Am 26 März wird der taube Historiker Helmut Vogel in Würzburg über die deutsche Verfassungsgeschichte referieren. Das BiKu-Team (Bildungs- und Kulturzirkel Augen und Hände) hofft auf zahlreiche Besucher.
Am 26 März wird der taube Historiker Helmut Vogel in Würzburg über die deutsche Verfassungsgeschichte referieren. Das BiKu-Team (Bildungs- und Kulturzirkel Augen und Hände) hofft auf zahlreiche Besucher.
Henk Betten, gehörloser Holländer, hat sich die Mühe gemacht, Fakten zur Geschichte der Gehörlosenbildung aus allen europäischen Ländern zusammenzutragen. Eigentlich ein komplettes Buch von 114 Seiten! Henk stellt es kostenlos zur Verfügung. Sie können es hier herunterladen. Kleiner Haken an der Geschichte: Henk hat auf Englisch geschrieben. Aber wer erst mal an der deaf history Blut geleckt hat, den wird das nicht von der Lektüre abhalten.
Da gibt es schon erstaunliche Fakten. Wussten Sie z.B., dass der gehörlose Adalbert Lampe die erste Gehörlosenschule in Kroatien gegründet hat? - Es lohnt sich wirklich ein wenig zu stöbern!
Ein dickes Dankeschön an Henk, dass er uns sein Werk zur Verfügung gestellt hat - zum 250. Jubiläum der Gehörlosenbildung in diesem Jahr!
Am 17. März werden in der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg gleich zwei Ausstellungen eröffnet: "Heidelberger Skizzen" und "Bilder einer Zwangssterilisation". Gerade letztere dürfte Gehörlosen unter die Haut gehen!
Die Eröffnung wird von Gebärdensprachdolmetschern übersetzt.
Sensationeller Kunstfund: Psychiatrieinsasse zeichnete in NS-Zeit seine eigene Sterilisation
Zwei Hoden auf einem Teller - Zeichnungen aus einer NS-Psychiatrie
Diese Ausstellung "In die Zukunft gedacht" wird vom 26. Februar bis zum 27. März 2010 der Rathausgalerie, Jockel-Fuchs-Platz 1, 55116 Mainz stehen.
Am Donnerstag den 4. März 2010 findet um 17:00 ein Empfang in der Ausstellung statt.
Während des Empfangs werden Gebärdensprachdolmetscher zur Verfügung stehen und das Programm dolmetschen.
Die neue Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Mainz, Beigeordnete Marianne Grosse wird zur Begrüßung sprechen und der Referatsleiter des BMAS Bonn, Herr Joachim Zweig wird die Ausstellung eröffnen. Für Unterhaltung sorgt zwischen den Redebeiträgen Dr. Burkhard Engel vom Cantaton-Theater.Die gesamte Veranstaltung wird ca. 1,5 Stunde dauern.
Bei Bedarf werden während der Ausstellungslaufzeit kostenlose Führungen mit Gebärdensprachdolmetscher angeboten.
Am 27. Januar wurde das KZ Auschwitz von russischen Soldaten befreit. Zum 65. Jahrestag fand eine Gedenkstunde im Bundestag statt, in der der israelische Schimon Peres eine Rede hielt. Übersetzt wurde alles in die DGS, für Mark Zaurov, den Vorsitzenden der IGJAD, der als Vertreter der gehörlosen Juden eingeladen war.
Video: Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus (Mark mit Dolmi bei 22:48)
Die Beratungsstelle für hörbehinderte Menschen
PARISOZIAL MÜNSTERLAND weist auf zwei Veranstaltungen
hin:
Besichtigung der Villa ten Hompel in Münster
Von 1940 bis 1945 war die Villa ten
Hompel, eine frühere Fabrikantenresidenz der gleichnamigen
Familie, Sitz des regionalen Befehlshabers der Ordnungspolizei. Im
NS-Regime trug diese Behörde mit ihren Erlassen, Befehlen und
Handlungen erheblich zum Massenmord an Juden, Sinti und Roma bei.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war in dem Haus am Kaiser-Wilhelm-Ring
das „Dezernat für Wiedergutmachung“ der
Bezirksregierung untergebracht. Auch an diesen Teil der
Zeitgeschichte erinnert seit 2005 eine eigene Ausstellung, die
besonders Verfolgtenschicksale in den Blick nimmt.
Am 10. Februar wird die Villa mit Dolmetschern und Technik für
schwerhörige Menschen besichtigt.
HipHop Kurs für Anfänger in Münster
Ab Februar 2010 findet in Münster ein HipHop-Kurs statt. Dodzi
Dougban zeigt euch, wie man HipHop tanzt. Wer Lust hat, sollte sich
bald anmelden. Vor dem Kurs ist der Treffpunkt für Jugendliche mit
einer Hörbehinderung im Jugendzentrum im Paul-Gerhardt Haus
geöffnet. Wer also vorher schon andere Jugendliche treffen möchte,
kann ab 14.00 Uhr vorbeikommen.
Annika van Deest (hd) und Leonid Klinner (gl) freuen sich auf
Euch.
Endlich mal wieder ein richtiger Winter! Das denken wir jetzt, nach vielen Jahren, in denen der Winter fast ausgefallen ist. Anfang des 17. Jahrhunderts war es umgekehrt. Viele sehr kalte und harte Winter folgten aufeinander - eine "kleine Eiszeit"! Aber die Menschen haben die Winterfreuden genossen, mit Schlitten, Schlittschuhen und Schneeballschlachten. Wie das damals aussah, können wir heute noch sehen, nach 400 Jahren! Hendrick Avercamp hat die Winterfreuden in seinen Gemälden festgehalten. Avercamp war der berühmteste Maler solcher Winterszenen - und er war gehörlos!
Zur Zeit findet im Rijksmuseum in Amsterdam eine Ausstellung seiner Werke statt. Und da der Maler gehörlos war, hat man einen besonderen Service für Gehörlose eingerichtet. In Zusammenarbeit mit dem Nederlands Gebarencentrum hat man spezielle Gebärden für Museen und Kunst entwickelt, und es finden regelmäßig Führungen in Gebärdensprache statt. Und da man "auf den Geschmack gekommen" ist, werden auch nach Beendigung der Avercamp-Ausstellung Führungen stattfinden.
Der Verein KuGG lässt sich diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen. Er organisiert zusammen mit der Amsterdamer Gehörlosengruppe eine Führung in internationaler Gebärdensprache am Samstag, den 13. Februar 2010 um 13 Uhr.
Hendrick
Avercamp: Winterfreuden
Hendrick
Avercamp: The Little Ice Age
Von Flugzeugen, Spionen und CARE-Paketen erzählt die Führung in
Gebärdensprache von Anna-Kristina Mohos durch die Dauerausstellung
des AlliiertenMuseums. An
ausgewählten Objekten erläutert sie die Geschichte der Präsenz der
Westmächte in Berlin von 1945 bis 1994. Die Besichtigung eines
Luftbrückenflugzeuges von innen und eines "echten" Spionagetunnels
machen die Nachkriegszeit und die Zeit des Kalten Krieges in Berlin
besonders erfahrbar!
Neben der Führung besteht die Möglichkeit, einen Film mit einem
gehörlosen Zeitzeugen in Gebärdensprache
anzuschauen. Manfred Kranz ist mit seiner Schwester Renate in
Berlin aufgewachsen und erzählt Spannendes aus seiner Kindheit in
der unmittelbaren Nachkriegszeit. So erfahren die Zuschauer von
seinen Tauschgeschäften mit amerikanischen Besatzungssoldaten, von
der Jagd nach Schokoladenfallschirmen und dem Beginn einer
wundervollen deutsch-amerikanischen Brieffreundschaft - immer auch
mit Augenmerk auf der besonderen Situation gehörloser Menschen.
Dauer: Führung: ca. 75 Minuten, Film: ca. 45 Minuten
Mindestteilnehmerzahl: 5
Kosten: keine
Rechtzeitige Anmeldung unter: AlliiertenMuseum, Clayallee 135,
14195 Berlin, Tel.: 030 81 81 99 81, Fax: 030 81 81 99 91, birkemeyer@alliiertenmuseum.de
Der Film "Verkannte Menschen" wurde 1932 gedreht. Er stellte das Leben der Gehörlosen in der damaligen Zeit dar, auch in der Israelitischen Taubstummen-Anstalt , Berlin-Weißensee - und wurde von den Nazis verboten. Lange Zeit galt er als verschollen (" Keine Kopie nachweisbar"). Nun ist doch noch eine Kopie des Films wieder aufgetaucht und restauriert worden. Am 16.01.2010 wird sie im Rahmen einer Benefizveranstaltung in Frankfurt präsentiert. Zum Rahmenprogramm gehören Vorträge von Jochen Muhs, Helmut Vogel und Katja Fischer.
Der LVGH hat einen kurzen Video-Bericht (ein längerer soll
folgen) von der Benefizveranstaltung auf seiner DeafTV-Seite
veröffentlicht: Benefizveranstaltung
"Verkannte Menschen"
Eine Seniorin von 85 Jahren musiziert mit Hip-Hoppern und nimmt mit ihnen zusammen eine CD auf. Wirklich außergewöhnlich, was Esther Bejarano da auf die Beine stellt. Die CD und der Dokumentarfilm tragen den Titel Per la vita - für das Leben! Das hat einen guten Grund. Esther Bejarano ist Überlebende des Mädchenorchesters von Auschwitz. Das musste u.a. spielen, wenn die Arbeitskolonnen aus- und einmarschierten.
Mit Musik will Esther Bejarano auch heute noch aufklären. Am Sonntag, 24. Januar 2010 um 12.00 Uhr findet im Theater "Polittbüro" (Steindamm 45, 20099 Hamburg) eine Gedenkveranstaltung des Auschwitz-Komitee in der BRD e.V. statt. Esther Bejarano und ihre Kinder Edna und Joram sowie Bandmitglieder und Filmemacher werden anwesend sein und den Film Per la vita in Ausschnitten vorstellen.
Eintritt frei, DGS-Dolmetscherinnen sind vor Ort - keine Anmeldung erforderlich!