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Die ungarische Regierung setzt homosexuelle, queere und trans Menschen im Land seit Jahren gezielt unter Druck. Das Parlament Ungarns (ungarisch Országgyűlés) in Budapest hat am Dienstag, 15. Dezember 2020 ein Paket aus Gesetzentwürfen und Verfassungsergänzungen durchgewinkt, das homosexuelle, queere und trans Menschen trotz Kritiken landes- und europaweit weiter stigmatisiert und benachteiligt. Eine Verfassungsänderung verbietet unter anderem homosexuelle Paaren, Kinder zu adoptieren.

Für diese Änderungen hat auch der taube Abgeordnete Dr. Gergely Tapolczai (45) gestimmt. Er sitzt seit zehn Jahren im ungarischen Parlament und ist Mitglied von der nationalkonservativen und rechtspopulistischen Partei Fidesz. Bei dieser Partei ist auch Dr. Ádám Kósa (45) Mitglied, das taube Mitglied vom Europäischen Parlament. Diese Partei wird vom ungarischen Ministerpräsident Viktor Orbán geführt.

Tapolczai ist aber auch seit 2009 im Vorstand der European Union of the Deaf (EUD) und ist heute Vizepräsident. Das wollen viele taube Menschen nicht hinnehmen und sprachen diese Problematik seit wenigen Wochen in verschiedenen sozialen Medien an. Jeffrey Garitte aus Belgien hat vor drei Tagen ein Video auf Instagram veröffentlicht, das über 6.000 Mal angeschaut wurde. Die politische Handlung von Tapolczai sei nicht mit europäischen Werten vereinbart, so Garitte.

EUD gab gestern am Dienstag, 2. Februar 2021 auf Facebook bekannt, dass sie das Thema sehr ernst nimmt und darüber diskutiert hat. Der Präsident Markku Jokinen (61) erklärte im Video, dass der EUD-Vorstand beschlossen hat, dass er diese Angelegenheit mit seinen Mitgliedern bei der außerordentlichen Generalversammlung am 27. Februar 2021 diskutieren wird. EUD erklärte weiter, dass sie die Menschenrechte aller Gehörlosen & umfasst die Vielfalt der Gehörlosengemeinschaft in Europa verteidigt, einschließlich der tauben LGBTIQ*-Gemeinschaft.

Emilo Christensen aus Dänemark ist sehr erfreut über diese Entscheidung und meint aber, dass taube Menschen von der LGBTIQ*-Community sich unbedingt an dieser Diskussion beteiligen sollen. Lars Knudsen, der Präsident vom Dänischen Gehörlosenbund (DDL), erklärte ihm, dass die dänische Delegation bei der kommenden Versammlung die Vielfalt repräsentiert wird.

Mit Blick auf die Kritiken der letzten Wochen ist es unwahrscheinlich, dass Tapolczai seine Glaubwürdigkeit als Vizepräsident behalten kann.

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