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Seit genau sechszig Jahren ist die Kulturbrauerei das Zuhause vom Wilhelm-Mertens-Haus, einem der drei Gehörlosenzentren in Berlin. Zwei anderen Zentren liegen an der Friedrichstraße und am Niederneuendorfer See.

Das Wilhelm-Mertens-Haus ist berühmt für seine tolle Atmosphäre und viele Angebote für Gehörlose in Bereichen Beratung, Freizeit, Jugend und Kinder.

Nach der 50-jährigen Jubiläumsfeier im September gab Karlheinz Kunze am 13. Dezember 2017 offiziell eine traurige Nachricht bekannt: Das Wilhelm-Mertens-Haus muss die Schönhauser Alle höchstwahrscheinlich verlassen und umziehen.

Die Raumnutzung vom 566,1 m² großen Zentrum kostet ungefähr 5.300 Euro monatlich. Ca. 64.000 Euro jährlich. Monatliche Miete genau 4.500,49 Euro. Plus weitere Kosten.

Ab 1. Juli 2018 muss der Förderverein 119.000 Euro jährlich zahlen. Fast doppelt so viel wie bisher. Ab 2020 erhöht sich die Monatsmiete nochmal. Es ist für den Förderverein nicht mehr möglich, die Räumlichkeit in der Kulturbrauerei weiterhin zu finanzieren.

Der Förderverein möchte gemeinsam mit den Mitgliedern bald entscheiden, wie es weiter gehen soll.

Der Förderverein organisiert diverse Kurse, Treffs und Freizeitangebote für alle Generationen. Einen besonderen Schwerpunkt legte und legt der Verein darauf, gehörlose und hörbehinderte Menschen bei ihrer Erwerbstätigkeit zu unterstützen. Heute ist Kunze (75) der Leiter der Koordinierungsstelle und Projektkoordinator vom Förderverein.

Anfang der 90er Jahre gründete Karlheinz Kunze den Förderverein der neuen Bundesländer e. V., den er über 20 Jahre als 1. Vorsitzender leitete. Er wurde in diesem Jahr am 5. Juli für seine langjährige ehrenamtliche Arbeit mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnet.

Bereits mit 19 Jahren schloss sich Kunze der Gehörlosenorganisation in der DDR – dem Allgemeinen Deutschen Gehörlosen-Verband (ADGV) – an. Von 1977 bis 1990 wirkte er als Sekretär des Bezirksvorstandes der Bezirksorganisation des Gehörlosen- und Schwerhörigenverbandes der DDR (GSV).

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