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Stellen Sie sich vor: Sie sind im Spital und alle um Sie herum sprechen Chinesisch. So erleben es rund 10.000 gehörlose Menschen in der Schweiz, wenn sie einen medizinischen Notfall haben ohne Zugang zu einem Gebärdensprachdolmetscher. Um das zu ändern, reicht der Schweizerische Gehörlosenbund heute am Mittwoch, 19. Juni 2019 ein Postulat, das er in Zusammenarbeit mit Christian Lohr (CVP), Regula Rytz (Grüne) Mathias Reynard (SP), Marco Romano (CVP) und Barbara Gysi (SP) erarbeitet hat, ein und fordert die Anerkennung der drei Schweizer Gebärdensprachen sowie die volle Inklusion von gehörlosen Menschen in die Gesellschaft in der Schweiz.

Durch dieses Postulat verlangt der Gehörlosenbund vom Bundesrat Auskunft über die Möglichkeiten einer rechtlichen Anerkennung der drei Schweizer Gebärdensprachen sowie einen Bericht mit konkreten Massnahmen zur Umsetzung der vollständigen und barrierefreien Partizipation von gehörlosen Menschen.

In der Schweiz werden die bestehenden Gesetze gegen die Diskriminierung von gehörlosen Menschen (Verfassung, BehiG, UNO-BRK) noch viel zu wenig umgesetzt. Die Konsequenzen der Kommunikationsbarrieren können fatal sein, wie in der beschriebenen Situation im Spital oder auch vor Gericht. Zudem sind gehörlose Menschen rund dreimal häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen und ihre Lese- und Schreibfähigkeiten sind häufig niedriger als im Rest der Bevölkerung. In seinem jährlichen Diskriminierungsbericht gibt der Schweizerische Gehörlosenbund eine Übersicht über die behandelten Fälle aus allen Bereichen des Lebens.

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