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Eine App, die von einem von Studenten geleiteten Startup namens Coactus entwickelt wurde, hat es hörgeschädigten Südkoreanern ermöglicht, als Taxifahrer zu arbeiten. Einen Führerschein dürfen Menschen in Südkorea nur bekommen, wenn sie Geräusche hören können, die lauter als 55 Dezibel sind, oder 40 Dezibel für Hörgerätträger. Doch bis vor Kurzem war auch die Erfüllung dieser Voraussetzung nicht genug, um als Taxifahrer zu arbeiten. Viele Taxiunternehmen haben Bewerbungen von Hörgeschädigten einfach abgelehnt, weil der Mangel an lautsprachlicher Verständigung ein „unüberwindbares“ Problem sei.

„Wir wussten, dass Koreaner üblicherweise aus dem Taxi ausstiegen, sobald der Fahrer versuchte, mit Notizblock und Stift zu kommunizieren wie bei Uber – also entwickelten wir diese App“, so Song Min-pyo, Leiter von Coactus.

Die App heißt „Goyohan Taxi“, was übersetzt „stilles Taxi“ heißt. Zwei Tablets werden in den von hörgeschädigten gefahrenen Taxis montiert, eins vorne neben dem Fahrer und das andere hinten. Fahrgäste können ihren Zielort durch Spracherkennung, Schrifterkennung oder Tippen angeben. Wenn sich das Taxi den Zielort nähert, zeigt sich automatisch eine Nachricht auf dem Bildschirm, die den Fahrgast auffordert, einen genauen Absetzort und die gewünschte Zahlungsmethode anzugeben.

Ein hörgeschädigter Taxifahrer in Gyeongju im östlichen Südkorea hat im Juni die App getestet. Er berichtet, mit der App sollen Fahrgäste sich nicht mehr geweigert haben, mit ihm zu fahren. Während der Testphase zeigte sich auch, dass die meisten Fahrgäste den Zielort öfter mit der Stimme angeben, als ihn einzutippen, also wurde für die aktuelle Version der App die Taste für die Spracherkennung nach oben gerückt.

In Seoul arbeitet nun die kleine Taxifirma Shinshin mit Coactus zusammen und es gibt schon Pläne in Namyangju in der Provinz Gyeonggi ein Projekt zu starten, das zu ca. 50 neuen Arbeitsplätzen für Hörgeschädigte als Taxifahrer/innen führen könnte.

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