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Am 5. September 2022 besuchte Doris Schröder-Köpf (SPD), Landtagsabgeordnete und Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe des Landes Niedersachsen, die Einrichtung des Deutschen Taubblindenwerks in Hannover-Kirchrode. Neben politischen Gesprächen stand auch ein Besuch der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) und des Werkstattladens „Maulwurfshügel“ auf dem Programm.

Gemeinsam mit Hülya Iri, Ratsfrau in der Stadt Hannover, und Michael Klie, Ratsherr in der Stadt Hannover, kam die Landtagsabgeordnete, um über aktuelle Themen im Bereich Soziales und Teilhabe zu sprechen und sich im Gespräch mit Volker Biewald, Geschäftsführer des Deutschen Taubblindenwerks, und Bettina Trissia, Direktorin des Bildungszentrums Hören-Sehen-Kommunikation, über die Bedarfe des Deutschen Taubblindenwerks zu informieren.

In einer angeregten Gesprächsatmosphäre wurden landespolitische Themen aber auch übergreifende Entwicklungen wie die Coronakrise und deren Auswirkungen auf soziale Einrichtungen sowie die aktuellen Entlastungspakete erörtert, insbesondere im Hinblick auf die teils schwierige Umsetzbarkeit in der praktischen Arbeit. Doris Schröder-Köpf zeigte sich sehr interessiert an den zu bewältigenden Herausforderungen, stellte zahlreiche Rückfragen und nahm Anregungen für ihre politische Arbeit – vor allem im Bereich Teilhabe – mit.

Für Diskussionsstoff sorgte unter anderem der jüngst verabschiedete Tarifabschluss im TöVD für den Sozial- und Erziehungsdienst. Insbesondere die zwei zusätzlichen Regenerationstage pro Mitarbeiter*in würden in der Praxis dazu führen, dass die Betreuungsdichte geringer werde, es zu einer Mehrbelastung für die Beschäftigten komme und letztlich die Qualität der Betreuung in den Einrichtungen leide, so Geschäftsführer Volker Biewald.

Welche Herausforderungen aktuell in der Förderschule Hören – Sehen – Kommunikation im Deutschen Taubblindenwerk zu bewältigen sind, erläuterte Schuldirektorin Bettina Trissia den anwesenden Politiker*innen. Aktuell sei die größte Problematik, vakante Stellen mit qualifiziertem Fachpersonal zu besetzen. Es fehlen sowohl Lehrkräfte im Bereich der Blinden- und Gehörlosenpädagogik, u.a. erschwert durch die Zugangsvoraussetzungen in der ersten und zweiten Ausbildungsphase, als auch Lehrkräfte, die gemäß Niedersächsischer Laufbahnverordnung im Bildungszentrum Hören-Sehen-Kommunikation eingestellt werden könnten. Eine weitere Erschwernis sei der fehlende Förderschwerpunkt Taubblindheit, so Bettina Trissia.

Doch auch positive Entwicklungen wurden angesprochen: So wurden jüngst Baugenehmigungen für Umbaumaßnahmen erteilt, welche die in die Jahre gekommene Einrichtung für Menschen mit Taubblindheit/ Hörsehbehinderung dringend benötigt. Für die Bewohner*innen, Schüler*innen und Klient*innen bedeutet dies unter anderem: ein neuer Speisesaal inklusive Sonnenterrasse und ein freundlich gestalteter Eingangsbereich. Volker Biewald gab zudem einen Ausblick auf weitere geplante Bau- und Sanierungsvorhaben: So soll in Hannover ein neues Internat und am Standort Fischbeck ein neues Wohnheim entstehen, das den Anforderungen der Einrichtung vor allem in puncto Barrierefreiheit Rechnung tragen soll.

Bei einem anschließenden Rundgang durch die Einrichtung zeigten sich die SPD-Politiker*innen aus Land und Stadt beeindruckt. Mit einem Besuch der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) und des Werkstattladens endete der informative Termin – natürlich nicht ohne, im „Maulwurfshügel“ noch das ein oder andere selbstgemachte Produkt zu erwerben.

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ViaDeutsches Taubblindenwerk

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