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Betrachtet man die berufliche Inklusion behinderter Menschen als zartes Pflänzchen, welches gepflegt werden muss, so droht dieses gerade von der Corona-Pandemie zerdrückt zu werden. Mit großer Sorge blickt der SoVD auf die steigende Zahl der arbeitslosen behinderten Menschen. Im Januar 2021 hat sie mit 180.000 (+11,8 Prozent zum Vorjahresmonat) einen neuen negativen Höchststand erreicht. Die anhaltende Covid-19-Pandemie und die damit verbundene wirtschaftliche Schieflage haben die Situation behinderter Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt weiter verschärft. Besonders dramatisch daran ist, dass behinderte Menschen im Schnitt deutlich länger brauchen, bis sie wieder in Beschäftigung sind. „Wir dürfen nicht den Eindruck vermitteln, Menschen mit Behinderungen müssten in der Krise hinten anstehen. Stattdessen sind mutige Entscheidungen der Politik gefragt, die einen „Ruck für Teilhaben“ erzeugen. Wir brauchen das klare Signal, dass Inklusion keine Option ist, sondern ein Menschenrecht“, betont SoVD-Präsident Adolf Bauer.

Mit Sorge sieht der SoVD zudem, dass aktuell 130.000 Unternehmen die gesetzliche Pflicht, mindestens fünf Prozent schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen, nicht erfüllen. 25 Prozent aller Unternehmen – Tendenz steigend – beschäftigen sogar nicht einen einzigen behinderten Menschen. „Ich erwarte von der Politik, dass Unternehmen, die in der Corona-Krise gefördert werden, auch gefordert werden. Alle Unternehmen, für die die gesetzlichen Vorgaben gelten, müssen angehalten werden diese zu erfüllen. Wenn das nicht funktioniert, müssen neue Anreize geschaffen werden. Deshalb fordern wir eine Verdoppelung der sogenannten Ausgleichsabgabe“, so Bauer. Und er ergänzt: „Zusätzlich brauchen wir die von Arbeitsminister Hubertus Heil angekündigte 4. Stufe der Ausgleichsabgabe für jene Unternehmen, die trotz Gesetzespflicht keinen einzigen behinderten Menschen beschäftigen.“

Um der steigenden Zahl an arbeitslosen behinderten Menschen entgegenzuwirken, fordert der SoVD gezielte Förderprogramme in Bund und Ländern, um Qualifizierung, Fort- und Weiterbildung behinderter Menschen zu unterstützen sowie ihre Vermittlung und Eingliederung zu befördern. „Die Bundesagentur für Arbeit darf ihre Förderung nicht zurückfahren, sondern muss diese im Gegenteil ausweiten“, so Bauer.

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3 KOMMENTARE

  1. Knapp seit 4 Monaten bin ich arbeitslos, davor war ich 3 Monate tätig, da die Firma Auftragsmangel hat. Jetzt stehe ich in der Klemme. Warum? Weil ich meine Ersparnisse für das Privat-Studium verloren habe und das Studium findet nächstes Jahr statt! Ich finde schon frustierend, dass es keine finanzielle Unterstützung für die Schwerbehinderte gäbe. Ich frage mich, warum bekommen die Firmen die Azubi-Prämie statt Berufseinsteiger, da ich selber nicht so viele Praxis-Erfahrung habe.

    • Tut mir echt leid! Ich weiß diese Worte bringen dich nicht weiter! Im Moment läuft vieles aus dem Ruder und es gibt hier und da Hilfen, aber viele andere Bereiche werden einfach vergessen! Und wenn dann ist die Deutsche Bürokratie das Größte Hinterniss! Hoffe Du hast sehr bald mehr Glück.

      lg Tom

  2. Genau, das kommt noch gesteigte Arbeitslosigkeit für behinderten Menschen wie ich.

    Ich habe erst ab Juni.2020 beworben über 440 Firmen.

    Ergebnnisse:
    238 Absage
    49 Termine (Firmen verschoben/abbrechen wegen Regel-Corona)
    3 Vorstellungsgespräche (keineerfolgreiche Verträge wegen keine Antworten)
    über 150 Firmen (KEINE ANTWORTEN)

    Lg Pqowkeks

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