:innen der Deutschen Gebärdensprache auf einem Niveau arbeiten, das hörende Dolmetschende, wenn überhaupt, nur schwer erreichen können.

Wo war das Wort „Inzidenz“ im Deutschen zu finden, bevor die Corona-Pandemie ausgebrochen ist? In dem Beitrag heißt es, es gäbe keine Zentralstelle für die Deutsche Gebärdensprache, ebenso wenig gibt es aber eine Zentralstelle für das Deutsche. Wörterbücher und Lexika sind Abbild sprachlicher Entwicklungen, nicht die zentrale Instanz für die Verbreitung neuer Wortschöpfungen.

Manche Begriffe wie die „7-Tage-Inzidenz“ waren zuvor ausschließlich in Fachkreisen geläufig. Ebenso verhält es sich mit Wörtern in der Deutschen Gebärdensprache. Sprachen entwickeln sich, auch schnell und kurzfristig, im Wechselspiel mit den Bedürfnissen derjenigen, die diese Sprachen sprechen. So verbreiten sich Fachtermini in der breiten Bevölkerung oder es kommt zu Wortneuschöpfungen wie „Maskenmuffel“. Im Duden war der Begriff vorher auch nicht zu finden.

Dass es kein Medium wie einen Duden für die Deutsche Gebärdensprache gibt, muss weiterhin in den Kontext von Unterdrückung und Sprachentzug gesetzt werden, dem taube Menschen lange ausgesetzt waren und noch immer sind. Die Verwendung von Gebärdensprache, selbst an Gehörlosenschulen, wurde durch hörende Menschen lange verboten und ist auch bis heute nicht selbstverständlich. So ist die Entwicklung eines Lexikons  lange behindert worden und wird erst aktuell an der Universität Hamburg, initiiert von dem tauben Professor Dr. C. Rathmann und seinem Team, umgesetzt.

Weiterhin gilt: Wir hörenden Dolmetschenden erklären tauben Menschen nicht die Welt. Sondern wir dolmetschen jene Beiträge, für die wir beauftragt sind. Beiträge, die eigentlich selbstverständlich auch tauben Menschen zugänglich sein sollten. Die Adressat:innen sind genauso divers wie dies bei hörenden Menschen der Fall wäre. Taube Menschen sind Akademiker:innen, Arbeiter:innen, Angestellte, Arbeitslose, junge und alte Menschen und vieles mehr. Eine Gruppe so divers, dass man gar nicht alle benennen kann.

Einen Beitrag zu verfassen, der durch seine Wortwahl und Formulierungen taube Menschen als hilfsbedürftig, als abhängig von der Welterklärung durch Hörende, darstellt, lehne ich ab, zumal im Jahr 2021 der Beitrag nicht im luftleeren Raum entstanden ist. Das Video wird nach den starken Emanzipationsbewegungen tauber Menschen der 1980er und 1990er Jahre, nach weiteren Kämpfen um die Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache in Deutschland als vollwertige Sprache (erst im Jahr 2002!) sowie andauernden Kämpfen um Teilhabe veröffentlicht. Pressekonferenzen werden vielerorts erst seit Corona in die DGS gedolmetscht, weil taube Menschen sich das erstritten haben. Zusätzlich ist der Beitrag auch im Kontext einer Diskussion der letzten Jahre zum Thema kultureller Aneignung zu setzen. Ihr Beitrag ignoriert all das. Und eben weil dieser Beitrag öffentlich ist, ist auch dieser Brief öffentlich.

In einer ableistischen und audistischen Gesellschaft, in der hörende Menschen als Norm angesehen werden, sind wir hörenden Menschen diejenigen, die eher in die Position kommen Beiträge wie diesen zu produzieren oder zur Mitwirkung angefragt zu werden. Wir sind dadurch ein Teil des Problems. Ich halte es für wichtig, dass nicht nur die Betroffenen Kritik üben und sich zu Wort melden. Zumal dies leider ein Full-Time-Job wäre und taube Menschen einfach besseres zu tun haben. Wir, hörende Menschen, die Teil des Kosmos um Gebärdensprachen sind, sind diejenigen, die diese Aufgabe auch wahrnehmen müssen, um das Narrativ von hilfsbedürftigen behinderten Menschen, hilfsbedürftigen tauben Menschen, zu brechen. Wir hörenden Menschen sind Teil des Problems, weil „wir“ diese Beiträge produzieren und an ihnen mitwirken, nicht zuletzt, weil wir die Macht und Möglichkeit haben dies zutun, da wir sehr viel einfacher ein sehr viel größeres Publikum ansprechen und erreichen können. Als hörende Menschen, die teilhaben an Gebärdensprachen, der Deaf Community, müssen wir uns gegen diese Narrative und Vorurteile positionieren. Vor allem dürfen wir an der Verbreitung solcher Stereotype nicht mitwirken.

2021 einen Beitrag zu veröffentlichen, der so genauso aus den 80er-Jahren stammen könnte, inhaltlich fehlerhaft ist und wichtige Fakten nicht in den dazugehörigen Kontext setzt, sondern Taube als hilfsbedürftig darstellt, das halte ich für unangemessen. Vielmehr sollten hörende Menschen der Entwicklung tauber Menschen endlich hinterherkommen, statt ewig zurückzubleiben und Vorurteile zu zementieren. Vor allem sollten taube Menschen selbst zu Wort kommen. Das geht natürlich auch gemeinsam mit hörenden Menschen.

In meinen Augen wären für Beiträge zum Thema Gebärdensprache diese Punkte wichtig:

1. Taube Menschen sollten an Beiträgen über taube Menschen bzw. Gebärdensprache eingebunden sein und möglichst selbst sprechen. Expert:innen hierzu wären beispielsweise Frau Prof. Dr. Sabine Fries, Herr Dr. Ingo Barth, Herr Prof. Dr. Christian Rathmann oder Herr Prof. Dr. Okan Kubus. Weiterhin kann man sich als Redaktion auch an den Deutschen Gehörlosen-Bund e.V. wenden, der als Selbstvertretung tauber Menschen ansprechbar wäre.

2. Wichtige Fakten, die heutige Umstände beeinflusst haben (bspw. warum es noch kein etabliertes Lexikon gibt) müssen im Kontext benannt werden. So beispielsweise der andauernde Kampf um Teilhabe, die Unterdrückung als Minderheit und der erlebte Sprachentzug durch ein teilweise immer noch nicht überkommenes Verbot der Deutschen Gebärdensprache. Das Format „Hand drauf“ von funk setzt dies ansprechend um.

3. Es wäre an der Zeit, Phrasen wie „baut Bilder mit Händen“ ins Archiv der schlechten Floskeln zu bringen und abseits üblicher Narrative und Storys zu denken. Statt des nächsten Berichtes über hörende Dolmetschende könnte man recherchieren und fragen „Wie nehmen taube Menschen die gedolmetschten Pressekonferenzen wahr? Wie ist es diese wichtigen Nachrichten nur über Dolmetschende zu rezipieren?“ oder „Welche Diskussionen prägen derzeit die Deaf Community und wie wirkt sich das auf die Sprache aus?“.

Um den entstandenen Schaden zu begrenzen, empfehle ich Ihnen, das Video zu löschen, die Deaf Community um Entschuldigung zu bitten und ein geeignetes Video mit tauben Protagonist:innen zu produzieren.

Es würde mich freuen, wenn mein Text viele Unterstützer:innen findet. Wer diesen Beitrag unterstützt, der ist herzlich eingeladen ihn ebenfalls zu unterzeichnen. Dafür genügt eine Mail an info@taubenschlag.de mit Namen und was ggf. zum Namen ergänzt werden soll.
Platz für weitere Ideen und Anregungen ist im Kommentarbereich.

Gezeichnet

Angelina Sequeira Gerardo
(Hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)

Hinweis am 26.04.21: Leider ist Ableismus in unserer Gesellschaft so tief verankert, dass man sich darauf immer wieder neu prüfen muss. In einer ersten Version des Artikels wurde eine ableistische Formulierung verwendet. Durch einen Kommentar wurde ich darauf aufmerksam gemacht und möchte mich für diese Formulierung entschuldigen. Ich bin dankbar für den Hinweis und den dadurch entstandenen Lernefffekt. Die Stelle wurde im Text entsprechend geändert.

Ebenfalls mitgezeichnet ist dieser Brief von

  • Benedikt J. Sequeira Gerardo (tauber Dolmetscher, Unternehmer, Vorstandsmitglied im Berufsverband der tauben GebärdensprachdolmetscherInnen (tgsd) e.V.)
  • Wille Felix Zante (Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Gehörlosen-Bund e.V.)
  • Corinna Brenner (Taube Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Svea Loy (Hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Christo Sailer (Sozialarbeiter B.A. und Vorstandsmitglied des BGDBB e.V.)
  • Elisabeth Kaufmann (1. Vizepräsidentin des Deutschen Gehörlosen Bundes)
  • Melanie Loy (M.A.)
  • Ulli Steinseifer (Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache, hörend, *überrascht, dass es unreflektierten und schlecht recherchierten Journalismus gibt*)
  • Silvia Gegenfurtner (Sozialarbeiterin B.A. und Referentin für Audismus)
  • Prof. Dr. Christian Rathmann (Abteilung Deaf Studies und Gebärdensprachdolmetschen an der Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Lisa Monschein (Hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Annika Reusch (Hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Sofia Crabu (Hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Lisa Leonhardt (Hörende Studentin MA Gebärdensprachdolmetschen)
  • Lela Finkbeiner (Aktivistin, Dipl. SA/Dipl. SP, Masterstudentin Kritische Diversity und Community Studies)
  • Henrik F. Mulder (Hörender Dolmetscher für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Kathrin Ender (gepr. Dozentin für Deutsche Gebärdensprache)
  • Sabine Gebhard (Hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Marcelo Diego Espinosa Mireles Kretzschmar
  • Magdalena Sparn (Hörende Gebärdensprachdolmetscherin)
  • Dana Apel (Staatl. anerk. Dozentin für Deutsche Gebärdensprache, Beisitzerin bei BDG e.V. und NIGGGS e.V.)
  • Andreas Mischke (Hörender Dolmetscher für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Simone Scholl (Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Olga Pollex (Gebärdensprach- und Sonderpädagogin)
  • Hanna Piringer (taub und als PTA tätig *P steht bei mir für pharmazeutisch, nicht physikalisch*)
  • Lea Brunn (Kinder- und Jugendbeauftragte)
  • Jochen Beck (Hörender Dolmetscher für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Céline Sawkins (Hörende Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprache und Deutsch)
  • Tanja Lilienblum-Steck (Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Katrin Wälder (Psychologin (M.Sc.))
  • Regina Schulz (Museumspädagogin am Denkmal für die ermordeten Juden Europas)
  • Sandra Gogol (Taube Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache, Dozentin für Deutsche Gebärdensprache, Vorstandsmitglied im Berufsverband der tauben GebärdensprachdolmtescherInnen e.V., Vorstandsmitglied im Bundesverband der Dozenten für deutsche Gebärdensprache e.V., Erweitertes Vorstandsmitglied im Gehörlosenverband Niedersachsen e.V., ehrenamtliche Peer-Beraterin der EUTB NIGGGS e.V., Deaf-Mentorin und in weiteren verschiedenen Ehrenämtern in der Selbsthilfeorganisation und Öffentlichkeitsarbeit tauber Menschen)
  • Prof. Dr. Agnes Villwock (Professorin für Gebärdensprachen, Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Bettina Niemann (Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprache)
  • Carina Jakob (Hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Undine Schäfer (Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Eva Hölscher (Hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Manuel Löffelholz (1. Vorsitzender BILING e.V.)
  • Dr. phil. Daniela Happ (Linguistin, staatlich geprüfte taube Dolmetscherin für Deutsch und DGS, Dozentin für DGS)
  • Karen Müller (Patienten-Initiative e.V.)
  • Sofia Wegner (taub, Dipl.-Psychologin)
  • Kunigunde Schindler (Hörende Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprache und Deutsch)
  • Dr. Ingo Barth (Tauber Quantenphysiker und Max-Planck-Forschungsgruppenleiter)
  • Romy Ballhausen
  • Kristin Pelikan (Hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Irina Monnée (hörende Mutter einer tauben Tochter)
  • Siggi Kirch (BA Gebärdensprachen; Masterstudierende Diversity und Inklusion; HP Psychotherapie)
  • Christina Müller (Hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Lea Schramm
  • Dennis Netuschil (Hörender Dolmetscher für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache B.A.)
  • Thomas Geißler (wiss. Mitarbeiter Humboldt-Universität zu Berlin, Abt. Deaf Studies und Gebärdensprachdolmetschen)
  • Regina Breselge-Sequeira Gerardo
  • Mirjam Vinogradova
  • Caroline Barth (hörend)
  • Viktor Werner (wiss. Mitarbeiter im D2L (Deafness, Language and Learning Lab) an der Universität Hamburg und tauber Lehrer)
  • Reiner Griebel (wiss. Mitarbeiter, Lehrstuhl für Dolmetschen für Deutsche Gebärdensprache  an der Universität zu Köln)
  • Rainer Retzlik (Geschäftsführer von manimundo GmbH)
  • Janet Pollert (hörende Gebärdensprachdolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Prof. Dr. Sabine Fries (Studiengangsleitung Gebärdensprachdolmetschen an der Hochschule Landshut)
  • Patrick Seifert (Schüler/ Ehrenmitglied des Kinder- und Jugendparlamentes
    Charlottenburg-Wilmersdorf)
  • Peter Schaar (staatlich anerkannter Dozent für Deutsche Gebärdensprache)
  • Benny Kuffel (wiss. Mitarbeiter, Lehrstuhl für Dolmetschen für Deutsche Gebärdensprache an der Universität zu Köln)
  • Christina Mogge (Studentin MA Gebärdensprachdolmetschen)
  • Jürgen Stachlewitz (taub und Ex-SsH-Moderator)
  • Gabriele Unterhitzenberger (Taube Zoologin/Biologin, M.Sc.)
  • Ullie Bobin (ehemals Göttert) (Sonderschullehrerin Hören und Kommunikation im Ruhestand)
  • Sophia Rohde (hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Caroline Held (Hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Thimo Kleyboldt (Dipl. Päd., tauber Dolmetscher, Lehrkraft an der Hochschule Landshut)
  • Pauline Carla Meyer-Beer (Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Theresa Rauch (Hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche
    Gebärdensprache)
  • Maria Kopf (hörend, M.A. Gebärdensprachen)
  • Tereza Mallach (Diplompsychologin)
  • Karla Bock (hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebädensprache)
  • Ute Harland, M. A. (Vorstandsmitglied Biling e. V.)
  • Jessica Sodomann (hörend, Gebärdensprachdolmetscherin B.A., 2. Vorsitzende des Berufsverbands der Gebärdensprachdolmetscher/innen in Niedersachsen e.V.)
  • Anne Martin-Brunkow (Sozialpädagogin, hörend)
  • Tilla Reichert (hörend, Gebärdensprachdolmetscherin)
  • Ines Helke (hörbehindert, Diplom Sozialpädagogin und Inklusionsbotschafterin)
  • Linnea Rauer (Hörende Studentin der Sonderpädagogischen Förderung mit dem Schwerpunkt Hören und Kommunikation)
  • Viviane Grünberger (hörend, Coda,  B.A. Deaf Studies, Studentin M.A. Gebärdensprachdolmetschen)
  • Stella Marleen Böttcher (Hörende Studentin MA Gebärdensprachdolmetschen)
  • Antje Dangschat (Projektkoordinatorin SmS – Sag’s mit Symbolen)
  • Daniela C. Albrecht (hörende Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprache und Deutsch)
  • Niklas Kludasch
  • Karin Eberhart (Vorstandsmitglied in der Vereinigung der Eltern hörbehinderter Kinder in Bayern e.V., Vorstandsmitglied im Landesverband Bayern der Gehörlosen e.V.)
  • Swantje Noack (Diplom-Rehabilitationspädagogin)
  • Marie Manzel (hörend, B.A. Deaf Studies, Studentin M.A. Gebärdensprachdolmetschen)
  • Ronja Schultheiß (hörend, B.A. Deaf Studies, Studentin M.A. Gebärdensprachdolmetschen)
  • Korbinian Hiemesch (Student im Studiengang „Dolmetschen für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache“ Universität zu Köln, hörend)
  • Tanja Engst (hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Vanessa Wadewitz (Studentin Gesundheits- und Sozialmanagement B.A.)
  • Josephine Meinhardt (Hörende Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache, Gebärdensprach- und Audiopädagogin)
  • Andreas Bittner (Wissenschaftl. Mitarbeiter Humboldt-Universität zu Berlin, Abt. Deaf Studies/Gebärdensprachdolmetschen und Gebärdensprachpädagogik)
  • Daniel Meixner (Hörender Dolmetscher für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
  • Alex Metzner (hörend, B.A. Deaf Studies, Student M.A. Gebärdensprachdolmetschen)
  • Deutsche Gehörlosen-Jugend e.V.
  • Eva Nowakowski(Dolmetscherin für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache)
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8 KOMMENTARE

  1. Absolut einverstanden mit dem Text, bis auf eine kleine Anmerkung:

    Gerade da es um Ableism geht, ist „Hinterherhinken“ keine gute Wendung. Wer hinkt, „zockelt“ nicht hinterher oder ist abgehängt – sondern nur gehbehindert.

    • Ganz vielen lieben Dank für den Hinweis. Das ist total richtig und ein Fehler der andere diskriminiert. Dafür möchte ich um Entschuldigung bitten. Die Stelle in dem Text habe ich sofort geändert.
      Danke!

  2. Das ist Ableismus. In einem Video von „Der Spiegel” wurden taube Menschen als hilfsbedürftig und ungebildet dargestellt. Alles was im Video gesprochen wurde, widerspricht der Tatsache der enormen Komplexität der Gebärdensprache und deren Kultur. In der Gebärdensprachgemeinschaft lebt die unheimliche Vielfalt der Menschen wie in der Mehrheitsgesellschaft. Ich bin einfach fassungslos und frage mich, wie ihr als professionelle Journalist:innen, das so einfach pauschalieren könnt.

  3. Danke für diesen offenen Brief, den sich die Journalist*innen von „Der Spiegel“ hoffentlich zu Herzen nehmen.

    Abgesehen vom offensichtlichen Ableismus und Audismus habe ich eine Anmerkung. Die Sache mit der Inzidenz erinnert an ein bekanntes Argument, mit dem sich Linguist*innen inbesondere von unbekannteren oder kleineren Sprachen immer wieder beschäftigen müssen: Sprache A habe „kein Wort für X“. Hier finden sich Beispiele dazu aus den letzten 17 Jahren (in Englisch): https://languagelog.ldc.upenn.edu/nll/?p=1081
    Es ist eine Verkürzung und Zuspitzung einer weitaus komplexeren Realität, die leider oft in der Berichterstattung zu finden ist, und die in Zeiten digitaler Medien eher noch zuzunehmen scheint.

  4. Nicht zum ersten Mal passierte es, der «Spiegel» hat vor kurzen Jahren auch noch über uns geschrieben, worüber wir – Deafcommunity – sehr aufgeregt haben. Viele haben bei der Verlagsgruppe beschwert, von ihnen kommt aber keine einzige Stellungnahme bei der Ausgabe oder gar keine Entschuldigung.

    Vor ein paar Minuten habe ich Abo gekündigt. Der Grund habe ich extra geschrieben, dass ich mit den Inhalten/ Informationen nicht einverstanden bin.

  5. Zu Missouri, das ist absolut richtig. Bei „Spielgel“ kann man nicht richtig zusammenarbeiten. Was mit GDin betrifft, was ich sehe, für mich ist in Ordnung, die neue Worte ist für mich keine Ahnung und werde auch neue dazu lernen. Nur ist blöd, weil Spiegel kein Untertitel bietet. Ich verstehe kein Wort, was GDin sagt. Leider! Es lernt auch über neue Situation wegen neuer Inhalt (Corona usw.) mit. Ich mache kein Vorurteil auf GDin geben, sondern gemeinsam über die Verbesserung klären und Austausch nehmen.
    Das Gebärden von früher und heute sind sehr stark verändert.
    Frage an alle: wer ist für Wochenende als Gebärdendolmetschen bereit, kaum noch!

  6. Liebe Angelina,

    ein großes Lob an dich. Die Gehörlosengemeinschaft brauchen Allys wie dich. So wie in der BIPoC-Bewegung.

    So erreicht man die hörenden Gesellschaft mehr.

    Offener Brief erscheint nur im taubenschlag, mit Link-Hinweis für Spiegel? Wäre super, wenn der irgendwo in der Online-Zeitung erscheint, um mehr Hörende aufmerksam zu machen..

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