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Am Sonntag, dem 26. September 2021, wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt. Neu ist, dass die fünf bundespolitischen Parteien CDU/CSU, SPD, FDP, DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen sich gemeinsam darauf verständigt haben, das Verfahren hinsichtlich der Wahlprüfsteine für die Bundestagswahl 2021 zu ändern. Jeder Bundesverband kann über das Online-Formular nur bis zu acht Fragen mit maximal 300 Zeichen einreichen. Daher formuliert der Deutsche Gehörlosen-Bund e. V. für die Wahlprüfsteine acht wichtige Fragen zu Themen, die die Interessen und Bedürfnisse gehörloser, gebärdensprachiger und anderer Menschen mit Hörbehinderungen tangieren und für eine zukunftsfähige und erfolgreiche Sozial-, Gesundheits-, Behinderten- und Sprachpolitik in der nächsten Legislaturperiode entscheidend sind, und reicht diese über das Formular bei den fünf Parteien ein.

Die Wahlprüfsteine orientieren sich an dem umfangreichen Forderungskatalog des Deutschen Gehörlosen-Bundes, der auf der Mitgliederversammlung im Jahr 2019 verabschiedet worden ist.

Lesen Sie die vollständige Pressemitteilung inklusive der Fragen an die Parteien hier (PDF).

Der Deutsche Gehörlosen-Bund wird fünf Online-Interviews mit den behindertenpolitischen bzw. teilhabepolitischen Sprecher:innen der Bundestagsfraktionen in Deutscher Gebärdensprache und Deutsch durchführen, um die acht Wahlprüfsteine des Deutschen Gehörlosen-Bundes, den Einfluss der Erfahrungen aus der 19. Legislaturperiode und die Pläne der Parteien für die neue Legislaturperiode zu besprechen. Im Spätsommer werden diese fünf Interviews veröffentlicht. Ebenso werden die schriftlichen Antworten der Parteien auf die acht Fragen zusammengestellt und veröffentlicht. Dafür verzichtet der Deutsche Gehörlosen-Bund wegen der Coronapandemie auf die Organisation einer Wahlkampfveranstaltung mit Podiumsdiskussion zur 20. Bundestagswahl. Es ist sehr zu begrüßen, wenn die Bundestagswahlprogramme in Deutscher Gebärdensprache und mit Untertiteln auf den Webseiten der politischen Parteien zur Verfügung gestellt werden. Mit all diesen Schritten möchte der Deutsche Gehörlosen-Bund den etwa 83.000 gehörlosen Bürger:innen bzw. den etwa 200.000 gebärdensprachigen Bürger:innen eine Entscheidungshilfe bei der Bundestagswahl anbieten.

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ViaDeutscher Gehörlosen-Bund e.V.
Bildquelleelxeneize / envato elements

8 KOMMENTARE

  1. Was ist mit der Adoption? Weil die Taube nicht adoptieren dürfen. Ich habe an FDP (weil sie Liberalen und auch Freien sind) und mich auch bei den Grünen und den Linken erkundigt. Keiner konnte direkt beantworten. Das heißt, Paragraf bleibt so und die Tauben dürfen nicht. Fertig! Das kann ich nicht akzeptieren, denn die Homo’s haben nun mehr Chancen da durchzuboxen, aber wir -die Tauben- haben überhaupt keine Chance!!!

      • § BGB 1745 ||| Das taube Ehepaar hat erst beim Amtsgericht verloren, weil sie hörbehindert sind – Zu unsicher, zu riskant meint das Jugendamt. Sogar hat der Rechtsanwalt von Einspruch abgeraten, – Prozessverfahren dauert (sowieso) wieder lang – dass es sich nicht mehr lohnt, schon wegen Altersgrenze. ||| Außerdem habe ich bei der Adoptionsvermittlungsstelle auch keine Chance: 1) Wir sind taub, 2) wir leben auf dem Land, Schule für Gehörlose ist weit entfernt, das Kind wird im Internat verbringen, 3) zu große Verantwortung, weil wir 2 Kiddies haben. So hat die Beamtin begründet. ||| Wenn ich sagen darf, dann wäre es gut: Unabhängiger Hörstatus- oder sogar Art der Behinderung im Paragraf!!!

  2. Taub ?? Das Wort ist echt diskriminierend !!! Warum schreiben Sie in Ihrem Wortschatz nicht einfach gehörlos ? Denn das Wort Taub“stumm“ ist mit einem Makel behaftet, was gleich ablehnend wirkt. Bitte denken Sie darüber mal nach, vielleicht wird man als Gesprächspartner eher akzeptiert.

    • „taub“ ist völlig in Ordnung. Das schon seit Jahrzehnten. „taubblind“ sagen wir auch schon immer, statt „gehörlos und blind“. Und die Website hier heißt auch „Taubenschlag“ 🙂

    • Ich bin in der vierten Generation der tauben Familie. Natürlich gebärdete ich früher auch „Gehörlos“ oder sagte wenn mich irgendjemanden anspricht. Heute gebärden, reden, sagen, sprechen einige meiner Familienmitglieder immer noch, aber dank gl-cafe.de und auch Social Media bin ich nun mehr bewusster. Bengie hat super Beispiele erklärt, siehe Ländervergleich. Neben Kulturgruppe (Die taube Türkis) und Berufsverband (tgsd.de) gibt es sogar Diskussion, ob der Vereinsname ändert, von Gehörlosenverein auf Verein für die taube (oder) Gebärdensprachnutzer und die andere sind am überlegen. Die Befürworter’s sehe/ lese ich viel mehr als die Gegner’s.

  3. Danke für die Info. Wir kämpfen seit Jahren im Bekannten- und Kollegenkreis dafür, dass dieses Wort nicht mehr verwendet wird, da es schnell mit taubstumm = Dumm assoziiert wird. Dies liegt leider auch u.a. in der Historie begründet. Vielleicht sollte man in naher Zukunft den Namen Taubenschlag mal unbenennen, denn das Leben befindet sich im ständigen Wandel und da sollten die Gehörlosen sich auch mal von einer anderen Seite präsentieren, weg vom altgebackenen Namen „taub“ zum modernen Gewand „gehörlos“. Möchte dies nur als Denkanstoß weitergeben. Klar wenn die Mehrheit es nicht will, dann bleibt es so wie es ist, die Welt dreht sich sowieso weiter.

    • Die Diskussion über Begriffe entwickelt sich in Deutschland seit ungefähr 20 Jahren in andere Richtung. Der Begriff „taub“ ist heute populärer und besonders unter Jugendliche völlig selbstverständlich geworden. In sehr vielen Ländern weltweit wurde nur stumm aus taubstumm gestrichen. Taub statt taubstumm. Auf Französisch sourd statt sourd-muet, auf Englisch Deaf statt deaf-mute, auf Spanisch sordo statt sordomudo und so weiter.

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