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Cochlea Implantat Verweigerung ist keine Kindeswohlgefährdung. Karin Kestner hat heute eine erfreuliche Nachricht versenden, dass das Gericht in Goslar – nach gut einem Jahr und vier Monaten – sich gegen CI-Zwang entschieden hat.

Die Richterin Letz hat am Amtsgericht Goslar auch erkannt, dass es keine Kindeswohlgefährdung ist, wenn Eltern ihrem tauben Kind kein Cochlea Implantat einsetzen lassen und es in Gebärdensprache großziehen. Sie allein entscheiden über den Lebensweg ihrer Kinder.

Im hier veröffentlichten Beschluss wird häufig auf die Gutachterin hingewiesen, die anscheinend einen großen und überzeugenden Eindruck bei der Richterin hinterlassen hat. Sie können die gesamte Pressemitteilung von Karin Kestner hier und den Verlauf der Veröffentlichungen seit 2017 zu diesem Fall hier lesen.

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2 KOMMENTARE

  1. Es gibt mittlerweile eine sehr reiche Gehörlosenkultur und viele Hilfen! Das ist ein großes soziales Netzwerk. Da geht niemand mehr unter. Ci muss man wollen, für Sprachverstehen und Hören muss man lernen wollen und Geduld haben, sonst sollte man das bleiben lassen! Was nützt dem Kind ein Ci, wenn in der Familie dafür Verständnis und Rückhalt fehlen. Das kann das Kind selbst nachholen, falls gewünscht. Das ist dann zwar nicht dasselbe. Aber es hat ja noch sein Netzwerk in seiner GL-Kultur. Und das ist wirklich nicht wenig! Und es hat eine Sprache und viele Menschen, mit denen es damit kommunizieren kann!

    • Das möchte ich nicht abstreiten. Ich bin selbst schwerhörig und regelmäßig mit anderen Schwerhörigen und an Taubheit grenzender schwerhörigen Menschen zusammen. Die Welt der Nichthörenden ist sehr viel kleiner. Vor allem Kindern und jungen Menschen ohne CI werden viele große Chancen genommen. Zu viele kenne ich, als dass ich nicht wüsste, dass diese alle sehr froh sind, an der hörenden Gesellschaft Teil zu nehmen. Das Berufsleben eines hörenden und nicht hörenden Menschen ist nicht zu vergleichen. Im sozialen Leben genauso. Und erwiesen ist, um so länger der Mensch der Stille beiwohnt, desto schwieriger wird eine Anpassung der CI’s. Und wenn man dann erstmals im jungen Erwachsenenalter die laute Welt wahrnimmt, dann ist das erst ein großer Schock, der nicht so schnell überwunden wird. Von den Schwierigkeiten, das Gehörte umzusetzen und damit ein neues Leben zu beginnen, ganz zu schweigen. Es wird die beste Chance vertan, denn in dem Zeitfenster der frühen Kindheit wird am umbeschwerlichsten die Hörprothese angenommen.

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